ALBUM DER WOCHE: Spaß, Sex, Selbstbestimmung – Robyns neuntes Album sprüht vor Lebensfreude und Lust am Sexistentialismus: Ihre Philosophie, mit pulsierendem Dance-Pop und euphorischem Electro unterfüttert, befreit und beflügelt.

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Es ist nicht nur Robyns erste Veröffentlichung seit sieben Jahren, sondern auch ein weiteres Beispiel für ihre konsequente Arbeitsweise. Statt regelmäßig neue Musik zu veröffentlichen, zieht sie sich zurück, beobachtet, entwickelt Ideen und kehrt erst dann zurück, wenn sie wirklich etwas zu sagen hat. Diese Haltung hat ihr über die Jahre eine besondere Stellung im Pop eingebracht, jenseits von Trends und Erwartungshaltungen.
Robin Miriam Carlsson aka Robyn hat damit eine erstaunliche nun schon 30 Jahre andauernde Karriere hinter sich, gespickt mit fünf Grammy-Nominierungen, Millionen Streaming-Abrufen und mittlerweile ikonisch gewordenen Hits wie „Dancing On My Own“, „Call Your Girlfriend“, „Hang With Me“ und dem Nummer-Eins-Song „With Every Heartbeat“. Und auf dem neuen Album hat sie wirklich etwas zu sagen.
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Plus gesellen sich dazu weitere existentielle Tracks zu den Robyn-Rubinen: „Dopamine“ beispielsweise, das mit seinem charakteristischen Synth-Pop euphorisch die Sehnsucht und Suche nach dem Glück auf der Tanzfläche befeuert. Mit Robot-Vocals und Moroder-Drive unterfüttert, singt sie darin wissend “maybe it’s just dopamine, but it feels so real to me“.
Ein cleverer Take, der die Doppelbödigkeit bei unseren Gefühlen beleuchtet – gleichzeitig ein Grundthema des Albums: die existentiellen Emotionen mit all ihren Hochs und Tiefs, manchmal gleichzeitig in uns ablaufend, auszuhalten.
Robyn bricht mit diesem euphorisch rauschhaften Dance-Album den Kontrollimpuls auf, alles rationalisieren zu wollen. Das Leben ist „Sexistential“, so eben Robyns Philosophie zum Sexistentialismus – im Titelsong trifft diese sexpositive Attitüde samt High-Energy-Vibes und Hyperpop-Sounds auf (die Teaches von) Peaches, die in ihrem Werk ebenfalls mit vibrierenden Lyrics und pulsierendem Sound die maximale Freiheit feiert.
Explizite Lyrics inklusive, so singt sie unverblümt „my body’s a spaceship, with the ovaries on hyperdrive.“ („Mein Körper ist ein Raumschiff, dessen Eierstöcke auf Hyperantrieb laufen.“).
Robyn zeigt sich auf ihrem neunten Alben befreit, beflügelt und reißt uns alle damit mit – bewegt Euch endlich wieder, nicht nur in die Clubs, sondern ins echte Leben.
Biografie Robyn
Als Robin Miriam Carlsson in Stockholm geboren, veröffentliche Robyn – so ihr Künstlername – bereits mit 12 Jahren ihre erste Single, nämlich das Titellied „Du Kan Alltid Bli Nummer Ett“ für die schwedische Fernsehserie „Lilla Sportspegeln“. Ihre Pop-Musik-Karriere startete sie dann mit 16, erhielt einen Plattenvertrag mit RCA Records, wo sie ihre erste Single „You’ve Got That Somethin’“ in Schweden veröffentlichte. Der Durchbruch in ihrer Heimat kam noch im selben Jahr mit der Single „Do You Really Want Me (Show Respect)“. Ihren neuen eigenwilligen Electropop-Sound nahm das Label dann 2004 nicht so gut auf, Robyn kaufte sich frei und gründete ihr eigenes Musiklabel, Konichiwa Records. Seither ist sie zur queeren Ikone und wegweisenden Musikerin gereift, die eine außergewöhnliche Stellung im Musik-Business aufweist. Ihre musikalischen Einflüsse sind vielfältig, sie selbst nennt unter anderem David Bowie, Talking Heads, Kate Bush, Peter Gabriel, SNAP!, TLC oder Ace of Base. 2026 erscheint mit „Sexistential“ ihr mittlerweile neuntes Studioalbum.
Diskografie Robyn
1995: Robyn Is Here
1999: My Truth
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2002: Don’t Stop the Music
2005: Robyn
2010: Body Talk Pt. 1 / Body Talk Pt. 2 / Body Talk
2018: Honey
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2026: Sexistential