Das kanadische Electronic-Pop-Duo Junior Boys veröffentlicht am 12. Februar 2027 sein siebtes Studioalbum „The Gore“ bei City Slang.
Mit „Underneath The Moon“ gibt es bereits die erste Single samt Musikvideo zu hören. Das neue Album verarbeitet persönliche Verluste und verbindet elektronische Musik mit Einflüssen aus Horrorfilmen und experimentellem Kino.
Seit Ende der 90er Jahre gehören Junior Boys zu den prägenden Vertretern des elektronischen Indie-Pop. Jeremy Greenspan und Matt Didemus verbinden melancholische Melodien mit minimalistischen Beats, analogen Synthesizern und Einflüssen aus House, R&B und experimenteller Musik. Nach dem zurückhaltenden Album „Waiting Game“ (2022) schlägt das Duo auf seinem kommenden Werk „The Gore“ wieder deutlich experimentellere Töne an.
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Die erste Single „Underneath The Moon“ ist vom Horrorfilm „Skinamarink“ aus dem Jahr 2022 inspiriert. Greenspan verwendete dafür alte Tonbandschleifen und ein Tascam-Tonbandgerät, um die ungewöhnliche Klangästhetik des Films musikalisch aufzugreifen. Das dazugehörige Musikvideo stammt von Regisseur John Smith.
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Die Entstehungsgeschichte des Albums reicht bis ins Jahr 2017 zurück. Damals starb ein enger Jugendfreund von Jeremy Greenspan, mit dem er als 17-Jähriger eine Wohnung am Rande Londons geteilt hatte. Gemeinsam verbrachten sie unzählige Nächte mit Musik von John Foxx, britischen Science-Fiction-Filmen und alten Horrorstreifen. Diese Erinnerungen bildeten den Ausgangspunkt für ein neues musikalisches Projekt.
Wenig später erkrankte Greenspans Vater, ein Professor für jüdische Philosophie, unheilbar an Krebs. Greenspan begann, jüdische Gebetsmelodien und religiöse Motive in seine Musik einzuarbeiten. Die Aufnahmen wurden für ihn zu einer persönlichen Form der Trauerarbeit. Nach dem Tod seines Vaters im Mai 2018 entstand ein Album mit dem Arbeitstitel „K/Kaddish“, das er jedoch nie veröffentlichte.
Erst nach „Waiting Game“ griff Greenspan die ursprünglichen Ideen wieder auf. Statt die alten Aufnahmen fertigzustellen, schrieb er neue Songs, die sich mit denselben Erinnerungen und Gefühlen beschäftigen. Zwei Stücke, „Yizkor“ und „Night Service“, nehmen unmittelbar Bezug auf jüdische Gebetstraditionen.
Musikalisch versteht Greenspan „The Gore“ als Gegenstück zu „Waiting Game“. Während das Vorgängeralbum von Stille, reduzierten Arrangements und kaum wahrnehmbaren Klangschichten geprägt war, setzt das neue Werk auf eine dichtere Produktion mit größerer Dynamik.
Als Inspiration nennt Greenspan unter anderem Sly Stone, Marvin Gaye, die finnischen Elektronik-Pioniere Pan Sonic und das Berliner Dub-Techno-Label Basic Channel. Auch experimentelle Filme und klassische Science-Fiction spielen eine zentrale Rolle. Zu den Referenzen zählen die britischen „Quatermass“-Produktionen und Peter Weirs Mysteryfilm „Picnic at Hanging Rock“.
Greenspan betrachtet beide Alben als zusammengehörigen Zyklus. „The Gore“ endet sogar mit den Eröffnungsakkorden von „Waiting Game“, sodass die beiden Werke theoretisch endlos ineinander übergehen können.
„The Gore“ erscheint am 12. Februar 2027 bei City Slang.

