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Dendemann veröffentlicht neue Single „Wiederstand“ und kommt auf Tour

Dendemann ist zurück: Heute hat der, nach Meinung vieler seiner Kollegen, „beste Rapper Deutschlands“ überraschend seine neue Single „Wiederstand“ veröffentlicht. Der neue Track erscheint wenige Wochen vor dem Start seiner „DOCH!“-Tour und könnte der Auftakt für weitere neue Musik sein.

Die Veröffentlichung von „Wiederstand“ dürfte noch nicht alles sein, auch ein neues Album scheint denkbar. Sein letztes Album „Da Nich Für!“ war 2019 erschienen und auf Platz 1 der Albumcharts gelandet.

„DOCH!“ werde, so Dende via Newsletter, „eine gediegene Tour im Frühherbst, auf der neben noch mehr Klassikern auch neues, noch vertrauliches Material dargeboten werden soll.“

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Im vergangenen Jahr war Dendemann bereits auf „Unterwegs“-Tour, im Herbst 2026 folgt nun die Club-Tour „DOCH!“. Dabei soll bewusst das unmittelbare Konzerterlebnis im Mittelpunkt stehen: kleinere Venues, Nähe zum Publikum und rund zwei Stunden Dendemann. Laut Ankündigung sind die Konzerte zugleich die einzige Möglichkeit, ihn 2026 live zu sehen.

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Los geht es am 10. September in Heidelberg, anschließend führt die Tour unter anderem nach Stuttgart, München, Dortmund, Münster, Hamburg, Leipzig, Köln und Frankfurt. Für Hamburg stehen inzwischen zwei Abende in der Großen Freiheit auf dem Programm. Das letzte Konzert findet am 29. Oktober im Berliner Astra statt.

Tickets werden ausschließlich über den offiziellen Vorverkauf angeboten. Der Veranstalter weist ausdrücklich darauf hin, dass über externe Drittanbieter erworbene Tickets nicht gültig sind.

Dendemann „DOCH!“-Tour 2026: Termine

DatumStadtVenue
10.09.2026Heidelberghalle02
11.09.2026StuttgartIm Wizemann
12.09.2026MünchenBackstage
18.09.2026DortmundFZW
19.09.2026MünsterSkater’s Palace
25.09.2026HamburgGroße Freiheit
26.09.2026HamburgGroße Freiheit
03.10.2026LeipzigFelsenkeller
16.10.2026KölnCarlswerk Victoria
17.10.2026Frankfurt am MainBatschkapp
29.10.2026BerlinAstra

Dendemann Biografie

Dendemann gehört zu den prägenden Stimmen des deutschen Hip-Hop. Seit den Neunzigerjahren hat sich der Rapper mit seiner markanten, leicht heiseren Stimme, verschachtelten Reimen und einem ausgeprägten Gespür für Wortspiele einen eigenen Platz in der Szene geschaffen.

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Dendemann wurde am 27. Juni 1974 als Daniel Ebel in Wickede geboren und wuchs im sauerländischen Menden auf. Seine ersten musikalischen Schritte machte er Anfang der Neunzigerjahre. Eine wichtige Rolle spielte dabei Majubiese, den er aus der lokalen Skater-Szene kannte. Wie Dendemann später im Interview mit dem Musikexpress erzählte, gehörten Public Enemy zu seinen frühen Berührungspunkten mit Hip-Hop, richtig gepackt habe ihn die Musik jedoch 1989 durch De La Soul.

Gemeinsam mit Majubiese und dem Produzenten Carsten „Boogie“ Schulz gründete er die Gruppe Arme Ritter. 1995 erschien bei Sony die Single „Disco ’95 (Singt und schwingt das Bein)“, der kommerzielle Erfolg blieb allerdings aus. Arme Ritter spielten zudem als Vorgruppe von Fettes Brot.

1996 zog Dendemann nach Hamburg. Dort begann wenig später das Kapitel, mit dem sein Name endgültig Teil der deutschen Hip-Hop-Geschichte wurde.

Eins Zwo: „Gefährliches Halbwissen“ und der Durchbruch

Gemeinsam mit DJ Rabauke, der zuvor als Tour-DJ von Fettes Brot unterwegs gewesen war, gründete Dendemann Mitte der Neunziger Eins Zwo. 1997 begleitete das Duo Fünf Sterne deluxe auf Tour und verteilte dort sein Demotape „Sport“. Ein Jahr später erschien das Material als EP.

1999 folgte das Debütalbum „Gefährliches Halbwissen“. Die Kombination aus Samples, Cuts und Scratches und Dendemanns eigenwilliger Sprache machte Eins Zwo zu einem wichtigen Act jener Generation, die deutschen Hip-Hop Ende der Neunziger entscheidend prägte. Stücke wie „Danke, gut“ und „Hand auf’s Herz“ wurden zu den bekanntesten Songs des Duos.

Dendemann entwickelte dabei einen Stil, der sich deutlich von vielen seiner Zeitgenossen unterschied. Statt sich über klassische Rap-Posen zu definieren, setzte er auf Alltagsbeobachtungen, Selbstironie und eine Sprache voller Doppeldeutigkeiten. Seine raue Stimme bildete dazu einen sofort wiedererkennbaren Kontrast.

2001 erschien mit „Zwei“ das zweite Album von Eins Zwo, im selben Jahr außerdem die EP „Discjockeys“. 2003 gingen Dendemann und DJ Rabauke schließlich getrennte Wege.

Dendemann solo

Noch im selben Jahr veröffentlichte Dendemann die EP „DasSchweigenDilemma“, deren Instrumentals er selbst programmiert hatte. Bis zum ersten regulären Soloalbum ließ er sich anschließend Zeit. „Die Pfütze des Eisbergs“ erschien im September 2006 und setzte seinen wortspielreichen Stil außerhalb des vertrauten Eins-Zwo-Rahmens fort.

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Es folgten Tourneen und Auftritte mit einigen der größten deutschen Live-Acts. 2007 spielte Dendemann im Vorprogramm der Beatsteaks, 2008 begleitete er Herbert Grönemeyer auf dessen Stadiontour. Im selben Jahr erschien das Livealbum „abersowasvonlive“.

Mit seinem zweiten Soloalbum „Vom Vintage verweht“ schlug Dendemann 2010 musikalisch einen neuen Weg ein. Statt klassischer Hip-Hop-Beats setzte er auf eine Liveband und arbeitete mit Moses Schneider, der zuvor unter anderem Tocotronic und die Beatsteaks produziert hatte. Schlagzeug und verzerrte Gitarren rückten in den Vordergrund, die Stücke wurden mit der Band in kompletten Takes eingespielt und bekamen dadurch einen bewusst rauen Live-Sound.

Die musikalischen Referenzen lagen dabei vor allem in den Achtzigerjahren, als Acts wie Run-D.M.C. und die Beastie Boys Rap und Rock miteinander kombinierten. Passend zum Albumtitel griff Dendemann diese Zeit auch optisch auf und präsentierte sich mit Vokuhila, Oberlippenbart und Jeansweste.

Nach „Vom Vintage verweht“ wurde es musikalisch lange ruhig um Dendemann. Ein weiteres Album erschien zunächst nicht. Erst 2015 rückte er wieder regelmäßig ins öffentliche Blickfeld, diesmal im Fernsehen.

Dendemann bei „Neo Magazin Royale“

2015 wurde Dendemann Teil von Jan Böhmermanns „Neo Magazin Royale“. Als musikalischer Kopf der Sendung eröffnete er die Shows, begleitete Gäste und lieferte regelmäßig kurze Rap-Stücke zu aktuellen politischen und gesellschaftlichen Themen.

Für Dendemann wurde diese Zeit auch zu einer besonderen Form des Schreibtrainings. Im Musikexpress erklärte er später, dass ihn der regelmäßige Produktionsrhythmus gezwungen habe, das Texten wieder stärker als Handwerk zu betrachten. Statt lange an einzelnen Zeilen zu arbeiten, musste er innerhalb kurzer Zeit Texte zu vorgegebenen Themen fertigstellen. Gleichzeitig beschäftigte er sich dadurch intensiver mit Politik und Nachrichten.

Ende 2016 verabschiedete sich Dendemann vom „Neo Magazin Royale“. Die Sendung widmete seinem Abschied eine eigene Ausgabe, an der zahlreiche Musiker und Weggefährten beteiligt waren.

Comeback mit „da nich für!“

Bis zu einem neuen Dendemann-Album dauerte es dennoch. Erst im Januar 2019 erschien „da nich für!“, fast neun Jahre nach „Vom Vintage verweht“. Produziert wurde das Album unter anderem mit The Krauts, außerdem waren Produzenten wie KitschKrieg, Dexter und Torky Tork beteiligt.

Musikalisch knüpfte Dendemann damit wieder stärker an Sample-basierten Hip-Hop an, ohne eine reine Retro-Platte aufzunehmen. Im Interview mit dem Musikexpress beschrieb er selbst seinen Anspruch, verschiedene Epochen des Genres zusammenzuführen und dabei zeitgemäß zu klingen. Inhaltlich hatten die Jahre beim „Neo Magazin Royale“ ebenfalls Spuren hinterlassen. Neben persönlichen Beobachtungen fanden politische und gesellschaftliche Themen stärker Eingang in seine Texte.

Das Comeback wurde auch ausgezeichnet: Beim Preis für Popkultur 2019 gewann Dendemann sowohl in der Kategorie „Lieblings-Solokünstler“ als auch mit „da nich für!“ als „Lieblingsalbum“.

Nach längerer kreativer Pause teasert Dendemann 2026 neue Tracks an und geht er im Herbst auf „DOCH!“-Tour durch deutsche Clubs.