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Jörg Kachelmann äußert sich zu „Unschuldsvermutung“ im Fall Ulmen zu Wort

In der Debatte um die Vorwürfe von Collien Fernandes gegen ihren Ex Christian Ulmen hat sich Jörg Kachelmann zu Wort gemeldet. Der Moderator wehrt sich dagegen, dass sein eigener Fall als Vergleich herangezogen wird.

Auf der Plattform Bluesky schrieb der 67-Jährige, er wolle nicht „als lebender Beleg“ dafür dienen, dass es Falschbeschuldigungen gebe. Es sei bestürzend, seinen Namen im Zusammenhang mit dem Fall Ulmen zu lesen.

Jörg Kachelmann zeigt klare Kante auf Bluesky.

Kachelmann war 2010 nach einer Vergewaltigungsanzeige von seiner ehemaligen Partnerin verhaftet worden und verbrachte mehrere Monate in Untersuchungshaft. 2011 wurde er freigesprochen, später stellte ein Gericht fest, dass die Anzeige wissentlich falsch war.

Mit Blick auf die aktuelle Diskussion betont er, sein Fall dürfe nicht verallgemeinert werden. Es sei falsch, Vorwürfe gegen Frauen grundsätzlich unter Verdacht zu stellen, nach dem Motto, es könne „womöglich wie beim Kachelmann“ gewesen sein.

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Zugleich fordert er einen respektvollen Umgang mit Betroffenen. Seine Solidarität gelte „immer den Opfern, wo sie auch immer sind“. Abschließend schreibt er: „Was mir passiert ist, lässt sich nicht verallgemeinern. Lassen Sie mich raus.“

Auslöser der Debatte sind schwere Anschuldigungen von Collien Fernandes gegen ihren Ex-Mann Christian Ulmen. Laut einem Bericht des „Spiegel“ wirft sie ihm unter anderem vor, intime Inhalte ohne Einwilligung verbreitet zu haben.

Fernandes sagte dem Spiegel, er habe über Jahre hinweg mithilfe von Künstlicher Intelligenz pornografische Bilder und Videos mit ihrem Gesicht und ihrer Stimme erstellt und an Freunde verschickt. Zudem soll er in ihrem Namen gefälschte Profile betrieben, mit anderen Männern kommuniziert und Telefonsex gehabt haben. Fernandes spricht von gezielter Erniedrigung und „virtueller Vergewaltigung“.

Nach ihrer Darstellung soll Ulmen ihr die Taten Ende 2024 persönlich gestanden haben, um die Ermittlungen zu beenden. Öffentlich ließ er die Vorwürfe jedoch zurückweisen. Seine Anwälte sprechen von „unwahren Tatsachen“ und gehen juristisch gegen die Berichterstattung vor.

Ende 2025 hat Collien Fernandes schließlich in Palma Anzeige erstattet und ist im März 2026 an die Presse gegangen, um ihren Fall öffentlich zu machen. Die Behörden haben Vorermittlungen eingeleitet. Ob es zu einer Anklage kommt, ist noch offen.

Im Podcast “Hörbar Rust” im Jahr 2022 hatte Ulmen amüsiert darüber gesprochen, schon als 14-jähriger Telefonsex mit Männern gehabt und damit Geld verdient zu haben.

Viele weitere Prominente haben sich in den letzten Wochen dennoch mit Collien Fernandes solidarisiert. Der langjährige “Jerks”-Partner von Ulmen, Schauspieler Fahri Yardım, zeigte sich schockiert von den Abgründen im engsten Freundeskreis und bewunderte Fernandes’ Mut, Benjamin von Stuckrad-Barre distanzierte sich “ganz klar” von seinem langjährigen Freund Ulmen. Auch Stimmen aus Medien und Politik, darunter Carolin Kebekus, Sophie Passmann und Ricarda Lang, äußerten öffentlich Rückhalt für den schwierigen Schritt an die Öffentlichkeit.

Da digitale Spuren nur schwer verwischt werden können und offenbar viele Personen in den Skandal involviert waren, wird die ganze Wahrheit in diesem Fall mit großer Sicherheit ans Tageslicht kommen.

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