Nach dem Oscar-Erfolg von „Oppenheimer“ widmet sich Christopher Nolan einem Stoff, der bereits in der Schule sein Interesse am Erzählen geweckt hat. Mit „Die Odysee“ bringt er Homers antikes Epos als groß angelegtes Fantasy-Action-Drama im IMAX-Format ins Kino und im November auch ins Heimkino.
Nach einem weltweiten Einspielergebnis von bisher über 1,7 Milliarden US-Dollar bringt Universal Pictures Christopher Nolans Monumentalwerk am 18. November 2026 für das Heimkino heraus.
Die Veröffentlichung umfasst digitale Kaufplattformen sowie 4K Ultra HD (mit HDR), Blu-ray (FSK 12, jeweils 172 Minuten Laufzeit) und DVD (165 Minuten). Ein Starttermin bei regulären Streaming-Abonnements wie Netflix oder Prime Video steht derzeit noch aus.
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Die physischen und digitalen Editionen bieten über 90 Minuten Bonusmaterial. Das Herzstück bildet eine zwölfteilige Dokumentation über die Entstehung des Films – von den Schlachtszenen in Marokko und den Bauten auf Favignana bis hin zur Konstruktion des Trojanischen Pferds.
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Abgerundet wird die Ausstattung durch einen exklusiven IMAX-Prolog, Einblicke in Schnitt und Postproduktion mit Christopher Nolan sowie das Musikvideo zum Song „When I’m Home“ von Ludwig Göransson, James Blake und Travis Scott.
Die internationale Filmkritik nahm Christopher Nolans Die Odyssee nahezu einhellig als visuelles und technisches Meisterwerk auf und war das Kino-Highlight des Jahres 2026, wenn auch nicht ganz unumstritten.
Die Handlung
Odysseus, König von Ithaka, tritt nach dem Trojanischen Krieg, den er durch eine List gewann, seinen langen und gefährlichen Weg nach Hause an, wo Frau Penelope (Anne Hathaway) und sein Sohn Telemachos (Tom Holland) acht Jahre lang auf ihn warten.
Während viele Verfilmungen die Abenteuer des Odysseus in den Mittelpunkt stellen, erzählt Nolan die Geschichte aus mehreren Perspektiven. Parallel zu Odysseus‘ Irrfahrt verfolgt der Film das Schicksal der Menschen, die auf seine Rückkehr warten. Penelope muss den Machtkampf um den Thron von Ithaka über Jahre hinweg hinauszögern, während Telemachos nach Antworten über das Schicksal seines Vaters sucht.
Auch die Ereignisse nach dem Fall Trojas und ihre Folgen für Sieger wie Besiegte erhalten mehr Raum als in früheren Adaptionen. Die Begegnungen mit Göttern, mythischen Wesen und übernatürlichen Kräften bleiben zwar zentrale Bestandteile der Handlung, dienen jedoch nicht allein als spektakuläre Hindernisse auf der Reise, sondern prägen die Entwicklung der Figuren und die Auseinandersetzung mit den Folgen des Krieges. Dieser konnte nur durch den Bruch mit dem Gesetz von Zeus gewonnen werden, ein Zivilisationsbruch, der die Welt anschließend ins Chaos stürzte.
Unnötiges Staraufgebot für einen antiken Mythos
Neben Damon, Hathaway und Holland versammelt Nolan ein Ensemble, das sich wie ein Querschnitt durch das aktuelle Hollywood liest – und das ist das größte Problem des Films. Robert Pattinson spielt Antinoos als fiesen Bösewicht, Lupita Nyong’o übernimmt eine Doppelrolle als Helena von Troja und Klytämnestra und kommt im Film aber kaum vor. Zendaya ist als Göttin Athene zu sehen, die Odysseus auf seiner Reise unterstützt, Charlize Theron verkörpert die Nymphe Kalypso und sieht dabei aus, wie aus einem Modekatalog entsprungen.
Dieses unnötige Schaulaufen der ersten Liga der Hollywood-Stars trägt dazu bei, dass man als Zuschauer immer wieder an andere Filme erinnert wird. Es wäre überhaupt nicht notwendig gewesen, so viele omnipräsente und dadurch abgenutzte Gesichter zu besetzen, um die Menschen ins Kino zu locken. Niemand schaut sich „Die Odysee“ wegen Tom Holland, Zendaya oder Anne Hathaway an, die im Film allesamt eher blasse Nebenfiguren bleiben und dieses Jahr auch schon in anderen Blockbustern zu sehen waren.
Bei der Besetzung folgt Nolan der gängigen Hollywood-Logik, statt wie Peter Jackson bei „Herr der Ringe“ noch weitgehend unverbrauchte Schauspieler zu besetzen und seinen Rollen damit einen eigenen Stempel aufzudrücken. Einige Stationen, wie Odysseus mit Kalypso, wirken uninspiriert, als habe man nicht viel Zeit gehabt und nebenbei abgedreht. Auch der eigentliche Wendepunkt der Odysee im Land der Lästrygonen, wo riesige Menschenfresser den Großteil der Crew töten, wird nur als weitere Schlacht inszeniert.
Nolan beschreibt nur seinen Helden Odysseus als komplexe Figur, der den Tabubruch von Troja, mit seiner Irrfahrt teuer bezahlen muss. Besonders interessierte ihn die Vielschichtigkeit des gebrochenen Helden, wie sie in neueren Übersetzungen der „Odyssee“ herausgearbeitet wird. Für die Titelrolle absolvierte Damon ein intensives Trainingsprogramm, um eine wuchtige, kampferprobte Physis zu verkörpern. Auf künstliche Bärte wurde bewusst verzichtet, um eine möglichst physische Präsenz vor der Kamera zu erreichen.
Realismus statt reiner Mythologie
Obwohl „Die Odysee“ von Göttern, Ungeheuern und magischen Inseln erzählt, verfolgt Nolan einen vergleichsweise nüchternen Ansatz: Übernatürliche Ereignisse werden nicht als spektakuläre Effekte inszeniert, sondern häufig als Naturphänomene oder subjektive Wahrnehmungen interpretiert, die in der antiken Welt als göttlich galten. Dieser Zugriff verbindet das Fantastische mit einer greifbaren Realität, wie man sie aus früheren Filmen des Regisseurs kennt. Gleichzeitig versteht Nolan die Irrfahrt auch als innere Reise eines Kriegsheimkehrers, der sich den Folgen von Gewalt und Verlust stellen muss.
Dreharbeiten rund um den Globus
Mit einem geschätzten Budget von rund 250 Millionen US-Dollar ist „Die Odysee“ Nolans bislang teuerste Produktion. Gedreht wurde von Februar bis August 2025 in Marokko, Griechenland, Italien, Schottland, Island, der Westsahara und Malta, ergänzt durch Studioaufnahmen in Los Angeles.
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Die Produktion setzte stark auf reale Schauplätze. Küstenlandschaften, schwarze Strände und historische Ruinen bilden den Rahmen für Odysseus’ Irrfahrten. Für Seeszenen wurde ein modernes Wikingerschiff genutzt, das als antikes Kriegsschiff diente. Die Kamera ist immer auf Augenhöhe mit den Protagonisten, was dazu führt, dass CGI sehr sparsam eingesetzt werden muss. Nolan betonte wiederholt, wie wichtig ihm die physische Erfahrung von Wind, Wasser und wechselnden Wetterbedingungen für die Glaubwürdigkeit der Geschichte sei.
Die Dramatik des Films entsteht vor allem aus der Kombination von Bild und Sound, der vor allem in den Kampfszenen im Kino an vielen Stellen zu laut und überwältigend ist. Hier hat Nolan mit der Axt gearbeitet statt mit dem Messer. Der Film soll die Zuschauer um jeden Preis überwältigen und so kommt man am Ende leicht gerädert, aber auch erleichtert aus dem Kino.
Großes Kino als Ereignis
Christopher Nolan hat „Die Odysee“ erstmals mit IMAX-70mm-Filmkameras gedreht und empfiehlt ausdrücklich die Vorführung in IMAX 70 mm, ein Format, das es in Deutschland allerdings gar nicht gibt. Gegenüber einer normalen IMAX-Digitalprojektion bietet das analoge 70-mm-Format eine deutlich höhere Bildauflösung, während die digitalen IMAX Projektoren eine erheblich größere Bildhöhe zulassen.
Vor allem Landschaftsaufnahmen, Seeszenen und Massenszenen profitieren davon, allerdings spielt das spätestens im Kino keine Rolle mehr: „Die Odysee“ ist auch auf einer normalen Kino-Leinwand großes, wenn auch teilweise massiv überfachtetes Kino, das sich durch den sparsamen Einsatz von CGI und den vollständigen Verzicht von KI positiv von herkömmlichen Blockbuster-Filmen abhebt und vor allem für seine fantastische technische Umsetzung zweifellos zahlreiche Oscars einstreichen wird.

