Die Sängerin, Produzentin und Labelchefin aus Manchester mit der unfassbaren Stimme begeistert uns mit ihrem Jazz & Soul-Mix zwischen Celeste, RAYE und Olivia Dean.
„A Little Bit of Me“ ist das lang erwartete zweite Album der britischen Soul-Sängerin, Songwriterin, Produzentin und kompromisslos unabhängigen, kreativen Kraft Mica Millar. Einer außergewöhnlichen Künstlerin, die sich konsequent über Branchenkonventionen hinweggesetzt und internationale Anerkennung vollständig zu ihren eigenen Bedingungen erlangt hat. Das neue Album erschien am 5. Juni 2026 über ihr eigenes Label Golden Hour Music und ist ein zutiefst persönliches Werk.
Seit der Veröffentlichung ihres Debütalbums „Heaven Knows“ (2022) hat sich Mica Millar als eine der markantesten zeitgenössischen Soul-Stimmen Großbritanniens etabliert – und das vollständig unabhängig. Sie managt sich selbst, produziert ihre Songs selbst und betreibt ihr eigenes Label, auf dem auch das neue Debüt erschien. Garniert mit hochkarätigen Kollaborationen, wie den Prince-Weggefährten Ricky Peterson und David Z, gewann Mica Millar dafür den Jazz FM Award als Soul Act of the Year. Es folgten ausverkaufte Headliner-Shows, Support-Slots für Stevie Wonder, Lionel Richie, Gladys Knight und Gregory Porter, umfangreiche BBC-Unterstützung sowie ihre Aufnahme in die Recording Academy im Jahr 2023.
Das neue Album entstand nach vier Jahren intensiver Selbstreflexion, emotionaler Neujustierung und bewusster Rückeroberung von Autonomie – kreativ, spirituell und als Frau, die ihren eigenen Weg geht. Geschrieben im Nachhall einer lebensverändernden Rückenmarksverletzung und unter dem Druck völliger Unabhängigkeit, zeichnet „A Little Bit of Me“ die Rückkehr von Mica zu sich selbst nach: Als eine Frau, die sich für Sanftheit entscheidet, ohne sich aufzugeben, und deren Weiblichkeit nicht von Erwartungen, sondern von Wahrheit definiert ist.
Zu Beginn des Prozesses bemerkte Millar, dass sie eine neue Perspektive und frische Inspiration brauchte. Sie verließ ihr Studio in Manchester und reiste allein durch Südfrankreich, auf der Suche nach Klarheit. Beim Radfahren durch Weinberge, Kajakfahren unter jahrhundertealten Brücken und der Wiederentdeckung der schlichten Präsenz im eigenen Körper, fand sie zurück zu Teilen ihrer selbst, die unter Ehrgeiz und Antrieb lange verborgen gewesen waren.
Aus dieser Erfahrung entstand „A Little Bit of Me“. Das selbst geschriebene und selbst produzierte zweite Album wurde in den Miraval Studios realisiert – dem geschichtsträchtigen Studio auf dem Gelände des Châteaus von Brad Pitt in Südfrankreich. Diese Umgebung spiegelte den nach innen gerichteten Blick des Albums wider: Die Musik durfte atmen, sich Zeit nehmen und sich mit Bedacht entfalten. Über das gesamte Album hinweg untersucht Millar emotionale Dualitäten – die Spannung zwischen Ehrgeiz und Selbstschutz, Verlangen und Wahrheit, Sehnsucht und Klarheit – aus einer zutiefst persönlichen, weiblichen Perspektive.
„Times Like These“ hält den Moment fest, in dem sie sich ihrem eigenen Spiegelbild stellte. Und die beiden Bilder übereinander legte – links ihr jüngeres Ich voller naiver Leidenschaft, rechts ihr heutiges Selbst mit gewachsener Weisheit und Erschöpfung. Der Song reflektiert die Opfer und die Euphorie eines kreativen Lebens, das vollständig zu den eigenen Bedingungen gelebt wird.
„Oh Freedom“ knüpft an das Gefühl der Befreiung an, das Mica in Frankreich fand. Auf Akkorden ihres Vaters aufgebaut und von Erinnerungen an Flüsse und weite Straßen geprägt, wurde der Song zu einem kreativen Wendepunkt. „See You On the Other Side“ thematisiert den tiefgreifenden Einfluss hormoneller Zyklen auf ihre emotionale Welt und entstand in einem Moment des Übergangs und der Klarheit. „Under My Skin“ markiert die Rückeroberung sexueller Selbstermächtigung nach Jahren übernommener Scham – getragen von vielschichtigen Background-Vocals, die vollständig von Millar selbst eingesungen wurden.
Eine Reihe nostalgischer Songs – „It’s You“, „The Boardway“ und „A Little More Time for Love“ – sind von Soul- und Girlgroup-Aufnahmen der sechziger Jahre inspiriert. Der Titelsong „A Little Bit of Me“ wurde zum Akt der Selbstaneignung. Was mit einer einzelnen Zeile begann, entwickelte sich zum emotionalen Kompass des gesamten Albums. Es geht um den Moment, in dem man erkennt, wo man sich selbst klein gemacht hat, wo Anpassung zum Überlebensmechanismus wurde. Und um die Entscheidung, wieder in die eigene Perspektive, den eigenen Körper und das eigene Leben zurückzukehren.
„I cannot get away from that little bit of me“ – diese zentrale Zeile steht sinnbildlich für ein Album, das von weiblicher Klarheit, emotionaler Ehrlichkeit und dem Mut geprägt ist, zu sich selbst zurückzufinden.
Mit „A Little Bit of Me“ schlägt Mica Millar ein neues Kapitel auf – geprägt von Wahrhaftigkeit, Präsenz und emotionaler Klarheit. Es ist ein Album, das nicht aus dem Bedürfnis heraus entstanden ist, etwas zu beweisen, sondern aus dem Wunsch zu verstehen: mehr zu leben, mehr zu fühlen und die verlorenen Teile ihrer selbst zurückzuholen. Reich an Soul, Verletzlichkeit und handwerklicher Finesse bestätigt dieses Werk Millar als eine der spannendsten Stimmen des britischen Soul – und als Künstlerin, die keine Angst hat, die Komplexität zu zeigen, die sie menschlich macht.
Mica Millar live 2026:
11.06. Berlin, Rough Trade (Instore)
08.07. Stuttgart, Bix-Club (Jazz Open)
18.07. Karlsruhe, Zeltival
29.07. Würzburg, Hafensommer Festival
31.07. Effeltrich, Open Air im Blütenmeer
02.08. Hochheim, Rheingau Musik Festival
07.11. Berlin, Zigzag