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Makthaverskan veröffentlicht neues Album und geht auf Tour

Seit ihrer Gründung 2008 in Göteborg gehören Makthaverskan zu den eigenständigsten Stimmen des skandinavischen Post-Punk. Am 3. April 2026 ist mit „Glass and Bones“ ihr fünftes Album bei Welfare Sounds & Records erschienen. Zehn Songs, die vieles zusammenbringen, wofür die schwedische Band seit Jahren steht: glasklare Melodien, treibende Rhythmen und immer wieder raue, aufreißende Gitarrenmomente.

Angeführt von der Fokus-Single „Pity Party“ legt das Quintett zehn Songs vor, die von Obsession, Verletzlichkeit und Selbstbehauptung erzählen. Das Interessante dabei: Die Platte klingt trotz ihrer emotionalen Schwere erstaunlich leicht. Makthaverskan machen aus Enttäuschung keine Selbstmitleidsübung, sondern etwas Bewegliches, manchmal sogar Euphorisches. Aus einem Beziehungsende wird eine Gitarrenhymne, aus Trotz entsteht Aufbruch.

Der Bandname – die weibliche Form des schwedischen makthavare, also „Machthaber“ – passt bis heute erstaunlich gut. Sängerin Maja Milner war 16, als Makthaverskan entstanden, bewusst als Gegenentwurf zur freundlichen, gefälligen Popmusik ihres damaligen Umfelds in Göteborg. Fast zwei Jahrzehnte, vier gefeierte Alben und Veröffentlichungen auf Luxury Records und Run For Cover später ist von dieser Haltung noch viel übrig. Nur klingt sie inzwischen weniger nach Abgrenzung als nach Selbstverständlichkeit. Pitchfork beschrieb den Sound der Band zuletzt als „pitch-perfect blend of post-punk, jangle pop, and shoegaze“.

„Glass and Bones“ will diesen Sound nicht neu erfinden, sondern verdichten. Die Band selbst spricht von einer „fully distilled version of the Makthaverskan sound“ und tatsächlich wirken die zehn Songs wie eine konzentrierte Form dessen, was Makthaverskan schon immer ausgemacht hat. Gleichzeitig erzählt die Entstehungsgeschichte von einer neuen Leichtigkeit: Die Arbeit am Album sei „incredibly fun“ gewesen, sagt die Band, und man sei sich dabei nähergekommen.

Das hört man besonders an „Pity Party“, das die Trennungsschwere des Textes mit einer beinahe jubelnden Gitarrenfigur konfrontiert. „Shatter“ zieht sich dagegen in schimmernde Reverb-Wolken zurück, während der Titeltrack „Glass and Bones“ das zentrale Bild der Platte liefert: durchsichtig und zerbrechlich auf der einen, tragfähig und hart auf der anderen Seite. In „Won’t Wait“ kippt Verletzlichkeit schließlich in Entschlossenheit – ein treibender Song über den Moment, in dem Warten keine Option mehr ist.

Danach wird es mit „Anytime“ zärtlicher, „Louie“ verbindet Pop-Appeal mit einem Kloß im Hals. Zum Schluss öffnet „Öken“, schwedisch für „Wüste“, den Raum noch einmal und lässt die Platte langsam ausatmen.

„Glass and Bones“ ist damit weniger eine Neuerfindung als eine selbstbewusste Verdichtung: laut, melodisch, verletzlich und erstaunlich lebensbejahend. Im Oktober bringen Makthaverskan das Album im Rahmen ihrer Europa Tour erstmals in den deutschsprachigen Raum.