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Digitalism veröffentlichen neues Album „Optimism“ und gehen auf Tour

Digitalism melden sich mit neuer Musik zurück. Mit der Single „Achtung! Optimism“ gibt das Hamburger Duo einen ersten Einblick in sein fünftes Studioalbum „Optimism“, das am 29. Mai 2026 erscheint.

Der Track ist mehr als ein Vorbote, er formuliert programmatisch, worum es Digitalism in dieser Phase geht. „Achtung! Optimism“ klingt wie ein innerer Widerspruch in Dauerschleife. Im Vordergrund treibt ein pulsierender Beat den Song voran, kühl und elektronisch grundiert. Darunter flackert jener Indie-Spirit der frühen 2000er-Jahre, der Digitalism seit ihrem Debüt begleitet.

Die Spannung entsteht aus der Bewegung. Einzelne Ebenen greifen ineinander, schieben sich nach vorn und entwickeln einen Sog, dem man sich kaum entziehen kann. Das Ergebnis ist eine Euphorie, die nicht aufdringlich wirkt, sondern sich organisch aufbaut.

Der Titel „Achtung! Optimism“ trägt die Ambivalenz bereits in sich. Optimismus derzeit recht wenig verbreitet, die Welt befindet sich in diversen Kriegen, alte irre Männer sitzen an den Hebeln der Macht, während der Klimawandel ungebremst weitergeht und den Menschen der Zukunft die Lebensgrundlage nimmt.

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Es ist also kein klassischer Feel-Good-Track, vielmehr einer, der ein Lächeln hervorruft und im selben Moment die Frage stellt, woher dieses eigenartige Gefühl eigentlich kommt, trotzdem optimistisch zu sein angesichts der allgemeinen Weltlage. Digitalism spielen mit Erwartungshaltungen, ohne sie plakativ zu brechen.

Mit „Optimism“ knüpfen Digitalism an ihre eigene Geschichte an und setzen zugleich einen neuen Akzent. Für ihr fünftes Album stand zunächst ein Konzept im Raum. „Optimism“ sollte kein politisches Album werden, sondern einen Raum nach der Politik öffnen, in dem jeder seinen Platz hat und gehört werden kann. Dieser Ansatz versteht sich als Versuch, einen gemeinsamen Nenner zu finden.

Ausgangspunkt der Arbeit war erneut das inzwischen legendäre Bunkerstudio des Duos. Dort entstand bereits das Debüt „Idealism“, das 2007 mit seinem Mix aus French Touch, Electro, House und Pop eine ganze Generation von Indie-Clubgängern prägte. Der Raum steht für eine Arbeitsweise, die Intuition und technische Präzision verbindet, für das Austarieren von clubtauglicher Direktheit und popkulturellem Referenzrahmen.

Seit „Idealism“ haben sich Digitalism stetig weiterentwickelt, ohne ihre Handschrift aufzugeben. Auch „Achtung! Optimism“ trägt diese DNA in sich. Die Produktion wirkt aufgeräumt, fast kontrolliert, doch unter der Oberfläche brodelt eine Energie, die an verschwitzte Nächte zwischen Indie-Dancefloor und Elektroclub erinnert. Gerade diese Verbindung aus Vergangenheit und Gegenwart verleiht dem neuen Material seine Spannung.

Digitalism live 2026

  1. Juni, Mexico City, Gol de Oro Series
  2. Oktober, Manchester, Yes
  3. Oktober, London, EartH
  4. Oktober, Turin, Hiroshima Mon Amour
  5. Oktober, Rom, Hacienda
  6. Oktober, Prag, Palac Akropolis
  7. Oktober, Wien, Flex
  8. Oktober, Warschau, Niebo
  9. Oktober, Madrid, Sala Wagon
  10. Oktober, Barcelona, La 2 De Apolo
  11. November, Amsterdam, Melkweg
  12. November, Paris, Bataclan
  13. November, Brüssel, Botanique
  14. November, Berlin, Kesselhaus
  15. November, Hamburg, Mojo Club

Digitalism Biografie

Digitalism gehören zu den prägenden Acts der zweiten großen Electro-Welle der 2000er-Jahre. Das Hamburger Duo, bestehend aus Jens „Jence“ Moelle und Ismail „Isi“ Tüfekçi, verbindet seit Mitte der 2000er-Jahre Clubkultur mit Indie-Ästhetik und Pop-Appeal. Ihr Sound steht für eine Phase, in der Gitarrenbands und elektronische Produzenten plötzlich denselben Dancefloor teilten.

Gegründet wurde Digitalism 2004 in Hamburg. Beide Mitglieder arbeiteten zunächst im Umfeld des Plattenladens und Labels Dial Records, bevor sie eigene Tracks produzierten und schnell internationale Aufmerksamkeit erregten. Früh veröffentlichte Singles wie „Zdarlight“ oder „Jupiter Room“ machten deutlich, wohin die Reise gehen sollte: treibende Beats, verzerrte Synthesizer, dazu Songstrukturen, die sich nicht allein am DJ-Set orientierten, sondern am klassischen Pop.

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2007 erschien das Debütalbum „Idealism“. Es traf den Nerv einer Generation, die zwischen Indie-Disco, French Touch und Electro-House pendelte. Tracks wie „Pogo“ oder „Idealistic“ wurden zu internationalen Club-Hits, ohne ihre Melodik aus dem Blick zu verlieren. Das Album verband rohe Energie mit eingängigen Hooks und etablierte Digitalism als festen Bestandteil einer Szene, die auch von Acts wie Justice, Simian Mobile Disco oder später auch Boys Noize geprägt wurde.

In den folgenden Jahren entwickelten sie ihren Stil weiter. „I Love You, Dude“ von 2011 zeigte sich offener für klassische Songformate, mit klareren Gesangslinien und einer stärker ausgearbeiteten Dramaturgie. 2016 folgte „Mirage“, das stärker auf Live-Energie setzte und die Dynamik ihrer Konzerte ins Studio übertrug. Mit „JPEG“ veröffentlichten Digitalism 2019 ein Album, das kollaborativer angelegt war und Gäste wie Tommy Cash oder Lafawndah integrierte. Die Band bewies damit, dass ihr Ansatz nicht auf eine bestimmte Ära festgelegt ist, sondern sich im Dialog mit wechselnden Einflüssen weiterentwickelt.

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Live gelten Digitalism seit jeher als eingespieltes Team. Anders als viele reine DJ-Acts setzen sie auf hybride Performances mit Controllern, Synthesizern und visuellen Elementen. Ihre Shows führen sie regelmäßig durch Europa, Nord- und Südamerika sowie Asien. Festivals und Clubbühnen gehören gleichermaßen zu ihrem Terrain.

Digitalism Diskografie

2007: Idealism
2011: I Love You, Dude
2016: Mirage
2019: JPEG
2026: Optimism