Mit “On My Mind” veröffentlicht der Berliner Multiinstrumentalist und Produzent WERANI am 29. Mai 2026 eine Single, die tief im nostalgischen Synth-Pop verwurzelt ist und gleichzeitig klar auf den Dancefloor zielt. Hinter dem Projekt steckt Marius Werani, der sich mit seinem Soloansatz zunehmend von klassischen Indie-Pop-Strukturen entfernt und stattdessen auf eine deutlich atmosphärischere, cluborientierte Klangsprache setzt.
Schon nach wenigen Sekunden wird klar, worauf WERANI hinauswill: schimmernde 80s-Synthesizer, treibende Live-Drums und eine Produktion, die weniger auf Effekte als auf Stimmung baut. “On My Mind” bewegt sich dabei zwischen verträumter Melancholie und euphorischer Aufbruchsstimmung. Gerade diese Balance macht den Song interessant – er klingt gleichermaßen intim wie großflächig, nostalgisch und doch erstaunlich zeitlos.

Thematisch kreisen die englischsprachigen Songs von WERANI um Sehnsucht, Veränderung und das Spannungsfeld zwischen Licht und Schatten. Auch “On My Mind” folgt dieser Linie: Im Zentrum steht die emotionale Überforderung einer frischen Sommerromanze – zwischen Hoffnung, Unsicherheit und dem Wunsch nach echter Verbindung. Die mantraartigen Vocal-Hooks verstärken dieses Gefühl zusätzlich und verleihen dem Track eine fast hypnotische Dynamik.
Dass der Sound dabei so organisch wirkt, liegt auch an der Instrumentierung. Statt rein digitaler Clubästhetik setzt WERANI auf Live-Drums, Vintage-Synthesizer und spürbar handgemachte Arrangements. Besonders die Drums von Simon Popp, der unter anderem bereits mit Roosevelt gearbeitet hat, geben dem Song eine körperliche Energie, die viele aktuelle Synth-Pop-Produktionen vermissen lassen.
Interessant ist auch der Hintergrund des Projekts. Noch 2022 war Marius Werani Sänger und Gitarrist der Indie-Pop-Band King Pigeon, deren Songs in Spotify-Playlists wie “Feelgood Indie” oder “Fresh Finds GSA” auftauchten. Trotz dieser frühen Aufmerksamkeit zog er einen radikalen Neustart vor: Ausstieg aus der Band, Umzug nach Berlin, Trennung vom Corporate-Job – und schließlich die Entstehung von WERANI als eigenständige Künstlerfigur. Seine erste Single “Nostalgia” erreichte daraufhin in Eigenregie über 120.000 Streams und markierte den Beginn einer musikalischen Neuausrichtung, die sich zwischen Berlin und New York weiterentwickelte.
Diese Einflüsse hört man “On My Mind” deutlich an. Der Song verbindet die Wärme klassischer 70er- und 80er-Jahre-Sounds mit moderner Dance-Produktion und schafft daraus eine immersive Klangwelt, die eher auf Atmosphäre als auf offensichtliche Hooks setzt. Dabei wirkt nichts kalkuliert retro, sondern eher wie der Versuch, bekannte Klangfarben emotional neu aufzuladen.
“On My Mind” fühlt sich deshalb weniger wie ein einzelner Popsong an als wie der Auftakt zu einer größeren ästhetischen Idee. Wenn die kommenden Veröffentlichungen diesen Weg konsequent weitergehen, könnte WERANI in der deutschen Indie- und Synth-Pop-Landschaft schnell eine eigene Nische besetzen – irgendwo zwischen introspektivem Bedroom-Pop, nostalgischem Clubsound und emotionalem Live-Feeling.