Die Hamburger Newcomerin Lina-Mariah hat Anfang Juli ihr Debütalbum „I Feel Like Shit And It’s All Your Fault“ veröffentlicht und ihren energiegeladenen Pop-Punk-Sound erstmals in voller Länge eingeführt. Sie vereint in ihren Songs die unerschütterliche Coolness einer Billie Eilish, mit dem Punk-Vibe Avril Lavignes und paart den lakonischen Wortwitz von Wet Leg mit der melancholischen Songwriter-Schwere von Phoebe Bridgers und dem Pop-Appeal Olivia Rodrigos – alles kombiniert mit einer ordentlichen Portion Eindringlichkeit und Grunge- und Riot-Grrrl-Authentizität.
Wir haben Lina-Mariah kurz nach ihrer Albumveröffentlichung zum Interview getroffen!
1. Was ist der erste Song, an den du dich erinnerst?
Wahrscheinlich irgendein Kindersong aus der Schule. Ich weiß nicht mehr welcher, aber ich weiß noch, wie sich das angefühlt hat, wenn plötzlich alle zusammen gesungen haben. Es war teilweise gruselig, wie mich das berührt hat..
2. Was war die erste Platte, die du dir selbst gekauft hast?
Eine Best-of-Platte von R.E.M. :) Klingt ein bisschen wie Schummeln, ich weiß. Aber ich wollte einfach ein Stück von einer Band mit nach Hause nehmen, die mich schon lange begleitet hat.
3. Was war dein erstes Konzert als Besucher?
Ich stand ganz vorne und hab mir mich selbst da oben vorgestellt. Ich habe sogar überlegt, wann das Konfetti kommen würde und wie ich meine Show machen würde. Ich glaube, das Konzert war vorbei, bevor mein Kopf überhaupt wieder unten angekommen ist.
4. Wie bist du zur Musik gekommen?
Als ich mit 16 zu Hause raus musste, stand ich vor der Entscheidung ob ich mir eine Chance gebe. Ich habe mich für das Risiko entschieden. Und seitdem gibt’s keinen Weg zurück. Das ist das beste Gefühl der Welt!
5. Wie machst du Musik?
Ich hab irgendwie immer Situationen in meinem Leben und/ oder Gefühle, die mich stark beeinflussen. Meistens sind die nicht besonders schön. Aber sie müssen raus. Und manchmal verlieb ich mich einfach in ein Gitarrenriff, was mein Produzent& Songwriting Partner Jakob spielt? Weil wer ist das sonst? spielt und schrei dann alles raus, was mir in den Kopf kommt.
6. Warum machst du Musik?
Weil ich nicht anders kann.
7. Welche Künstler haben dich am meisten geprägt? Mit wem würdest du gerne einmal zusammenarbeiten?
Die Künstler, die Musik nicht nur geschrieben, sondern (für mich) verändert haben. Weil Zeitreisen bestimmt nicht erlaubt ist, würde ich gerne einen Song mit Michael Stipe schreiben oder ein Feature mit MCR machen! Wenn ich komplett ehrlich bin, wäre auf meiner Liste aber auch noch ein Duett Auftritt mit Johnny Cash, wo wir zusammen Ring of Fire singen :)
8. Was möchtest du mit deiner Musik erreichen?
Wenn mir gesagt wird “Dein Song bringt mich durch eine beschissene Zeit” oder „Ich fühle mich durch die Songs gesehen“ dann ist das wahrscheinlich mehr wert als jede Chartplatzierung. Alles andere wäre unfassbar verrückt – aber eigentlich ist es das eh schon :)
9. Welches ist dein bester Song bisher?
Immer der nächste. Alles andere würde glaub ich bedeuten, dass ich aufgehört habe besser werden zu wollen
10. Woran arbeitest du gerade? Was kommt als Nächstes?
Daran den Album Release ein bisschen zu genießen. Und jetzt in London an den Songs, wegen denen ich in zwei Jahren hoffentlich denke: “Wie konnte ich glauben, dass die alten schon gut waren?” :)
