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Bonobo – „Distance In Static“ (Album 2026)

Der britische Elektronik-Künstler Bonobo meldet sich mit seinem achten Album zurück: „Distance In Static“ erscheint am 11. September 2026 bei Ninja Tune.

Vier Jahre nach „Fragments“ veröffentlicht Bonobo ein neues Studioalbum. Für „Distance In Static“ hat Simon Green erneut zahlreiche Gäste eingeladen. Zu hören sind Arooj Aftab, Joy Crookes, Nilüfer Yanya, Ichiko Aoba, Nicole Miglis von Hundred Waters und Aanya Martin. Gesungen wird auf Englisch, Urdu und Japanisch, hinzu kommen historische iranische Samples und Aufnahmen der chinesischen Wölbbrettzither Guzheng.

Entstanden ist das Album an verschiedenen Orten. Green arbeitete unter anderem in Los Angeles, Tokio und London. Einen bedeutenden Teil stellte er auf Neil Youngs Broken Arrow Ranch in Kalifornien fertig, wohin er sich für mehrere Wochen zurückzog.

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Mit der neuen Single „Me And You“ zeigt Bonobo zunächst seine stärker auf den Club ausgerichtete Seite. Der Track war bereits vor seiner Veröffentlichung Bestandteil seiner DJ-Sets und wurde unter anderem bei Pop-up-Veranstaltungen in London und Paris gespielt.

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„Distance In Static“ knüpft zugleich an eine Karriere an, die inzwischen mehr als 25 Jahre umfasst. Bonobo begann Ende der Neunzigerjahre Musik zu veröffentlichen und entwickelte seinen Sound aus Downtempo, Trip-Hop, Electronica und organischen Instrumenten kontinuierlich weiter. Spätestens mit Alben wie „Black Sands“, „The North Borders“ und „Migration“ wurde er zu einem international gefeierten Künstler, der heute große Arenen füllt.

Parallel zu seinen Studioalben etablierte Green zwei unterschiedliche Formen seiner Arbeit: auf der einen Seite die aufwendig inszenierten Konzerte mit Live-Band und Gaststimmen, auf der anderen seine DJ-Sets und die unter dem Namen OUTLIER veranstalteten Club-Events.

Genau diese verschiedenen Rollen sollen auf „Distance In Static“ zusammenkommen. „Ich möchte die Idee bekräftigen, dass man mehr als nur eine Sache sein kann“, erklärt Green zur Ausrichtung des Albums. Auch die erneute Beschäftigung einer jüngeren Generation mit Trip-Hop, Downtempo und elektronischer Musik der Neunzigerjahre spielt für ihn dabei eine Rolle. Im Albumtitel steckt die Vorstellung eines weit entfernten Signals, das durch Rauschen hindurch wahrnehmbar wird. „Mir gefiel die Idee, nach einem fernen Signal zu lauschen, im Rauschen etwas zu finden“, sagt Bonobo.


Für die visuelle Gestaltung arbeitet Green mit Produzent & Designer Trevor Jackson zusammen. Statt der landschaftlich geprägten Motive früherer Bonobo-Veröffentlichungen verwendet das Artwork mikroskopische Fotografien von John I. Koivula. Auch die neue Live-Produktion greift diese Bildwelt auf. Entwickelt wurde sie gemeinsam mit Pierre Claude, der zuvor unter anderem mit Air, Gesaffelstein, Phoenix und Caroline Polachek gearbeitet hat.

Die ersten Live-Shows in Deutschland sind für März 2027 angekündigt. Dabei könnte die kommende Tour einen Einschnitt markieren. Green spricht davon, dass „Distance In Static“ möglicherweise sein letztes Album in dieser klassischen Form sein könnte, also als großes Studioprojekt mit zahlreichen Gastbeiträgen und anschließender mehrjähriger Welttournee mit kompletter Band.

Bonobo: „Distance In Static – Live“

  • 09.03.2027: Hamburg, Georg Elser Halle, 20:00 Uhr
  • 11.03.2027: Berlin, Uber Eats Music Hall, 20:00 Uhr
  • 21.03.2027: München, TonHalle, 20:00 Uhr

Wie seine Musik danach veröffentlicht und aufgeführt werden soll, lässt er bislang offen. „Ich weiß noch nicht genau, wie sie aussehen wird, aber es geht mir vor allem darum, das Musikersein von nun an neu zu definieren“, sagt Green über seine Zukunft.

„Distance In Static“ erscheint am 11. September 2026 auf Ninja Tune als Vinyl, CD und digital.

Biografie Bonobo

Bonobo gehört seit mehr als 25 Jahren zu den beständigsten Künstlern der elektronischen Musik. Hinter dem Namen steckt der britische Produzent, Musiker und DJ Simon Green, der seine Karriere Ende der Neunzigerjahre in Brighton begann. Aus samplebasiertem Downtempo entwickelte er über acht Studioalben einen eigenen Sound, in dem elektronische Produktion, akustische Instrumente, Jazz, Soul und Clubmusik zusammenfinden. Mit Alben wie „Black Sands“, „Migration“ und „Fragments“ wurde Bonobo weit über die Electronica-Szene hinaus bekannt. Im September 2026 setzt er seine Diskografie mit „Distance in Static“ fort.

Simon Green wuchs im ländlichen Hampshire in einem musikalischen Umfeld auf. Sein Vater war in der britischen Folk-Szene aktiv, im Haus der Familie gehörten Instrumente und gemeinsame Sessions zum Alltag. Green selbst interessierte sich als Jugendlicher zunächst stärker für Alternative Rock, Hardcore und Hip-Hop. Früh begann er mit Gitarre und Klavier zu experimentieren und entdeckte über einen Vierspur-Kassettenrekorder die Möglichkeit, alleine mehrere Instrumente aufzunehmen und übereinanderzulegen. Diese Arbeitsweise wurde später zu einer Grundlage seiner Musik.

In den Neunzigerjahren zog Green nach Brighton. Die Stadt besaß damals eine lebendige Club- und Independent-Szene, geprägt von Hip-Hop, Funk, Soul, Jazz und elektronischer Musik. Dort lernte er Robert Luis kennen, einen der Gründer des jungen Labels Tru Thoughts. 1999 erschien erstmals Musik von Green unter dem Namen Bonobo auf der Tru-Thoughts-Compilation „When Shapes Join Together“. Gleichzeitig machte er sich als DJ einen Namen.

„Animal Magic“ (2000)

Mit seinem Debüt „Animal Magic“ entwickelte Bonobo im Jahr 2000 die Grundzüge eines Sounds, der ihn zunächst in der britischen Downtempo-Szene etablierte. Das Album entstand weitgehend in Eigenregie und verbindet Samples mit selbst eingespielten Instrumenten, Hip-Hop-Beats, Jazz, Funk und Dub.

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Dabei verstand Green seine Musik anfangs selbst kaum als klassische elektronische Musik. Viele Ausgangsklänge stammten von akustischen Instrumenten oder älteren Aufnahmen, die anschließend mit Samplern neu zusammengesetzt wurden. Die Produktionsweise hatte viel mit dem Hip-Hop zu tun, den Green in den Jahren zuvor gehört hatte. „Animal Magic“ wurde zu einem wichtigen frühen Erfolg für Tru Thoughts und brachte Bonobo schließlich die Aufmerksamkeit größerer Independent-Labels ein.

2001 wechselte Green zu Ninja Tune. Das von Coldcut gegründete Londoner Label war bereits eine zentrale Adresse für experimentellen Hip-Hop und elektronische Musik und wurde für Bonobo zur langfristigen musikalischen Heimat.

„Dial ‚M‘ for Monkey“ (2003)

Das zweite Album „Dial ‚M‘ for Monkey“ erschien 2003 und führte den Ansatz des Debüts weiter, erweiterte ihn aber deutlich. Bonobo entfernte sich langsam von der starken Abhängigkeit von Samples und integrierte mehr selbst eingespielte Instrumente. Bass, Percussion, Streicher und melodische Motive bekamen größeren Raum.

Parallel entwickelte Green seine Musik für die Bühne weiter. Aus dem Produzenten und DJ wurde zunehmend ein Live-Musiker, der die ursprünglich im Studio zusammengesetzten Stücke mit einer Band neu arrangierte. Ab 2004 etablierte sich die Bonobo Live Band als wichtiger Teil des Projekts. Diese Verbindung aus elektronischer Produktion und klassischer Bandbesetzung sollte später zu einem Markenzeichen seiner Konzerte werden.

„Days to Come“ (2006)

Mit „Days to Come“ gelang Bonobo 2006 der nächste Entwicklungsschritt. Jazz, Soul und akustische Instrumentierung rückten stärker ins Zentrum. Gleichzeitig gewann die menschliche Stimme an Bedeutung. Eine wichtige Rolle spielte dabei die Sängerin Bajka, die unter anderem auf „Nightlite“ zu hören ist.

Das Album zeigte deutlicher als seine Vorgänger, dass Bonobo sich nicht auf instrumentalen Downtempo festlegen wollte. Elektronische Produktionsmethoden blieben das Fundament, wurden aber zunehmend Teil größerer Arrangements. „Days to Come“ etablierte Green endgültig als Künstler, dessen Musik sowohl im Club als auch außerhalb klassischer Dance-Kontexte funktionierte.

„Black Sands“ (2010)

2010 erschien mit „Black Sands“ eines der zentralen Alben in Bonobos Diskografie. Der warme, organische Klang der Vorgänger blieb erhalten, gleichzeitig wurden Rhythmus und elektronische Produktion komplexer. Stücke wie „Kiara“, „Kong“ und „Eyesdown“ verbanden Jazz und orchestrale Elemente mit Einflüssen aus der damaligen britischen Clubmusik.

Besonders bekannt wurde „Black Sands“ auch durch „The Keeper“, eine Zusammenarbeit mit der britischen Sängerin Andreya Triana. Green setzte Stimmen nun gezielter als eigenständige Bestandteile seiner Kompositionen ein.

Das Album markiert zugleich den Punkt, an dem Bonobos Musik stärker in Richtung Dancefloor rückte. UK Garage, House und verwandte Clubstile wurden in den folgenden Jahren immer wichtiger, ohne die melodische und häufig akustische Seite seiner Musik zu verdrängen.

„The North Borders“ (2013)

Auf „The North Borders“ führte Bonobo diese Entwicklung 2013 weiter. Der Eröffnungstrack „First Fires“ mit Grey Reverend beginnt zurückhaltend, während das instrumentale „Cirrus“ mit seinen ineinandergreifenden Percussion- und Glockenmotiven zu einem seiner bekanntesten Stücke wurde.

Zu den Gästen gehörte auch Erykah Badu, die auf „Heaven for the Sinner“ zu hören ist. Die Zusammenarbeit verdeutlichte, wie weit sich Bonobo inzwischen von seinen Anfängen als weitgehend unbekannter Brighton-Produzent entfernt hatte.

Auch die Live-Dimension des Projekts wuchs. Die Tournee zu „The North Borders“ wurde mit einer großen Bandproduktion umgesetzt und später als Live-Veröffentlichung dokumentiert. Bonobo spielte inzwischen auf internationalen Festivalbühnen und in großen Konzerthäusern.

„Migration“ (2017)

Vier Jahre später erschien „Migration“. Das Album entstand in einer Phase, in der Green viel unterwegs war, und beschäftigt sich musikalisch mit Bewegung, Orten und Veränderungen. Der Sound wirkt gegenüber den frühen Bonobo-Alben räumlicher und stärker von moderner Clubmusik geprägt.

Für „Migration“ arbeitete Green erneut mit verschiedenen Sängerinnen und Sängern zusammen. Rhye ist auf „Break Apart“ zu hören, Nick Murphy, ehemals Chet Faker, auf „No Reason“. Eine weitere wichtige Zusammenarbeit entstand mit Innov Gnawa für „Bambro Koyo Ganda“.

Kommerziell erreichte Bonobo damit eine neue Größenordnung. „Migration“ kam bis auf Platz fünf der britischen Albumcharts und erhielt Grammy-Nominierungen. Green hatte sich damit von einem Künstler der britischen Downtempo-Szene zu einem international erfolgreichen Produzenten entwickelt.

„Fragments“ (2022)

„Fragments“ erschien im Januar 2022 und entstand teilweise während der von der Pandemie geprägten Jahre. Green verband darauf orchestrale Elemente, modulare Synthesizer und Clubrhythmen mit einer Reihe prominenter Stimmen.

Zu den Gästen gehören Jamila Woods, Joji, Jordan Rakei und O’Flynn. Das Album zeigt zugleich, wie fließend Bonobo inzwischen mit unterschiedlichen elektronischen Stilen umging. House und UK-Garage-Einflüsse stehen neben Ambient-Passagen und aufwendig arrangierten Instrumentalstücken.

Wie bereits „Migration“ erreichte auch „Fragments“ Platz fünf der britischen Albumcharts. Bonobos Konzerte hatten zu diesem Zeitpunkt längst Dimensionen erreicht, die für einen ursprünglich aus der Downtempo-Szene kommenden Produzenten ungewöhnlich waren. Zu den Stationen gehörten die Sydney Opera House, das Red Rocks Amphitheatre und das Alexandra Palace sowie eine ausverkaufte Serie von fünf Konzerten in der Londoner Royal Albert Hall.

Parallel blieb Green als DJ aktiv. Unter dem Namen OUTLIER entwickelte er eigene Veranstaltungen und kuratierte Programme mit Künstlerinnen und Künstlern aus verschiedenen Bereichen zeitgenössischer House-, Techno- und Electronica-Musik. Damit blieb Bonobo auch nach seinem Aufstieg auf große Konzertbühnen eng mit der Clubkultur verbunden.

„Lazarus“ und neue Projekte

2025 veröffentlichte Bonobo Musik für die Anime-Serie „Lazarus“. Der Soundtrack erweiterte seine Diskografie um ein Format außerhalb der klassischen Studioalben und deutete zugleich an, dass Green nach mehr als zwei Jahrzehnten zunehmend Interesse an anderen Formen musikalischer Arbeit entwickelte.

Diese Öffnung fällt in eine Phase, in der sich Bonobo offenbar grundsätzlicher mit der klassischen Abfolge aus Albumproduktion, Veröffentlichung und anschließender Tournee beschäftigt. Green hat inzwischen deutlich gemacht, dass andere Formate wie Soundtracks und Kunstprojekte für ihn zunehmend interessant werden.

„Distance in Static“ (2026)

Am 11. September 2026 erschien mit „Distance in Static“ Bonobos achtes reguläres Studioalbum. Green arbeitete dafür mit einer internationalen Gruppe von Gästen zusammen, darunter Arooj Aftab, Joy Crookes, Nilüfer Yanya, Ichiko Aoba, Nicole Miglis und Aanya Martin. Gesungen wird auf Englisch, Urdu und Japanisch. Historische iranische Samples und Aufnahmen der chinesischen Wölbbrettzither Guzheng treffen auf Greens eigene Instrumentierung und elektronische Produktion.

„Distance in Static“ erscheint mehr als 25 Jahre nach den ersten Bonobo-Aufnahmen in Brighton. In dieser Zeit hat Simon Green seinen ursprünglichen Ansatz immer wieder erweitert. Aus den staubigen Samples und Hip-Hop-Beats von „Animal Magic“ entstanden zunehmend komplexere Arrangements, später kamen Jazz, Soul, orchestrale Instrumentierung, House und UK Garage hinzu.