Auf ihrem achten Studioalbum verbindet die Berliner Band MiA. ihren vertrauten Mix aus elektronischem Pop und Rock mit Fragen nach Identität, Veränderung und dem Glück im Alltag.
Fast 30 Jahre nach ihrer Gründung gehören MiA. längst zum festen Inventar der deutschen Popgeschichte. Was einst als provokante Berliner Elektropunk-Band begann, entwickelte sich zu einer der erfolgreichsten deutschsprachigen Popbands der Nullerjahre. Songs wie „Tanz der Moleküle“ und „Fallschirm“ wurden zu Hits einer Generation. Mit ihrem achten Studioalbum „Euphorie & Alltag“, das am 9. Oktober 2026 auf dem bandeigenen Label EENEMEENE Records erschienen ist, knüpfen Mieze Katz und ihre Band nun an ihre musikalische Geschichte an.
Sechs Jahre sind seit der letzten Veröffentlichung vergangen. Eine Zeit, in der die Coronapandemie das öffentliche Leben und damit auch die Konzertkultur über längere Zeit zum Stillstand brachte. Mit der Vorabsingle „LOS“ kündigten MiA. bereits Ende März ihre Rückkehr an. Der Song entstand im euphorischen Gefühl der wiedergewonnenen Freiheit nach den Lockdowns und bringt jene Aufbruchsstimmung zum Ausdruck, die sich durch das gesamte Album zieht.
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Musikalisch bleiben MiA. ihrem charakteristischen Sound treu. Elektronische Beats treffen auf Rockelemente, prägnante Texte und die expressive Stimme von Mieze Katz. Die zwölf Songs beschäftigen sich mit Sehnsüchten, Beziehungen, Selbstzweifeln und der Frage, wie sich persönliche Freiheit im Alltag behaupten lässt. Dabei geht es immer wieder um die eigene Identität und darum, wie Menschen mit Veränderungen umgehen. Denn bei aller Lust auf Bewegung und große Gefühle geht es auf „Euphorie & Alltag“ vor allem um Unsicherheiten, innere Widersprüche und die Suche nach dem eigenen Platz in einer sich stark verändernden Welt.
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MiA. erlauben sich weiterhin den emotionalen Überschwang, der ihre Musik seit den Anfangsjahren prägt. Gleichzeitig bekommt die Euphorie durch die Erfahrungen der vergangenen Jahre eine andere Bedeutung. Sie erscheint weniger selbstverständlich und wird zu etwas, das bewusst gesucht und verteidigt werden muss.
Dass die Band nach fast drei Jahrzehnten weiterhin gemeinsam Musik macht und sich dabei nicht von außen reinreden lässt, hat auch mit ihrem Verständnis von Musik als verbindender Kraft zu tun. Im Interview mit Tonspion erklärte Mieze, dass sie bereits als Kind im Chor das gemeinsame Musizieren als besondere Form menschlicher Verbindung erlebt habe. Dieses Gefühl sei bis heute der Kern ihrer Arbeit.
Auch Gunnar sieht Musik als Möglichkeit, persönliche Erfahrungen zu verarbeiten. Das gemeinsame Songwriting und die Konzerte seien eine Art Ausweg aus den Belastungen des Alltags. Im besten Fall entstehe daraus ein Soundtrack, der auch andere Menschen durch ihr Leben begleitet.
Anfang 2027 bringen MiA. die neuen Songs auch auf die Bühne.
Foto: Andreas Budtke

