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Reeperbahn Festival: Weimer will Förderung für Pop-Kultur erneut kürzen

Kulturpolitik nach Gutsherrenart: Kulturstaatsminister Wolfram Weimer greift schon wieder in einen kulturellen Bereich ein, der ihn persönlich nicht interessiert und kürzt den Etat des Reeperbahn-Festivals auf die Hälfte zusammen. Die Opposition ist empört.

Die geplanten Kürzungen der Bundesförderung für das Reeperbahn Festival sorgen für scharfe Kritik aus Hamburg. Nach dem Haushaltsentwurf der Bundesregierung soll das Festival laut Zeit im kommenden Jahr nur noch drei Millionen Euro erhalten. Im vergangenen Jahr lagen die Bundesmittel noch bei 6,27 Millionen Euro, für 2026 wurden sie bereits auf rund 4,5 Millionen Euro reduziert.

Chloe Slater beim Reeperbahn-Festival 2025 (Foto: Tom Heinke)
Chloe Slater beim Reeperbahn Festival 2025 (Foto: Tom Heinke)

Kulturstaatsminister Wolfram Weimer hatte die geplante Halbierung der Zuschüsse während eines Besuchs in Hamburg angekündigt. Die Entscheidung stößt bei Vertretern der Hamburger Kulturpolitik und der Musikbranche auf Widerstand. Sie sehen das Festival nicht nur als bedeutendes Kulturereignis, sondern als zentrale Plattform für die Musikwirtschaft in Deutschland und Europa.

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Hamburgs Kultursenator Carsten Brosda hofft nun auf Änderungen im parlamentarischen Verfahren. Er verwies auf die internationale Bedeutung des Reeperbahn Festivals und erklärte, man setze darauf, dass der Bundestag im Rahmen der Haushaltsberatungen eine Finanzierung beschließt, die der Rolle des Festivals als einer der wichtigsten Musikveranstaltungen weltweit gerecht werde.

Bereits in den vergangenen Jahren habe die Stadt Hamburg die sinkenden Bundesmittel mit zusätzlichen Landesgeldern ausgeglichen. Brosda machte jedoch deutlich, dass die Förderung der deutschen Musikwirtschaft nicht dauerhaft allein von Hamburg getragen werden könne. Sollten die Kürzungen wie geplant umgesetzt werden, drohe aus seiner Sicht eine spürbare Schwächung des Musikstandorts Deutschland.

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Auch der für Kreativwirtschaft zuständige Sprecher der Hamburger SPD-Fraktion, Hansjörg Schmidt, kritisierte die Pläne. Wer das Reeperbahn Festival schwäche, schade dem Musikstandort Deutschland insgesamt. Besonders kritisch sieht er die Prioritäten der Kulturpolitik des Bundes: Während die Zuschüsse für das Reeperbahn Festival weiter sinken sollen, könnten die Bundesmittel ausgerechnet für die Bayreuther Richard Wagner Festspiele, Weimers Lieblingsfestival, steigen. Diese Schwerpunktsetzung werde der Bedeutung der deutschen Musik- und Kreativwirtschaft nicht gerecht.

Das Reeperbahn Festival zählt zu den wichtigsten Branchentreffen der internationalen Musikwirtschaft. Neben einem umfangreichen Konzertprogramm bietet es Konferenzen, Netzwerkveranstaltungen und Förderprogramme für Nachwuchskünstler sowie Vertreter der Musikindustrie. Gerade diese Funktion macht das Festival zu einem wichtigen Treffpunkt für Labels, Veranstalter, Agenturen und Künstler aus aller Welt.

Auch die Initiative Musik, die sich um Künstlerstipendien und die Spielstättenförderung kümmert, muss mit einer Kürzung um 22 Prozent auf 15 Millionen Euro rechnen, was in der Zeit rasant steigender Kosten für viele das Aus bedeuten könnte.

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Ob die angekündigten Kürzungen tatsächlich in dieser Form umgesetzt werden, entscheidet sich erst im weiteren Verlauf der Haushaltsberatungen im Bundestag. Bis dahin setzt Hamburg darauf, dass die Finanzierung des Festivals noch einmal angepasst wird.