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Baby Smith: Psychedelischer Dream Pop aus Berlin

Das Duo Baby Smith veröffentlicht ein beeindruckend rundes, eingängiges Debütalbum zwischen Psychedelic Pop, Dream Pop und Indie und dürfte damit nicht lange ein Geheimtipp bleiben.

Ray Sonder und Saxon Gable wuchsen unabhängig voneinander in kleinen Küstenorten Australiens auf, geprägt von Eltern, die zwischen Hippie-Kultur und Rockmusik lebten. Mit den Beatles und Nirvana als musikalischem Fundament brachten sie sich ihre Instrumente selbst bei, bevor beide nahezu zeitgleich nach Berlin zogen. Dort lernten sie sich kennen, wurden ein Paar und gründeten schließlich Baby Smith.

Mit ihrem Debütalbum „Lately, Love Is Dead“ erzählt das Duo allerdings keine romantische Liebesgeschichte. Stattdessen widmen sich die zehn Songs den Brüchen des modernen Lebens. Beziehungen, Verlust, Selbstzweifel, Sucht und der Druck einer digitalen Gesellschaft ziehen sich wie ein roter Faden durch das Album. Der Kontrast zwischen diesen Themen und der warmen, sonnendurchfluteten Musik macht den besonderen Reiz der Platte aus.

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Harmonische Gesänge, flirrende Synthesizer und melodische Gitarren erinnern stellenweise an Tame Impala, während die Liebe zu den psychedelischen Beatles ebenso durchscheint wie der spielerische Einsatz ungewöhnlicher Instrumente. Flöten, Streicher oder sogar Tuba tauchen immer wieder auf und verleihen den Songs zusätzliche Farben, ohne überladen zu wirken.

Bereits der Opener „Adored“ zeigt diese Ambivalenz. Auf eingängige Melodien und entspannte Grooves treffen Zeilen über emotionale Abhängigkeit, Selbstachtung und den vergeblichen Versuch, Schmerz mit Drogen zu betäuben. Auch „Limoncello River“ verbindet verträumte Klanglandschaften mit surrealen Bildern. Obwohl der Song von einer schweren Lebensphase eines Freundes inspiriert wurde, bleibt seine Bedeutung bewusst offen und entfaltet sich eher über Atmosphäre als über eine lineare Erzählung.

Immer wieder arbeiten Baby Smith mit Gegensätzen. „Walkie Talkie“ verbindet schwebende Harmonien mit Momenten musikalischer Unruhe, während „Golden“ zunächst wie eine Hymne auf das Glück wirkt, bevor Zweifel und Vergänglichkeit Einzug halten. Stilprägend ist der ruhige Gesang, der ätherisch über der Musik schwebt, selbst wenn die Texte von Krisen oder inneren Konflikten erzählen.

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Zu den stärksten Momenten gehört der Titelsong „Lately, Love Is Dead“. Hier richtet sich der Blick auf Schönheitsideale und den permanenten gesellschaftlichen Druck, sich selbst optimieren zu müssen. Besonders eindringlich wirkt das Stück, wenn die Produktion fast vollständig zurückgenommen wird und nur noch Cello und Gesang übrig bleiben. Die Sehnsucht, jemand anderes sein zu wollen, steht im Zentrum eines Songs, der weit über klassische Liebesgeschichten hinausgeht.

Auch im weiteren Verlauf überzeugt das Album durch seine Detailverliebtheit. „Take It Or Leave It“ entwickelt aus schimmernden Synthesizern und Gitarren eine mitreißende Dynamik, während „Don’t Look Down“ mit einem Hauch Bossa Nova und sanften Softrock-Harmonien überrascht. Trotz der oft melancholischen Themen verliert die Musik nie ihre Leichtigkeit.

Dabei nimmt sich das Duo auch selbst nicht zu ernst. Schon der augenzwinkernde Titel „Have I Lost Myself Or Sense Of Melody“ zeigt Humor, obwohl gerade eingängige Melodien zu den größten Stärken des Albums gehören. Das abschließende „Goodnight Baby“ klingt wie ein leiser Ausklang und lässt mit seiner Sehnsucht nach einem Neuanfang das Album offen ausklingen.

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„Lately, Love Is Dead“ wirkt erstaunlich geschlossen und reif für ein Debütalbum. Baby Smith präsentieren einen bereits klar definierten Sound, der psychedelischen Pop mit Dream Pop und Indie verbindet und dabei melancholische Texte hinter einer warmen, fast schwerelosen Klangkulisse versteckt. Die meisten Songs bleiben kompakt und verzichten auf unnötige Umwege, ohne dabei an Tiefe zu verlieren. Ein vielversprechender Einstand, der neugierig macht, wohin sich das Duo als Nächstes entwickeln wird.