Die 98. Oscarverleihung findet in der Nacht von Sonntag auf Montag, dem 16. März 2026, im Dolby Theatre in Los Angeles statt. Hier ist die Liste der Nominierten und unsere Tipps, wer das Rennen macht.
Die Academy of Motion Picture Arts and Sciences zeichnet dabei die aus ihrer Sicht besten Filme und Filmschaffenden des Kinojahres 2025 aus. Insgesamt werden Oscars in 24 Kategorien vergeben.
Als Moderator kehrt Conan O’Brien zurück. Der US-Comedian führte bereits 2025 durch die Gala, die damals die höchsten Zuschauerzahlen seit mehreren Jahren erreichte. Produziert wird die Show erneut von Raj Kapoor und Katy Mullan, während Jeff Ross und Mike Sweeney als Produzenten fungieren. Sweeney war langjähriger Produzent von O’Briens Late Night Show.
Im Mittelpunkt der diesjährigen Preisverleihung steht der Horrorfilm „Blood & Sinners“ von Ryan Coogler. Mit 16 Nominierungen stellt die Produktion einen neuen Rekord auf und könnte daher zum großen Gewinner der diesjährigen Oscars werden. Noch nie zuvor wurde ein Film bei den Oscars so häufig nominiert. Bisher hielten „Alles über Eva“, „Titanic“ und „La La Land“ mit jeweils 14 Nominierungen den Spitzenwert.
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Zu den wichtigsten Konkurrenten gehört „One Battle After Another“ von Paul Thomas Anderson, der auf insgesamt 13 Nominierungen kommt und die internationale Filmpreissaison zuvor in vielen Kategorien dominierte. Auch Guillermo del Toros „Frankenstein“, „Marty Supreme“ sowie Joachim Triers „Sentimental Value“ gehören mit jeweils neun Nennungen zu den meistberücksichtigten Produktionen.
In der Kategorie Bester Film treten zehn Werke gegeneinander an. Neben den beiden großen Favoriten „Blood & Sinners“ und „One Battle After Another“ sind unter anderem „Bugonia“ von Yorgos Lanthimos, das Formel-1-Drama „F1“, Guillermo del Toros „Frankenstein“, Chloé Zhaos Shakespeare-Drama „Hamnet“, „Marty Supreme“, „The Secret Agent“, „Sentimental Value“ und „Train Dreams“ nominiert.
Auch im Rennen um die beste Regie zeichnet sich ein enges Rennen ab. Nominiert sind Paul Thomas Anderson für „One Battle After Another“, Ryan Coogler für „Blood & Sinners“, Josh Safdie für „Marty Supreme“, Joachim Trier für „Sentimental Value“ sowie Chloé Zhao für „Hamnet“.
Bei den Darstellern gehören einige der bekanntesten Namen Hollywoods zu den Favoriten. Für den Oscar als bester Hauptdarsteller sind Timothée Chalamet für „Marty Supreme“, Leonardo DiCaprio für „One Battle After Another“, Ethan Hawke für „Blue Moon“, Michael B. Jordan für „Blood & Sinners“ und der brasilianische Schauspieler Wagner Moura für „The Secret Agent“ nominiert.
Chalamet gewann zwar den Golden Globe, hat sich mit seinen abfälligen Bemerkungen über Theater und Ballett aber in den Augen vieler Kulturschaffenden selbst disqualifiziert. Als Favorit dürfte Michael B. Jordan betrachtet werden, während Sympathieträger Ethan Hawke für seine Rolle in Richard Linklaters “Blue Moon” Außenseiterchancen eingeräumt werden.
In der Kategorie Beste Hauptdarstellerin konkurrieren Jessie Buckley („Hamnet“), Rose Byrne („If I Had Legs I’d Kick You“), Kate Hudson („Song Sung Blue“), Renate Reinsve („Sentimental Value“) und Emma Stone („Bugonia“). Hier könnte unserer Einschätzung nach Jessie Buckley am Ende die Nase vorn haben.
Auch in den Nebendarstellerkategorien finden sich zahlreiche prominente Namen. Für den Oscar als bester Nebendarsteller sind Benicio del Toro und Sean Penn für „One Battle After Another“, Jacob Elordi für „Frankenstein“, Delroy Lindo für „Blood & Sinners“ sowie Stellan Skarsgård für „Sentimental Value“ nominiert.
Für Sean Penn wäre es der dritte Oscar seiner Karriere und damit würde er in den erlauchten Kreis dreifach prämierter Schauspieler aufsteigen, dem bisher Jack Nicholson und Daniel Day-Lewis angehören. Seine grotesk überzeichnete Rolle als durchgeknallter MAGA-Charakter hätte es verdient.
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Bei den Nebendarstellerinnen treten Elle Fanning und Inga Ibsdotter Lilleaas für „Sentimental Value“, Amy Madigan für „Weapons“, Wunmi Mosaku für „Blood & Sinners“ sowie Teyana Taylor für „One Battle After Another“ an. Hier dürfte das Rennen zwischen den beiden letztgenannten entschieden werden.
Für die Oscarverleihung 2026 hat die Academy zudem einige Änderungen eingeführt. Mitglieder der Akademie müssen künftig nachweisen, dass sie alle nominierten Filme einer Kategorie gesehen haben, um an der finalen Abstimmung teilnehmen zu können.
Ziel dieser Regel ist es, die Entscheidungsprozesse transparenter und nachvollziehbarer zu machen. In der Vergangenheit hatten große Studios immer wieder versucht, die Mitglieder zu beeinflussen, zudem hatten einige Mitglieder zugegeben, nicht alle Filme gesehen zu haben, über die sie abgestimmt haben. Nachgewiesen wird das über ein internes Streaming-System.
Auch der Umgang mit neuen Technologien spielt eine Rolle: Die Academy hat klargestellt, dass generative KI-Tools in der Filmproduktion grundsätzlich erlaubt sind, bei der Bewertung jedoch weiterhin die kreative Leistung der beteiligten Menschen im Mittelpunkt stehen soll.
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Schon bei mehreren Oscar-nominierten Filmen der vergangenen Saison kamen entsprechende Technologien zum Einsatz, etwa zur Verbesserung von Aussprache oder für Stunt-Doubles.
Die Oscarverleihung markiert traditionell den Höhepunkt der internationalen Filmpreissaison. Viele der nominierten Filme waren zuvor bereits bei Festivals und Branchenpreisen erfolgreich, doch erst die Oscars entscheiden endgültig über die wichtigsten Auszeichnungen des Kinojahres.
Welche Produktion sich am Ende durchsetzt, wird sich in der Nacht auf Montag zeigen. Tonspion begleitet die Oscarverleihung live und aktualisiert diesen Artikel nach Bekanntgabe der Gewinner.
Die Nominierten für die Oscars 2026
Bester Film
- Blood & Sinners – Produktion: Ryan Coogler, Zinzi Coogler, Sev Ohanian
- Bugonia – Produktion: Ed Guiney, Lars Knudsen, Giorgos Lanthimos, Andrew Lowe, Emma Stone
- F1 – Produktion: Jerry Bruckheimer, Dede Gardner, Jeremy Kleiner, Joseph Kosinski, Chad Oman, Brad Pitt
- Frankenstein – Produktion: J. Miles Dale, Guillermo del Toro, Scott Stuber
- Hamnet – Produktion: Nicolas Gonda, Pippa Harris, Liza Marshall, Sam Mendes, Steven Spielberg
- Marty Supreme – Produktion: Ronald Bronstein, Eli Bush, Timothée Chalamet, Anthony Katagas, Josh Safdie
- One Battle After Another – Produktion: Paul Thomas Anderson, Sara Murphy, Adam Somner
- The Secret Agent (O Agente Secreto) – Produktion: Emilie Lesclaux
- Sentimental Value – Produktion: Maria Ekerhovd, Andrea Berentsen Ottmar
- Train Dreams – Produktion: Michael Heimler, Will Janowitz, Marissa McMahon, Ashley Schlaifer, Teddy Schwarzman
Beste Regie
- Paul Thomas Anderson – One Battle After Another
- Ryan Coogler – Blood & Sinners
- Josh Safdie – Marty Supreme
- Joachim Trier – Sentimental Value
- Chloé Zhao – Hamnet
Bester Hauptdarsteller
- Timothée Chalamet – Marty Supreme
- Leonardo DiCaprio – One Battle After Another
- Ethan Hawke – Blue Moon
- Michael B. Jordan – Blood & Sinners
- Wagner Moura – The Secret Agent (O Agente Secreto)
Beste Hauptdarstellerin
- Jessie Buckley – Hamnet
- Rose Byrne – If I Had Legs I’d Kick You
- Kate Hudson – Song Sung Blue
- Renate Reinsve – Sentimental Value
- Emma Stone – Bugonia
Bester Nebendarsteller
- Benicio del Toro – One Battle After Another
- Jacob Elordi – Frankenstein
- Delroy Lindo – Blood & Sinners
- Sean Penn – One Battle After Another
- Stellan Skarsgård – Sentimental Value
Beste Nebendarstellerin
- Elle Fanning – Sentimental Value
- Inga Ibsdotter Lilleaas – Sentimental Value
- Amy Madigan – Weapons – Die Stunde des Verschwindens
- Wunmi Mosaku – Blood & Sinners
- Teyana Taylor – One Battle After Another
Bestes Originaldrehbuch
- Ronald Bronstein, Josh Safdie – Marty Supreme
- Ryan Coogler – Blood & Sinners
- Robert Kaplow – Blue Moon
- Dschafar Panahi, Mehdi Mahmoudian, Shadmehr Rastin, Nader Saïvar – Ein einfacher Unfall
- Joachim Trier, Eskil Vogt – Sentimental Value
Bestes adaptiertes Drehbuch
- Paul Thomas Anderson – One Battle After Another
- Clint Bentley, Greg Kwedar – Train Dreams
- Guillermo del Toro – Frankenstein
- Maggie O’Farrell, Chloé Zhao – Hamnet
- Will Tracy – Bugonia
Bestes Casting
- Gabriel Domingues – The Secret Agent
- Nina Gold – Hamnet
- Cassandra Kulukundis – One Battle After Another
- Francine Maisler – Blood & Sinners
- Jennifer Venditti – Marty Supreme
Beste Kamera
- Michael Bauman – One Battle After Another
- Autumn Durald Arkapaw – Blood & Sinners
- Darius Khondji – Marty Supreme
- Dan Laustsen – Frankenstein
- Adolpho Veloso – Train Dreams
Bestes Szenenbild
- Hannah Beachler, Monique Champagne – Blood & Sinners
- Anthony Carlino, Florencia Martin – One Battle After Another
- Fiona Crombie, Alice Felton – Hamnet
- Tamara Deverell, Shane Vieau – Frankenstein
- Jack Fisk, Adam Willis – Marty Supreme
Bestes Kostümdesign
- Miyako Bellizzi – Marty Supreme
- Ruth E. Carter – Blood & Sinners
- Kate Hawley – Frankenstein
- Deborah Lynn Scott – Avatar: Fire and Ash
- Malgosia Turzanska – Hamnet
Bestes Make-up und beste Frisuren
- Blood & Sinners – Ken Diaz, Mike Fontaine, Shunika Terry
- The Ugly Stepsister – Thomas Foldberg, Anne Cathrine Sauerberg
- Frankenstein – Cliona Furey, Mike Hill, Jordan Samuel
- The Smashing Machine – Glen Griffin, Björn Rehbein, Kazuhiro Tsuji
- Kokuhō – Naomi Hibino, Tadashi Nishimatsu, Kyoko Toyokawa
Beste Filmmusik
- Alexandre Desplat – Frankenstein
- Jerskin Fendrix – Bugonia
- Ludwig Göransson – Blood & Sinners
- Jonny Greenwood – One Battle After Another
- Max Richter – Hamnet
Bester Filmsong
- Dear Me – aus Diane Warren: Relentless
- Golden – aus KPop Demon Hunters
- I Lied to You – aus Blood & Sinners
- Sweet Dreams of Joy – aus Viva Verdi!
- Train Dreams – aus Train Dreams
Bester Schnitt
- Ronald Bronstein, Josh Safdie – Marty Supreme
- Olivier Bugge Coutté – Sentimental Value
- Andy Jurgensen – One Battle After Another
- Stephen Mirrione – F1
- Michael P. Shawver – Blood & Sinners
Bester Ton
- Blood & Sinners
- Sirāt
- Frankenstein
- One Battle After Another
- F1
Beste visuelle Effekte
- Jurassic World: Die Wiedergeburt
- Avatar: Fire and Ash
- The Lost Bus
- F1
- Blood & Sinners
Bester Animationsfilm
- Amélie et la Métaphysique des tubes
- Arco
- Elio
- KPop Demon Hunters
- Zoomania 2
Bester animierter Kurzfilm
- Forevergreen
- The Girl Who Cried Pearls
- Papillon
- Retirement Plan
- The Three Sisters
Bester Kurzfilm
- Butcher’s Stain
- Deux personnes échangeant de la salive
- A Friend of Dorothy
- Jane Austen’s Period Drama
- The Singers
Bester Dokumentarfilm
- Come See Me in the Good Light
- Cutting Through Rocks
- The Alabama Solution
- Mr. Nobody mod Putin
- The Perfect Neighbor
Bester Dokumentar-Kurzfilm
- All the Empty Rooms
- Armed Only with a Camera
- Children No More
- The Devil Is Busy
- Perfectly a Strangeness
Bester internationaler Film
- Ein einfacher Unfall – Frankreich
- The Secret Agent – Brasilien
- Sentimental Value – Norwegen
- Sirāt – Spanien
- Die Stimme von Hind Rajab – Tunesien