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RuPaul legt erstmals in Berlin auf

RuPaul kommt erstmals als DJ nach Berlin. Am Sonntag, dem 2. August 2026, verwandelt sich die Uber Eats Music Hall von 16 bis 22 Uhr in eine große Teadance. Neben RuPaul stehen Felix Jaehn, Kiddy Smile sowie Barbie Breakout und Simon Dömer auf dem Line-up.

RuPaul Charles zählt zu den prägenden Figuren der internationalen Pop- und Queer-Kultur. Als Moderator und Executive Producer von RuPaul’s Drag Race hat er eines der erfolgreichsten TV-Formate der vergangenen Jahre geschaffen. Die Show wurde vielfach ausgezeichnet und machte Drag einem weltweiten Publikum zugänglich. RuPaul selbst erhielt unter anderem 14 Emmy Awards, einen Stern auf dem Hollywood Walk of Fame sowie einen Tony Award als Produzent des Musicals A Strange Loop.

Er wird beim Teadance als DJ seine Lieblingsplatten auflegen, also vornehmlich House und Disco. Und vielleicht ja auch ein paar seiner eigenen Songs aus “Drag Race”.

Felix Jaehn eröffnet das Programm. Der Hamburger DJ und Produzent gehört seit Jahren zu den erfolgreichsten deutschen Acts im internationalen Dance-Pop und landete mit Songs wie Cheerleader oder Ain’t Nobody (Loves Me Better) weltweite Hits.

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Anschließend übernimmt Kiddy Smile aus Paris. Der französische DJ, Produzent und Performer verbindet House-Musik mit Ballroom- und Clubkultur und gehört zu den bekanntesten Vertretern der queeren Clubszene Europas.

Komplettiert wird das Programm von Drag Race Germany-Host Barbie Breakout und Podcaster Simon Dömer. Die beiden sind vielen durch ihren queeren Podcast Doppelmaushälfte bekannt und stehen bei der Veranstaltung erstmals gemeinsam als DJ-Duo auf der Bühne.

RuPaul live in Berlin

Datum: Sonntag, 2. August 2026
Ort: Uber Eats Music Hall, Berlin
Einlass und Beginn: 16:00 Uhr

Line-up:

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  • RuPaul
  • Felix Jaehn
  • Kiddy Smile
  • Barbie Breakout & Simon Dömer

Tickets für den Teadance kosten von 29 Euro (für Gruppen von 6 Personen und Menschen mit geringem Einkommen) bis 59 Euro (für alle anderen).

RuPaul: Ikone der Popkultur

RuPaul ist weit mehr als Moderator von RuPaul’s Drag Race. Der US-Amerikaner gehört zu den wenigen Künstlern, die eine jahrzehntelang marginalisierte Kunstform aus den Clubs der queeren Szene in den internationalen Mainstream geführt haben. Als Drag Queen, Musiker, Schauspieler, Moderator, Produzent und Unternehmer hat RuPaul die Popkultur nachhaltig verändert und Generationen von Künstlern beeinflusst.

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Die Anfänge in der Clubszene

RuPaul Andre Charles wurde am 17. November 1960 in San Diego, Kalifornien, geboren. Nach der Trennung seiner Eltern zog er als Jugendlicher zu seiner Schwester nach Atlanta. Dort entwickelte sich in den 1980er Jahren eine lebendige Underground-Szene aus Punk, New Wave, Performancekunst und Drag, in der RuPaul schnell seinen Platz fand.

Seine ersten Auftritte absolvierte er in kleinen Clubs, auf improvisierten Bühnen und bei alternativen Kunstveranstaltungen. Schon damals verstand er Drag nicht nur als Verkleidung, sondern als Kunstform, in der Mode, Musik, Schauspiel und gesellschaftlicher Kommentar zusammenkommen. Seine überlebensgroßen Outfits, sein Humor und seine selbstbewusste Bühnenpräsenz machten ihn schnell zu einer bekannten Figur der Clubszene Atlantas.

Ende der 1980er Jahre zog RuPaul nach New York. Dort wurde er Teil der Ballroom- und Clubkultur, die später durch den Dokumentarfilm Paris Is Burning weltweite Aufmerksamkeit erhielt. In dieser kreativen Umgebung entwickelte sich seine Bühnenfigur weiter und legte den Grundstein für seinen späteren Erfolg.

Der musikalische Durchbruch

1993 gelang RuPaul der internationale Durchbruch mit der Single Supermodel (You Better Work). Der Song entwickelte sich zu einem weltweiten Dance-Hit und machte ihn zur ersten Drag Queen, die regelmäßig auf Musiksendern wie MTV zu sehen war. Das dazugehörige Album Supermodel of the World verband House, Dance-Pop und Disco und etablierte RuPaul auch als Musiker.

In den folgenden Jahren veröffentlichte er regelmäßig neue Alben und Singles. Seine Musik blieb dabei eng mit der Clubkultur verbunden und bewegte sich zwischen House, Disco, Pop und elektronischer Tanzmusik. Titel wie Snapshot, Back To My Roots, Call Me Mother, Champion oder Sissy That Walk gehören heute zum festen Soundtrack der internationalen Drag-Szene und werden in Clubs ebenso gespielt wie bei den Live-Tourneen von Drag Race.

Obwohl RuPaul nie zu den klassischen Popstars mit weltweiten Chart-Hits wurde, baute er sich über Jahrzehnte eine außergewöhnlich treue Fangemeinde auf. Seine Songs transportieren Selbstbewusstsein, Individualität und die Botschaft, sich selbst zu akzeptieren. Das berühmte Motto “If you can’t love yourself, how in the hell are you gonna love somebody else?” wurde zu einem der bekanntesten Leitsätze der queeren Popkultur.

Schauspiel, Fernsehen und Popkultur

Parallel zur Musik etablierte sich RuPaul als Fernsehpersönlichkeit. Bereits Mitte der 1990er Jahre moderierte er die Talkshow The RuPaul Show auf VH1 und interviewte Stars wie Diana Ross, Nirvana, Duran Duran oder die Backstreet Boys.

Auch als Schauspieler war er regelmäßig zu sehen. Zu seinen bekanntesten Filmrollen gehören To Wong Foo, Thanks for Everything! Julie Newmar, The Brady Bunch Movie, But I’m a Cheerleader und Hurricane Bianca. Hinzu kamen zahlreiche Gastauftritte in Serien wie Sabrina, Total Verhext!, Grace and Frankie, Broad City, AJ and the Queen oder The Simpsons. Seine unverwechselbare Stimme ist außerdem in verschiedenen Animationsserien und Videospielen zu hören.

RuPaul verstand es früh, verschiedene Medien miteinander zu verbinden. Fernsehen, Musik, Live-Auftritte, Podcasts, Bücher und soziale Medien wurden Teil einer Marke, die weit über die klassische Rolle einer Drag Queen hinausgeht.

Drag Race verändert die Fernsehlandschaft

Der entscheidende Wendepunkt seiner Karriere kam 2009 mit dem Start von RuPaul’s Drag Race. Das Format orientiert sich an klassischen Castingshows, verbindet Mode, Comedy, Schauspiel, Tanz und Gesang jedoch mit der Kunst des Drag.

In jeder Staffel treten Drag Queens in kreativen Wettbewerben gegeneinander an. Bewertet werden nicht nur handwerkliche Fähigkeiten, sondern auch Charisma, Originalität, Humor und Bühnenpräsenz. Legendär wurden Challenges wie das “Snatch Game”, bei dem prominente Persönlichkeiten parodiert werden, oder die aufwendig inszenierten Runway-Präsentationen.

Was zunächst als vergleichsweise kleine Realityshow begann, entwickelte sich zu einem weltweiten Erfolgsformat. Heute existieren zahlreiche internationale Ableger, darunter Versionen aus Großbritannien, Kanada, Frankreich, Spanien, Brasilien, Australien, Mexiko, Belgien, Schweden, den Philippinen und Deutschland. Hinzu kommen Formate wie All Stars, Global All Stars, UK vs The World oder Canada vs The World.

Für viele Künstlerinnen wurde Drag Race zum Sprungbrett für internationale Karrieren. Namen wie Bianca Del Rio, Trixie Mattel, Sasha Colby, Bob the Drag Queen, Jinkx Monsoon oder Alaska gehören heute zu den bekanntesten Entertainern der queeren Szene. Gleichzeitig machte die Sendung Drag einem Millionenpublikum zugänglich und trug dazu bei, Vorurteile abzubauen und queere Sichtbarkeit im Fernsehen zu stärken. Und nicht zuletzt den teilnehmenden Drag Queens einen vollen Terminkalender zu garantieren.

Der deutsche Ableger Drag Race Germany mit der Berliner Drag Queen Barbie Breakout als Hostess war 2023 anders als in anderen Ländern nur im Pay-TV zu sehen und wurde leider nach einer Staffel eingestellt.

Unternehmer und Kulturfigur

RuPaul ist längst nicht mehr nur Entertainer. Mit seiner Produktionsfirma World of Wonder entstand rund um Drag Race ein eigenes Medienuniversum aus Tourneen, Podcasts, Streamingformaten, Büchern und Merchandise. Darüber hinaus veröffentlichte er mehrere autobiografische Bücher und moderiert seit vielen Jahren den Podcast What’s The Tee? sowie RuPaul’s Drag Race begleitende Formate.

Dabei blieb RuPaul stets eng mit der Clubkultur verbunden. Zwischen Fernsehproduktionen veröffentlicht er weiterhin neue Dance-Alben und tritt regelmäßig als DJ auf Festivals, Pride-Veranstaltungen und Clubevents auf. Seine Sets bewegen sich zwischen House, Disco und Pop und knüpfen an jene Clubkultur an, in der seine Karriere vor mehr als vierzig Jahren begann.

RuPauls Einfluss reicht heute weit über die LGBTQ+-Community hinaus. Er hat dazu beigetragen, Drag als eigenständige Kunstform international sichtbar zu machen und einer neuen Generation von Künstlerinnen und Künstlern den Weg zu ebnen.

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