An einem der wohl schönsten Konzertorte Berlins trotzen Limp Bizkit und ihre Fans gestern kollektiv der drückenden Sommerhitze. Ein Abend, der sich mit all seinen Zutaten eher wie ein kollektiver Ausnahmezustand als routinierte Rockshow anfühlt. Aber der Reihe nach.

Die US-amerikanische Musikerin DeathbyRomy eröffnet den Abend, das Metalprojekt Igorrr des Franzosen Gautier Serre überrascht im Anschluss mit einer explosiven Mischung aus Metal, Breakcore und Operngesang. Zwei sind weg, fehlt nur noch der Hauptact.

Jetzt übernehmen Fred Durst und seine Band die Bühne. Frenetisch abgefeiert von der ersten bis zur letzten Reihe ist schnell klar, dass hier heute Abend nicht einfach nur eine Setlist abgearbeitet wird. Der direkte Kontakt zum Publikum scheint Fred Durst schon auf der ganzen Tour wichtig zu sein – so auch hier und heute. Mitunter überlässt er der Menge ganze Gesangspassagen und lässt die Energie fast greifbar in beide Richtungen fließen. Dabei ist es Wes Borland, der mit einem bizarren Bühnenkostüm und unverwechselbaren Gitarrenspiel den markantesten Akzent des Abends setzt. Das macht Spaß, die Menge will mehr – und bekommt es!

Mit „Rollin’“, „My Generation“, „Nookie“, „Take a Look Around“ und dem unvermeidlichen „Break Stuff“ bleiben nur wenig Wünsche offen. Trotz Hitze und Staub mutiert die Wuhlheide alsbald bis zu den oberen Rängen zu einem einzig-großen Fan-Chor. Dazu passend gibt es die Texte in bestem Karaoke-Style hinter der Band auf großer LED-Leinwand zu sehen. Hat man am Einlass noch den Eindruck, auch die Gäste sind etwas in die Jahre gekommen, zeichnen die zahlreichen entstehenden Moshpits ein eher jung gebliebenes Bild. Schnellen hier Fäuste in die Höhe, fliegt da das ein oder andere Bier in Richtung Bühne. Geschenkt. Selbst die Hitze scheint niemanden zu bremsen. Limp Bizkit geben mit ihren Nuller-Hymnen die Richtung vor, den Rest übernimmt das Publikum.
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Klar ist: über 25 Jahre nach ihrem Durchbruch müssen Limp Bizkit niemandem mehr etwas beweisen. Ob das jetzt Nostalgie oder Zeitlosigkeit ist, bleibt ein Thema für Nerds und Kritik. An diesem tropischen Abend in der Berliner Wuhlheide scheinen sich alle einig: „Keep on rollin’, baby.“

Limp Bizkit Setlist: Wuhlheide Berlin, 24.06.2026
- Show Me What You Got
- Out of Style
- Just Like This
- Break Stuff
- Hot Dog
- 9 Teen 90 Nine
- My Generation
- Livin’ It Up
- Stuck
- My Way
- Re-Arranged
- Rollin’ (Air Raid Vehicle)
- Nookie
- Full Nelson
- Behind Blue Eyes (The Who Cover)
- Take a Look Around
- Break Stuff (Reprise/Finale)
