Am 29. Mai 1953 erreichten Edmund Hillary und Tenzing Norgay als erste Menschen nachweislich den Gipfel des Mount Everest. Der neue Apple-TV-Film „Tenzing“ erzählt die Geschichte dieser historischen Expedition aus der Perspektive des Sherpa-Bergsteigers.
Regisseurin Jennifer Peedom rekonstruiert die britische Expedition unter Leitung von John Hunt (Willem Dafoe), die 1953 den höchsten Berg der Erde bezwingen wollte. Während der Neuseeländer Edmund Hillary (Tom Hiddleston) später weltweit als Held gefeiert wurde, galt Tenzing Norgay (Genden Phuntsok) vielen lediglich als sein einheimischer Bergführer.
Der Film begleitet Tenzing von seiner Kindheit im Himalaya bis zum historischen Gipfelerfolg. Für ihn ist der Everest, den er unter seinem tibetischen Namen Chomolungma kennt, weit mehr als eine sportliche Herausforderung. Der Berg besitzt in Tibet eine tiefe spirituelle Bedeutung.
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„Tenzing“ ist seit dem 16. Oktober 2026 auf Apple TV zu sehen.
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Die australische Regisseurin Jennifer Peedom hat sich bereits mit Dokumentarfilmen über das Bergsteigen beschäftigt. Ihre Erfahrung zeigt sich vor allem in den spektakulären Aufnahmen des Himalaya und den eindrucksvoll inszenierten Kletterszenen. Eisige Abgründe, Schneestürme und die dünne Höhenluft machen die Gefahren der Expedition unmittelbar erfahrbar.
Dabei geht es vor allem um die gesellschaftlichen Verhältnisse der damaligen Zeit. Die britischen Expeditionsleiter behandelten die Sherpas vor allem als Helfer, obwohl diese den europäischen Bergsteigern in Erfahrung und Ortskenntnis häufig überlegen waren. Tenzing muss sich seinen Platz als gleichberechtigtes Mitglied der Expedition erst erkämpfen.

Genden Phuntsok überzeugt in der Hauptrolle mit einer zurückhaltenden Darstellung des ehrgeizigen Bergsteigers. Tom Hiddleston spielt Hillary als pragmatischen und respektvollen Partner. Willem Dafoe verkörpert den britischen Expeditionsleiter John Hunt, der auf militärische Disziplin und klare Hierarchien setzt.
Die internationale Filmkritik fällt überwiegend positiv aus, sieht allerdings auch Schwächen. Gelobt werden vor allem die authentische Inszenierung der gefährlichen Kletterpassagen. Der Film vermittle eindrucksvoll, unter welchen extremen Bedingungen die historische Expedition stattfand.

Allerdings hätte die Auseinandersetzung mit dem britischen Kolonialismus sehr viel deutlicher ausfallen können.
Die Rückblenden in Tenzings Kindheit und Privatleben bremsen zudem gelegentlich den Spannungsaufbau des Films. Dennoch gelingt Peedom ein packendes Bergsteigerdrama, das einem lange unterschätzten Pionier seinen verdienten Platz in der Geschichte gibt.

