ALBUM DER WOCHE – Das achtzehnte Album der amerikanischen Singer-Songwriterin Tori Amos erzählt in epischen wie elegischen 17 Songs von den Drachen unserer Zeit, die unsere Demokratie zerstören wollen.

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Auf dem Album-Cover sehen wir die Musikerin, Pianistin und Komponistin, deren Schatten Drachenflügel werfen und deren erstaunliche Karriere nun schon seit 36 Jahren besteht.
Auch auf ihrem neuesten Werk zeigt sich Tori Amos unerbittlich und kompromisslos, denn in „Times Of Dragons“ entwirft sie nichts weniger als ein orchestrales Protest-Opus, indem sie keltische Götter oder Echsendämonen beschwört und in einer Allegorie die metaphorische Geschichte über den Kampf der Demokratie gegen die Tyrannei in musikalische Bilder übersetzt.
Überraschend und überwältigend ist dabei die Vielfältigkeit der 17 Tracks, die intensiv und facettenreich sowohl persönlich als auch politisch sind.
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Der Opener „Shush“ entwickelt sich zum dunklen hypnotischen Sog, der die Dramatik der Thematik vorwegnimmt. Und die weiteren Songs variieren zwischen epischen und elegischem Sound, sind getragen von Synth-, Pianos- und Pop-Strukturen, die mal mit funky, jazzy oder bluesy Atmosphäre daher kommen.
Im Titelsong, „Gasoline Girls“ oder in „St Teresa“ umschmeichelt ihre Stimme mal geheimnisvoll wie Kate Bush oder rauchig Stevie Nicks die heraufbeschworenen mythischen Drachenwesen.
Wendungsreich, wildwuchernd und unerwartet entfalten sich die verwunschenen wie verdichteten Songs zu einem organischen Konzept-Album, das die Fans in Amos Drachenhöhle lockt und zu verzaubern vermag.
Biografie Tori Amos
1963 als Myra Ellen Amos in North Carolina geboren, blickt Tori Amos mittlerweile auf eine beeindruckende Karriere zurück, die 1988 mit dem Debüt-Album „Y Kant Tori Read“ begann.
Zunächst als eine Art neue Joan Jett oder Pat Benatar vermarktet, hatte die Musik auf ihrem Erstling wenig mit ihrem späteren lyrischen, poetischen, politischen und feministischen Singer-Songwriter-Sound gemeinsam, der typischerweise live von ihr am Piano begleitet vorgetragen wird.
Der Song „Me and a Gun“, die musikalische Verarbeitung ihrer eigenen Vergewaltigung war schließlich im Jahr 1991 eine schlichte A-cappella-Aufnahme ohne jegliche Instrumentalbegleitung, wurde ihr erster Charterfolg, der unter dem Namen Tori Amos lief.
Das Album „Under The Pink“ von 1994, war dann ein kommerziellen wie KritikerInnen-Erfolg und hatte mit ihrem vielleicht bis heute bekanntesten Song „Cornflake Girl“ einen Top-Ten-Hit in Großbritannien.
Es folgten weitere Alben und auch viele Soundtracks dieser Pionierin auf den verschiedensten Plattformen. Amos ist eine Multiplatin-Sängerin, Songwriterin, Pianistin und Komponistin, die für einen Grammy für den Soundtrack ihres New York Times-Bestseller-Kinderbuchs „Tori And The Muses“ von 2025 nominiert wurde.
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2026 erscheint mit „In Times Of Dragons” das achtzehnte Album von Tori Amos.
Diskografie Tori Amos
1988: Y Kant Tori Read
1992: Little Earthquakes
1994: Under the Pink
1996: Boys for Pele
1998: From the Choirgirl Hotel
1999: To Venus and Back
2001: Strange Little Girls
2002: Scarlet’s Walk
2005: The Beekeeper
2007: American Doll Posse
2009: Abnormally Attracted to Sin
2009: Midwinter Graces
2011: Night of Hunters
2012: Gold Dust
2014: Unrepentant Geraldines
2017: Native Invader
2021: Ocean to Ocean
2026: In Times Of Dragons
