Am 25. September meldet 7ebra sich mit ihrem zweiten Album „How to Land a Plane“ zurück; diesmal offener und ehrlicher als alles zuvor.
In dem neuen Album beschäftigen sich die Zwillingsschwestern Inez und Ella Johansson mit der Frage, wie man eigentlich erwachsen werden soll, wenn es dafür keine Anleitung gibt. Wer man ist, was man will und wo man längst sein sollte, bleibt dabei genauso unklar wie die Frage, welche Knöpfe man drücken muss, damit das eigene Leben nicht abstürzt.
Dieses Gefühl zieht sich als roter Faden durch das zweite Album des Malmöer Duos. Es geht um Unsicherheiten, Frustrationen, Scham und die kleinen Peinlichkeiten dieser Lebensphase, aber auch um den Versuch, trotz allem weiterzumachen. „It’s about feeling a bit messy, and not getting it right. Having a struggle just existing with yourself“, beschreibt Inez die Platte. Musikalisch begegnen 7ebra diesen Themen allerdings nicht nur mit Schwermut. Im Vergleich zum eher verhüllten Debüt „Bird Hour“ klingt „How to Land a Plane“ deutlich offener und extrovertierter: wabernde Synthesizer, treibende Drums und eingängige Hooks treffen auf Texte, deren Dunkelheit durch eine subtile, augenzwinkernde Ironie gebrochen wird.
Produziert wurde das Album von Jens Lindgård im Gula Studio in Malmö. Lindgård wurde über Tore Johansson, Produzent des 7ebra-Debüts und bekannt für seine Arbeit mit The Cardigans und Franz Ferdinand, zum wichtigen Partner des Duos. Er ermutigte die Schwestern, sich beim Schreiben weniger Gedanken über die spätere Live-Umsetzung zu machen und stattdessen den Möglichkeiten des Studios zu folgen. So verschmelzen auf dem Album Stimmen und Instrumente immer wieder miteinander, während Gitarre, Keys und Drumcomputer die Führung wechseln.
Thematisch richten 7ebra den Blick auch auf die Zumutungen des modernen Erwachsenenlebens. Der Einfluss des Spätkapitalismus ist dabei unübersehbar. „I Have To Buy Stuff“ handelt von der Erschöpfung durch Konsum und dem absurden Wunsch, trotzdem weiter zu konsumieren, während „Bored Like A Dog“ sich um die Monotonie stumpfer Arbeit dreht.
Wie gut die Schwestern schwere Gefühle hinter euphorischer Instrumentalisierung verstecken zeigen die bereits veröffentlichten Singles „Dinner and a Movie“ und „Normal Song“. Aus einer von The xx inspirierten Gitarrenlinie entwickelt sich in ersterem ein kompakter Indie-Pop-Song, dessen vermeintlich romantischer Refrain tatsächlich von Scham und Reue nach einer ausgelassenen Nacht erzählt. Ähnlich wirkend klingt der Track „Normal Song“ zunächst unbeschwert, während sich dahinter der Wunsch nach Orientierung und einem Ort zum Weinen verbirgt. „Magical Thinking“ setzt dagegen auf benommene Synthesizer, luftigen Gesang und synkopierte Beats und kreist um den menschlichen Wunsch, Kontrolle über Dinge zu erlangen, die sich nicht kontrollieren lassen.
Mit ihrem Debüt „Bird Hour“ sorgten 7ebra 2023 international für Aufmerksamkeit bei Medien wie Pitchfork, DIY, Clash und The Sunday Times. Es folgten Tourneen durch Großbritannien, die USA und Japan sowie Auftritte bei End of the Road, SXSW, The Great Escape und Sziget und Support-Shows für Arab Strap, Future Islands, The Dandy Warhols, Teleman und Paolo Nutini.
„How to Land a Plane“ ist nun der nächste Schritt: zwölf Songs über das Erwachsenwerden in einer Welt, die selten übersichtlich oder freundlich wirkt. Dunkel im Kern, aber unbekümmert an der Oberfläche, erzählen 7ebra von Kontrollverlust, Konsum, Scham, Arbeit und Identität – und davon, wie man irgendwie weitermacht, auch wenn niemand erklärt hat, wie die Landung funktioniert.
