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Call My Agent! The Movie: Fortsetzung des französischen Comedy-Erfolgs jetzt auf Netflix

Christophe Brachet/Netflix. Copyright © 2025 Netflix, Inc.

Der französische Serien-Hit über Wirren und Wahnsinn der Filmindustrie kehrt zu Netflix zurück: ein temporeicher, messerscharfer Satirespaß, diesmal im Spielfilm-Format.

Fünf Jahre sind vergangen, seit sich das Team der fiktiven Pariser Schauspielagentur ASK am Ende von Staffel 4 von „Call My Agent!“ zerstreut hat. Der Anlass, der die herrlich chaotische Truppe mit all ihren verwickelten Hassliebe-Beziehungen nun einmal mehr zusammenbringt, ist Ex-Agentin Andréas Regiedebüt, bei dem Drama in jeglicher Hinsicht selbstredend vorprogrammiert ist.   

Bei der stachlig-zynischen Andréa (Camille Cottin) handelt es sich um die Art Figur, die auf nett gemeinte Kalendersprüche wie „Träume nicht dein Leben, sondern lebe deinen Traum“ im besten Fall mit einem Stirnrunzeln reagieren würde, das ihr Gegenüber zu Staub zerfallen ließe. Nichtsdestotrotz kämpft sie hier mit Zähnen und Klauen für ihren Traum, einen eigenen Film auf die Leinwand zu bringen, koste es, was es wolle.

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Dafür holt sie sogar ihre ehemalige Kollegin Noémie (Laure Calamy) als Produzentin an Bord, obwohl ihre Geduld für deren übersprudelnden Enthusiasmus drastisch begrenzt ist. Noémies fahriger Eifer und werkstattbedürftiges Radar für Fettnäpfchen im Kontrast mit Andréas Bulldozer-Temperament und besonderem Talent dafür, entnervt von der Kleinlichkeit oder Inkompetenz anderer in die Kamera zu funkeln – die Mischung ergibt leistungsstarken Kraftstoff für den Comedy-Motor.

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Christophe Brachet/Netflix. Copyright © 2025 Netflix, Inc.

Dem ehrgeizigen Einsatz dieses zentralen Sitcom-Double-Acts zum Trotz schlingert ihr Filmprojekt von einer Katastrophe zur nächsten. Träume wirken in der schnelllebigen Showbiz-Branche, deren Kulissen „Call My Agent!“ so gnadenlos ausleuchtet, ebenso brüchig wie Schauspieler-Egos, Finanzen, Abmachungen und dergleichen.

Kaum ist man Hals über Kopf losgestürzt, wohin auch immer es diesmal brennt, bricht hinter einem schon das nächste Feuer aus: Hauptdarsteller rennen davon, Ex-Kollegen wollen alte Rechnungen begleichen, das Wetter hat es spezifisch auf Andréas Filmdreh abgesehen. Und daneben stapeln sich noch die großen wie kleinen Familien- und Beziehungsdramen.

Langeweile bekommt da auf keiner Seite des Bildschirms Gelegenheit, sich einzustellen. Umso weniger, da neben Andréa und Noémie auch die übrigen Lieblingscharaktere kräftig mitmischen; etwa der zum verhassten Rivalen Starmédia übergelaufene Freund/Verräter Gabriel (Grégory Montel), sein einstiger Assistent Hervé (Nicolas Maury), der sich inzwischen strauchelnd als Schauspieler versucht, und Arlette (Liliane Rovère), dienstälteste Ex-Agentin von ASK und jetzt Andréas Drehbuch-Co-Autorin sowie würdige Gegenspielerin in Sachen trockener Humor.

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Dazu tauchen in Nebenrollen getreu dem bewährten Prinzip der Serie echte Stars als sie selbst auf, darunter französische Größen wie Laetitia Casta und Laurent Lafitte und irgendein Amerikaner (Schorsch?), dessen Nachname sich auf „Loony“ reimt.

Fanny Herreros und Lison Daniels Drehbuch feuert seine Spitzen gegen die absurderen Seiten der Unterhaltungsindustrie in einem gnadenlosen Tempo ab, welches stark vermuten lässt, dass man als nicht-französische Zuschauerin längst nicht alle Treffer registriert. Das tut dem Filmvergnügen aber keinen Abbruch. Wie eh und je glänzen die Dialoge mit passiv-aggressiven Schlagabtauschen und einem Timing, das definitiv das Gütesiegel „international witzig“ verdient.

Bei aller satirischen Schärfe bleibt „Call My Agent“ aber auch geprägt von der Liebe Frankreichs zu ihrem Kino und zu den Kunstformen Film und Fernsehen im Allgemeinen. Regisseurin Émilie Noblet gelingt das überzeugende Gegenteil von jenen den Markt übersättigenden Serien-Spinoffs, die hauptsächlich aus finanziellen Motiven entstehen und daher vergleichsweise platt und ideenlos daherkommen.  

So kann man Hervé nur zustimmen, wenn er in der Eröffnungsszene mit liebenswerter Unbeholfenheit die vierte Wand durchbricht, um dem Publikum zu versichern, es sei ja sehr schön, sich nach fünf Jahren endlich wiederzusehen, und man müsse unbedingt in Kontakt bleiben. Wie gut, dass die fünfte Staffel schon angekündigt ist.

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