David Bowies „Isolar II“-Tour von 1978 kehrt als Filmvorführung mit Lichtshow in große Konzerthallen zurück. Die Vermarktung als vermeintliche Live-Show wirft allerdings Fragen auf.
„Stage“ feiert am 14. Februar 2027 in der Berliner Uber Arena Weltpremiere. Das restaurierte Material verspricht einen Einblick in eine zentrale Phase seines Schaffens.
Grundlage sind Konzertaufnahmen, die Regisseur David Hemmings 1978 im Londoner Earls Court im Auftrag Bowies drehte. Auf der damaligen „Isolar II“-Tour standen die Alben „Low“ und „Heroes“ im Mittelpunkt, ergänzt durch frühere Songs. Zur Band gehörten unter anderem die Gitarristen Carlos Alomar und Adrian Belew, Bassist George Murray sowie Schlagzeuger Dennis Davis. Bereits 1978 erschien mit „Stage“ ein Livealbum der Tournee. Der Konzertfilm blieb dagegen unveröffentlicht.
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Fast 50 Jahre lagen die Live-Aufnahmen im Archiv von David Bowie. Nun hat „Moonage Daydream“-Regisseur Brett Morgen das auf 35 Millimeter gedrehte Material für eine aufwendige Arena-Produktion bearbeitet.
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Morgen hat das Archivmaterial über Jahre restauriert und neu bearbeitet. Für die Präsentation auf mehreren Leinwänden kommen ein Lichtdesign von Patrick Woodroffe und ein räumlicher Tonmix von Paul Massey hinzu. Transparente LED-Flächen sollen laut Ankündigung den Eindruck erzeugen, Bowie und seine Band stünden tatsächlich auf der Bühne. Die Produktion ist für Hallen ab 5.000 Besuchern ausgelegt.
Die Uber Arena kündigt sogar das Gefühl einer „authentischen David-Bowie-Show“ an. Doch auch eine aufwendige Kino-Projektion kann jene offene Situation eines Konzerts kaum herstellen, in der Musiker und Publikum aufeinander reagieren. Zudem ist das Konzert fast 50 Jahre her.
1978 befand sich Bowie mitten in seiner Berliner Schaffensphase. Die Glamrock-Jahre als Ziggy Stardust lagen gerade hinter ihm, ebenso der von Soul und Funk geprägte Übergang über „Young Americans“ und „Station to Station“.
Mit den beiden 1977 erschienenen Alben „Low“ und „Heroes“ hatte er sich elektronischen Klängen und instrumentalen Stücken zugewandt. Auf der „Isolar II“-Tour trafen diese Experimente auf frühere Songs wie „Ziggy Stardust“, „The Jean Genie“ und „Rebel Rebel“. Bowie trat dabei ohne eine neue Bühnenfigur auf, Musik und Arrangements rückten stärker ins Zentrum.
Mit „Lodger“ folgte 1979 der Abschluss seiner sogenannten Berlin-Trilogie. Bis zur nächsten großen Tournee vergingen anschließend fünf Jahre: Erst 1983 ging Bowie mit „Let’s Dance“ und der „Serious Moonlight“-Tour wieder auf eine weltweite Konzertreise.
Dass Fans diese historisch interessanten Aufnahmen mit gutem Klang erleben möchten, ist nachvollziehbar. Ein Konzertfilm kann das Livekonzert eines Künstlers dokumentieren und auch Menschen erreichen, die ihn nie live sehen konnten.
Merkwürdig ist der Anspruch, aus diesem historischen Dokument durch maximale technische Aufrüstung einen Live-Moment machen zu wollen. Bowie ist 2016 gestorben und hat den Film Zeit seines Lebens nie veröffentlicht. Und er wird Gründe dafür gehabt haben. Schließlich war er nie ein Künstler, der sich mit Nostalgie aufgehalten hat, sondern der immer neues schaffen wollte.
Seine künstlerische Laufbahn war von Veränderungen geprägt. Die Vorstellung, eine einzelne Tournee Jahrzehnte später als möglichst authentische Gegenwart zu inszenieren, steht zumindest im Widerspruch zu diesem Werk und hinterlässt einen schalen Beigeschmack.
Bowie erklärte damals, ihm habe die Art der Aufnahmen zunächst nicht gefallen. Später beurteilte er das Material positiver und hielt eine Veröffentlichung ausdrücklich für möglich. Nach Angaben der Macher hatte er ursprünglich sogar Vorführungen in Konzertstätten als Alternative zum eigenen Touren erwogen. Aber wohl kaum nach seinem Tod.
Für die Berliner Weltpremiere am 14. Februar 2027 ist der Beginn um 20 Uhr vorgesehen. Der exklusive Vorverkauf startet am 28. Oktober 2026 um 10 Uhr, der allgemeine Vorverkauf am 30. Oktober um 10 Uhr. Auf dem Programm steht ein restaurierter historischer Bowie-Konzertfilm samt aufwendiger Licht- und Soundinszenierung. Die Bühne bleibt leer.
Setlist – David Bowie, Earls Court, London, 1. Juli 1978
- Warszawa
- “Heroes”
- What in the World
- Be My Wife
- The Jean Genie
- Blackout
- Sense of Doubt
- Speed of Life
- Sound and Vision
- Breaking Glass
- Fame
- Beauty and the Beast
- Five Years
- Soul Love
- Star
- Hang On to Yourself
- Ziggy Stardust
- Suffragette City
- Art Decade
- Alabama Song
- Station to Station
Zugabe:
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- TVC15
- Stay
- Rebel Rebel

