Die US-Sängerin Olivia Rodrigo gehört zu den Superstars ihrer Generation: Nun erscheint mit „You Seem Pretty Sad For A Girl So In Love“ ihr drittes Album, eine Sammlung trauriger Liebeslieder voller Romantik, Sehnsucht und Angst.

Das TONSPION Album der Woche jetzt hören auf Qobuz
Hi-Res-Streaming, Downloads und Künstler fair unterstützen.
23 Jahre jung, bereits dreifache Grammy-Preisträgerin und über 36 Millionen weltweit verkaufte Alben: Olivia Rodrigo ist die neue Pop-Prinzessin und „You Seem Pretty Sad For A Girl So In Love“ wird dementsprechend sehnsüchtig von den Fans erwartet.
Alle Anzeigen dauerhaft ausblenden
Unerwartet ist dabei ihr erstes Album-Feature überhaupt: Auf dem Song “What’s Wrong With Me” begleitet sie The Cure-Sänger Robert Smith. Premiere feierte das Lied beim Primavera Sound Festival in Barcelona, wo Rodrigo die 67-Jährige Goth-Legende überraschend auf die Bühne holte.
Schon auf dem Glastonbury letztes Jahr performten die beiden „Friday I’m in Love“ und beide verbindet eine tiefe Freundschaft, die nun auch in einer Kollaboration mündet, die mit Smiths klagendem Gesang und Olivias Pop-Vocals berührend zärtlich daher kommt.
Alle Anzeigen dauerhaft ausblenden
Und Sadness, verbunden mit Romantik ist schon auch ein ziemliches Goth-Thema, das sich Olivia Rodrigo für ihr drittes Werk ausgesucht hat. Zufall, dass die letzte ausgekoppelte Single auch noch „The Cure“ hieß?
Der Song ist ein kleines aber opulentes Pop-Juwel, inklusive Akustikgitarre, die irgendwie schon auch wieder an die Band The Cure erinnert, das sich dramatisch aufbaut und mit emotionalem Gesang besticht, der in vielstimmige harmonische Stränge zerfällt, bevor Olivia Rodrigo aus Leibeskräften schreit.
Die Wucht dieses Songs, aber auch die Tiefe von Tracks wie der ersten Single „Drop Dead“, einem Instant-Hit, der musikalisch von purem Pop zu fuzzy Rock hin zu Synth-Pop-Ballase morpht, kontrastiert mit der mädchenhaften Ästhetik, die Rodrigo derzeit umweht und die ihr auch Kritik entgegenbläst: Babydolls, Schleifchen, Rüschen, Pastell und Glitzer, die sie jedoch bewusst in Anlehnung an die “Riot Grrrl”-Bewegung der 90er Jahre koppelt. Ein unschuldiges Kleidchen getragen mit derben Springerstiefeln, Rollenmuster wurden damals schon gesprengt und Rodrigo knüpft daran an.
Das ist eben alles andere als naiv, die Rodrigos Songs haben eine Range, die sowohl emotional (“Honeybee”, “Cigarette Smoke”) als auch musikalisch von zart zu hart und bitter-süß zu kraftvoll variieren.
Alle Anzeigen dauerhaft ausblenden
Inspiriert von Manchester Rave, „Sex and the City“ und Lana Del Rey, ist „You Seem Pretty Sad For A Girl So In Love“ ein starkes Statement und zeigt, dass Rodrigo aktuell einer der besten Songwriterinnen im Pop ist.
Biografie Olivia Rodrigo
Biografie Olivia Rodrigo
Olivia Isabel Rodrigo wurde am 20. Februar 2003 im kalifornischen Murrieta geboren und wuchs im nahegelegenen Temecula auf. Ihre Familie hat philippinische, deutsche und irische Wurzeln. Schon früh zeigte sich ihr Interesse an Musik und darstellender Kunst. Sie nahm Gesangsunterricht, lernte Klavier und Gitarre und trat bereits als Kind bei lokalen Veranstaltungen auf. Parallel dazu entdeckte sie ihre Leidenschaft für die Schauspielerei.
Erste Erfolge als Schauspielerin
Der Einstieg ins Rampenlicht gelang Rodrigo zunächst vor der Kamera. Nach kleineren Rollen wurde sie ab 2016 durch die Disney-Channel-Serie Bizaardvark einem breiteren Publikum bekannt. Dort spielte sie drei Staffeln lang die Rolle der Paige Olvera.
Internationale Aufmerksamkeit erhielt sie ab 2019 mit der Disney+-Serie High School Musical: The Musical: The Series. In der Rolle der Nini Salazar-Roberts konnte sie nicht nur ihr schauspielerisches Talent zeigen, sondern auch erstmals als Songwriterin und Sängerin überzeugen. Besonders der selbst geschriebene Song „All I Want“ entwickelte sich zu einem Streaming-Erfolg und deutete bereits ihr Potenzial als Musikerin an.
Der Durchbruch mit „Drivers License“
Anfang 2021 veröffentlichte Olivia Rodrigo ihre Debütsingle „Drivers License“. Der Song entwickelte sich innerhalb weniger Tage zu einem weltweiten Phänomen. Millionen Streams, Spitzenplätze in den Charts und eine enorme Präsenz in sozialen Netzwerken machten die damals 17-Jährige schlagartig zu einem der größten neuen Popstars der Welt.
Der Erfolg beruhte nicht zuletzt auf der emotionalen Direktheit des Songs. Rodrigo erzählte von Herzschmerz und Verlust auf eine Weise, die besonders bei jungen Menschen großen Anklang fand. Gleichzeitig überzeugte die Produktion mit einer Mischung aus modernem Pop und atmosphärischem Songwriting.
Das Erfolgsalbum „SOUR“
Im Mai 2021 erschien das Debütalbum SOUR. Die Platte vereinte Pop, Alternative Rock, Indie-Pop und Pop-Punk zu einem zeitgemäßen Sound. Songs wie „Deja Vu“, „Good 4 U“, „Traitor“ und „Brutal“ wurden zu internationalen Hits.
Vor allem „Good 4 U“ brachte Gitarren und Pop-Punk-Elemente zurück in die Charts und zeigte eine energiegeladene Seite der Sängerin. Kritiker lobten die Vielseitigkeit des Albums ebenso wie Rodrigos Fähigkeit, persönliche Erfahrungen in universelle Geschichten zu verwandeln.
Für SOUR erhielt sie zahlreiche Auszeichnungen. Bei den Grammy Awards 2022 gewann sie unter anderem die Preise für „Best New Artist“, „Best Pop Vocal Album“ und „Best Pop Solo Performance“.
Künstlerische Weiterentwicklung mit „GUTS“
Nach dem enormen Erfolg ihres Debüts stand Rodrigo vor der Herausforderung, die hohen Erwartungen zu erfüllen. Mit dem zweiten Album GUTS, das 2023 erschien, gelang ihr dieser Schritt eindrucksvoll.
Die Songs wirkten selbstbewusster und musikalisch abwechslungsreicher. Während Balladen weiterhin eine wichtige Rolle spielten, rückten rockige Einflüsse stärker in den Vordergrund. Die Singles „Vampire“, „Bad Idea Right?“ und „Get Him Back!“ wurden weltweit erfolgreich und zeigten eine Künstlerin, die ihren eigenen Stil weiterentwickelt hatte.
2024 erschien mit GUTS (Spilled) eine erweiterte Version des Albums, die zusätzliche Songs wie „Obsessed“ und „So American“ enthielt.
Musikalische Einflüsse und Stil
Olivia Rodrigo nennt Künstlerinnen wie Taylor Swift, Alanis Morissette, Avril Lavigne, Lorde und Fiona Apple als wichtige Einflüsse. Ihr Sound verbindet moderne Pop-Produktionen mit Elementen aus Alternative Rock, Singer-Songwriter-Pop und Pop-Punk.
Charakteristisch sind ihre persönliche Songtexte, eine klare Sprache und die Fähigkeit, alltägliche Erfahrungen in eingängige Songs zu übersetzen. Viele ihrer Stücke handeln von Beziehungen, Unsicherheiten, Selbstfindung und dem Erwachsenwerden.
Neben ihrer Musik engagiert sich Rodrigo für soziale und politische Themen. Sie setzt sich öffentlich für Frauenrechte, Bildung und die politische Beteiligung junger Menschen ein. Dabei nutzt sie ihre Reichweite immer wieder, um auf gesellschaftliche Entwicklungen aufmerksam zu machen.
Diskografie Olivia Rodrigo
Sour (2021)
Guts (2023)
You Seem Pretty Sad For A Girl So In Love (2026)
