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Porridge Radio: Waterslide, Diving Board, Ladder To The Sky

  • Rubrik: Musik

ALBUM DER WOCHE – Auch auf dem dritten Album zeigt sich die Indie-Rock-Band aus Brighton unerbittlich: Porridge Radios Sound ist roh, fordernd und dennoch einnehmend.

Porridge Radio rühren auf „Waterslide, Diving Board, Ladder To The Sky“ weiter ihren ganz eigenen und eigenwilligen Stil zusammen, irgendwo zwischen Post-Punk und Emo-Rock oszillieren die zum Teil wütenden, zum Teil emotionalen Songs, die es nicht darauf anlegen zu gefallen und es dennoch tun. In „Birthday Party“ wiederholt Sängerin, Songwriterin und Leadgitarristin Dana Margolin stoisch und mit brüchiger Stimme immer wieder „I don’t wanna be loved“ – wie könnte man das nicht lieben?

Die emotionalen Klagelieder des Quartetts versinken nämlich nie im Jammersound, sondern finden wundersamerweise immer den Weg in melodieverliebte Hooks, die zum Teil auf ihre Art sogar eingängig sind. Bei dieser Herangehensweise erinnern Porridge Radio ein wenig an Arcade Fire, ohne deren Stadiontauglichkeit. Margolin ist sich dessen durchaus bewusst und kündigte sarkastisch im Vorfeld der Veröffentlichung Songs an, die „stadium-epic like Coldplay“ werden würden.

Porridge Radio - Back To The Radio (Official Video)

Mit viel Retro-Synthie-Charme und Sixties-Orgel-Klängen (hier erinnern sie zuweilen an die schmerzlich vermissten The Organ) erschaffen sie eine schaurige Jahrmarktsatmosphäre und man kann sie sich bestens live bei einem Auftritt in ihrem Heimatort Brighton vorstellen, am besten mit dem abgebrannten Pier an der Promenade als Kulisse.

Porridge Radio – Waterslide, Diving Board, Ladder To The Sky (Tracklist)

  1. Back To The Radio
  2. Trying
  3. Birthday Party
  4. End Of Last Year
  5. Rotten
  6. U Can Be Happy If U Want To
  7. Flowers
  8. Jealousy
  9. I Hope She’s OK 2
  10. Splintered
  11. The Rip
  12. Waterslide, Diving Board, Ladder To The Sky

Biografie Porridge Radio:


Das Quartett gründete sich 2015 und wurde bald zum Liebling der britischen Musikpresse und Szene: Der Guardian zählte sie zu den „40 best new artists of 2018“ und beschrieb ihren Sound als Slacker-Indie. Seit dem Debüt-Album „Rice, Pasta and Other Fillers“ im Jahr 2016 zählen sie zu den wichtigsten Indie-Rock-Bands. Vo allem die eindringliche Stimme von Sängerin, Songwriterin und Leadgitarristin Dana Margolin macht die Band in ihrem Sound unverkennbar.

Diskografie Porridge Radio:

2016: Rice, Pasta and Other Fillers
2020: Every Band
2022: Waterslide, Diving Board, Ladder To The Sky

In Spotify anhören:

Kerstin Kratochwill

Kerstin Kratochwill ist promovierte Germanistin, arbeitet als Lektorin sowie Texterin und schreibt für Tonspion über Musik, Filme und Serien.