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Stefan Michalke bringt Jazz und Kammermusik zusammen

Stefan Michalke © Frank Petersen

Auf Michalke & Strings treffen Jazzquartett und klassisches Streichquartett aufeinander. Improvisation, offene Harmonien und kammermusikalische Strukturen bestimmen den Sound des Albums.

Jazzquartett trifft Streichquartett: Auf Michalke & Strings stehen Improvisation und klassische Kammermusik nicht als Gegensätze nebeneinander, sondern treten miteinander in einen musikalischen Dialog. Pianist und Komponist Stefan Michalke nutzt die ungewöhnliche Besetzung für Stücke, in denen sich offene Harmonien, zurückgenommene Passagen und improvisatorische Freiräume immer wieder neu verbinden.

Für Michalke ist die Besetzung eine Premiere. Erstmals arbeitet er in einem eigenen Projekt mit einem vollständigen Streichquartett und erweitert damit den kammermusikalischen Ansatz, der seine Musik bereits seit vielen Jahren prägt. Die Streicher übernehmen dabei keine reine Begleitfunktion, sondern sind fester Bestandteil der Kompositionen und des Ensemblesounds.

Auskomponierte Passagen und Improvisation greifen ineinander, ohne dass eine der beiden Seiten die Führung übernimmt. Gerade aus dem Zusammenspiel von Jazzband und Streichern entstehen unterschiedliche Klangfarben und Spannungen, die den Charakter des Albums bestimmen.

Michalke begann mit klassischem Klavierunterricht, bevor er sich zunehmend dem Jazz zuwandte und Jazzpiano am Conservatorium Maastricht studierte. Als Pianist, Komponist und Bandleader arbeitete er seitdem in unterschiedlichen Formationen und spielte Konzerte in Europa, Asien, Brasilien und den USA. Mehrfach war er dabei auch an der Seite der Jazzsängerin Sheila Jordan zu hören. Zu seinen musikalischen Bezugspunkten gehören Bill Evans, John Coltrane, Astor Piazzolla und Johann Sebastian Bach.

Auf Michalke & Strings spielt Michalke gemeinsam mit Frederik Köster an Trompete und Flügelhorn, David Andres am Kontrabass und Stefan Kremer am Schlagzeug. Das Streichquartett bilden Nina Leonards und Sebastian Reimann an den Violinen, Uwe Böttcher an der Viola und Veit Steinmann am Cello.

Das Album versucht dabei weniger, Jazz und Klassik zu einer einheitlichen Klangsprache zu verschmelzen. Stattdessen lässt Michalke beiden Seiten ihren eigenen Charakter. Die Beweglichkeit der improvisierten Passagen trifft auf den Klang und die kompositorischen Möglichkeiten des Streichquartetts. Michalke & Strings findet seinen Reiz vor allem in diesem Zusammenspiel.

Stefan Michalke  © Frank Petersen