“Damaged by Your Silence” ist eine zutiefst persönliche Offenbarung der Sängerin Larissa Rapold – im Mai ist das Schweizer Trio für drei Konzerte in Deutschland.
Mit ihrem dritten Album „Damaged By Their Silence“ schlagen Malummí ein neues Kapitel auf – und schließen gleichzeitig einen sehr persönlichen Kreis. Das Trio aus Basel verarbeitet auf der Platte die intensive Zeit nach dem Vorgänger „The Universe is Black“ und legt ein Werk vor, das tief in persönliche Erfahrungen, familiäre Konflikte und gesellschaftliche Spannungen eintaucht.
Im Zentrum steht Sängerin und Songwriterin Larissa Rapold. Ihre Texte sind so offen wie selten zuvor: Sie erzählen von Schmerz, Verlust und innerer Zerrissenheit, aber auch von dem mühsamen Weg zurück zu Nähe, Liebe und Versöhnung. „Damaged By Their Silence“ wirkt dadurch weniger wie eine lose Song-Sammlung als vielmehr wie eine zusammenhängende Erzählung über Selbstkonfrontation und Heilung.
Der Albumauftakt „Therapist“ setzt direkt den emotionalen Ton. Die erdige Rockballade lebt von starken Gegensätzen: Warme, fast tröstliche Klangflächen treffen auf Rapolds schonungslos ehrliche Zeilen über mentale Abwärtsspiralen. In dieser Spannung entfaltet sich ein Song, der den fragilen Raum zwischen Selbstzweifel und Hoffnung greifbar macht.
Mit „Key“ folgt eine treibende Indie-Hymne über das Loslassen. Eindringliche Gitarren und eine fast cineastische Melancholie tragen Rapolds Stimme, während der Song die stillen psychischen Zwischenräume einer Beziehung erkundet, die einst erfüllend war – und nun langsam zerbricht.
Der emotionale Kern des Albums liegt jedoch in „Silent Baby“. Bereits die ersten Zeilen – „The day I was born / was a sunny Wednesday / I didn’t scream or cry / they thought I’ve died“ – entfalten eine enorme Wucht. Zwischen poetischen Bildern und klarer Direktheit zeichnet Rapold nach, wie prägend frühe Erfahrungen sein können. Doch statt eines Anklageschreis wirkt der Song eher wie ein Moment der Erkenntnis: ein vorsichtiges Sichtbarwerden dessen, was lange verborgen blieb.
Musikalisch bleiben Malummí ihrem gitarrengetriebenen Indie-Sound treu, erweitern ihn jedoch erstmals um eine deutlich präsente Klavierstimme. Diese neue Klangfarbe verleiht den Songs zusätzliche Tiefe. Gleichzeitig wirkt Rapolds Stimme heute ruhiger und klarer, ohne an Intensität zu verlieren.
Gemeinsam mit Gitarrist Giovanni Vicari und Schlagzeuger Lucas Zibulski erschafft sie eine Klangwelt, die kompromisslos ehrlich und zugleich überraschend anziehend wirkt. Zwischen verletzlicher Indie-Intimität und kraftvoller Singer-Songwriter-Energie bewegt sich das Album souverän durch Emotionen wie Wut, Trauer, Zärtlichkeit und Hoffnung.
Mit „Damaged By Their Silence“, erschienen am 13. März 2026, zeigen Malummí eindrucksvoll, wie Musik persönliche Geschichten in universelle Gefühle übersetzen kann. Es ist ein Album über Kreisläufe – über das Wiederkehren von Erinnerungen, das Wachsen an ihnen und den Mut, trotz allem weiterzugehen.
Malummí live:
09.04. CH-Zürich, Helsinki
10.04. CH-Basel, Gannet
24.04. CH-Bern, Gaskessel
05.05. Mainz, Schon Schön
08.05. Leipzig, Noch Besser Leben
09.05. München, Feierwerk