Der Alben Veröffentlichungskalender für den Herbst 2026 ist gut gefüllt, doch anders als in manchen Jahren gibt es keinen einzelnen Blockbuster, der alle Aufmerksamkeit auf sich zieht. Stattdessen treffen etablierte Künstler auf Acts, die sich in den vergangenen Jahren kontinuierlich weiterentwickelt haben. Hier die Album Vorschau auf den Herbst.
Zu den meist erwarteten Veröffentlichungen gehört „Ride Lonesome“ von Beck. Seit Jahrzehnten gehört der US-Amerikaner zu den wenigen Künstlern, deren Alben sich kaum vorhersagen lassen. Nach längeren kreativen Pausen folgten häufig stilistische Richtungswechsel. Die ersten Singles lassen auf ein ruhiges Werk im Stil seines vielfach ausgezeichneten Albums „Morning Phase“ (2015) schließen.
Auch Bonobo zählt zu den Künstlern, deren Veröffentlichungen weit über die Elektronikszene hinaus Beachtung finden. Simon Green hat seinen Sound in den vergangenen Jahren zunehmend geöffnet und mit Stimmen aus Folk, Soul und Pop verbunden. „Distance In Static“ dürfte diesen Weg fortsetzen und gehört schon jetzt zu den wichtigsten Elektronik-Veröffentlichungen des Jahres.
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Im Gitarrenbereich richtet sich der Blick unter anderem auf M83, Editors und Bloc Party. Alle drei Bands haben ihre Sounds über die Jahre verändert, ohne ihre Identität aufzugeben. Während M83 zuletzt wieder stärker cineastische Klanglandschaften erkundeten, stehen Editors nach ihrer elektronischen Neuausrichtung erneut vor der Frage, wohin sich ihr Sound entwickelt. Bloc Party wiederum gehören zu den Bands, deren neue Alben regelmäßig Diskussionen darüber auslösen, wie sich Indie-Rock im Jahr 2026 noch weiterdenken lässt.
Im deutschsprachigen Raum dürfte vor allem das neue Album von Danger Dan für Aufmerksamkeit sorgen. Kaum ein anderer Künstler hat in den vergangenen Jahren solche Schlagzeilen als politischer Künstler und Gegner der extremen Rechten produziert wie das Mitglied der Antilopen Gang. Sein Song „Keine Angst“ liefert die Anleitung zum Widerstand gegen die Rückkehr des Faschismus in Deutschland, erzeugt aber auch heftigen Widerspruch durch seine (völlig unnötigen) Referenzen an die radikale Linke am Ende des Songs.
Im Bereich moderner Popmusik versprechen Victoria Monét, La Roux, Tove Lo und Carly Rae Jepsen interessante Akzente. Während Victoria Monét ihren Aufstieg nach dem Grammy-Erfolg weiter ausbauen will, melden sich La Roux nach langer Studiopause zurück. Tove Lo und Carly Rae Jepsen gehören ohnehin zu den Künstlerinnen, deren Alben regelmäßig über den klassischen Pop hinaus Resonanz finden.
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Auch im Indie-Bereich stehen einige vielversprechende Veröffentlichungen an. Blondshell zählt nach ihrem gefeierten Debüt zu den spannendsten Songwriterinnen ihrer Generation, Julia Jacklin veröffentlicht erstmals seit mehreren Jahren wieder ein neues Album und Slow Pulp setzen ihren Aufstieg innerhalb der US-Indie-Szene fort. Mit Boy Harsher erscheint zudem eines der meist erwarteten Alben zwischen Darkwave, Synthpop und elektronischer Clubmusik.
Mit Ezra Collective erscheint eines der derzeit spannendsten Jazz-Ensembles Großbritanniens, Bilderbuch melden sich mit einem neuen Album zurück und Protomartyr setzen ihren eigenständigen Post-Punk-Kurs fort. Auch The Mars Volta und The Ocean veröffentlichen neue Werke und zeigen, wie selbstverständlich sich im Herbst 2026 stilistisch völlig unterschiedliche Genres begegnen. Gerade diese Vielfalt macht den Release-Kalender in diesem Jahr besonders reizvoll.
Statt weniger übergroßer Veröffentlichungen bestimmt die Vielfalt das Bild. Welche davon am Ende zu den wichtigsten des Jahres zählen werden, entscheidet sich erst nach ihrem Erscheinen.
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Welche unsere aktuellen Alben des Monats sind, könnt ihr immer hier nachlesen.
