„And Then I Woke Up“ beginnt mit kaum mehr als Klavier und einer leisen Hi-Hat. Fast sechs Minuten lang entwickelt Jelle Denturck als Dressed Like Boys daraus eine Ballade über Identität, Selbstbild und den Moment des Aufwachens.
Der Song ist der Titeltrack des zweiten Albums von Dressed Like Boys, das im Frühjahr 2027 erscheinen soll. Musikalisch bleibt „And Then I Woke Up“ zunächst auffallend reduziert und erinnert mit seinem Klavier an frühe Songs von Elton John. Erst im Refrain öffnet sich die Komposition und gibt dem Stück mehr Weite.

Credits: Sieme Hermans
Auch im Text geht es um einen Zustand zwischen Kindheit und Erwachsensein. Das „Ego on the move“ beschreibt einen erwachsenen Menschen, der noch immer auf dem Boden liegt und einen Wutanfall hat. Wünsche, Ambitionen, Sorgen und Kränkungen treffen auf verschiedene Vorstellungen davon, wer man selbst ist. Nähe kann dabei in Trennung umschlagen, während sich materieller Reichtum weder kaufen noch verkaufen lässt. Am Ende steht der Satz: „And then I woke up.“
Das Aufwachen zieht sich auch durch das Konzept des kommenden Albums. Denturck beschäftigt sich darin mit spirituellem Erwachen, Einschlafen und dem erneuten Aufwachen. Für seine Auseinandersetzung damit hat er sich unter anderem mit Buddhismus und Taoismus beschäftigt. Dass Buddha wörtlich „Ich bin erwacht“ bedeutet, verbindet sich dabei mit einem Gedanken von Jean-Jacques Rousseau: „L’homme est né libre, et partout il est dans les fers“ – der Mensch wird frei geboren und ist doch überall in Ketten.
„And Then I Woke Up“ folgt damit auf das selbstbetitelte Debütalbum von Dressed Like Boys, das im August 2025 erschien. Songs wie „Lies“, „Pinnacles“, „Jaouad“ und „Stonewall Riots Forever“ brachten Denturck sechs MIA-Nominierungen und zwei Auszeichnungen ein. Es folgten ausverkaufte Shows sowie Auftritte bei Rock Werchter und Best Kept Secret und zwei ausverkaufte Konzerte im OLT Rivierenhof.