Jennifer Rostock setzen ihr Comeback mit neuer Musik fort. Die Band hat das Video zur Single „Fehler im System“ veröffentlicht und verbindet darin ihren eingängigen Mix aus Rock und Punk mit einer deutlichen gesellschaftlichen Botschaft.
Nach acht Jahren Pause sind Jennifer Rostock 2026 zurück. Mit „Fehler im System“ knüpft die Band an jene Mischung aus direkter Sprache, zugänglichen Refrains und politischer Haltung an, die bereits früh zu ihrem Markenzeichen wurde. Inhaltlich beschäftigt sich der Song mit sozialer Ungleichheit und einem Arbeitsleben, in dem Leistung längst keine Garantie für finanzielle Sicherheit mehr darstellt.
„Wer schuftet, bleibt arm. Wer gibt, bekommt nichts zurück“, heißt es dazu im begleitenden Statement zur Veröffentlichung. Der Titel „Fehler im System“ liefert die entsprechende Diagnose gleich mit. Die beschriebenen Verhältnisse erscheinen hier nicht als Ausnahme oder vorübergehende Fehlentwicklung, sondern als strukturelles Problem.
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Musikalisch verpacken Jennifer Rostock das Thema in einen Song, der seine Botschaft nicht als Vortrag formuliert. Die Band setzt stattdessen auf jene unmittelbare Verbindung von Rock, Pop und Punk, mit der sie sich seit Ende der Nullerjahre eine große Fangemeinde erspielt hat. Das nun veröffentlichte Musikvideo ergänzt die Single um die visuelle Ebene.
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Jennifer Rostock gehören seit ihrem Durchbruch 2008 zu den bekannten Namen der deutschsprachigen Alternative-Szene. Zwischen 2008 und 2019 veröffentlichte die Band sechs Studioalben, zwei Livealben und eine EP. Dabei entwickelte sie einen Sound, in dem Rock, Punk und Pop ebenso Platz fanden wie elektronische Elemente, Indie und Einflüsse der Neuen Deutschen Welle.
Auch kommerziell war die Band erfolgreich. Laut den Angaben zur aktuellen Veröffentlichung erreichten die letzten sechs Releases jeweils die Top 10 der deutschen Charts, fünf davon schafften es in die Top 5. Neben den Songs gehörten dabei stets auch politische und gesellschaftliche Themen zum Profil von Jennifer Rostock.
2019 begann eine längere Pause, die schließlich acht Jahre dauern sollte. 2026 melden sich Jennifer Rostock nun wieder zurück. Die Resonanz auf das Comeback zeigt laut Label, dass ein großer Teil der früheren Fangemeinde der Band weiterhin folgt.
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Mit „Fehler im System“ wird zugleich deutlich, dass Jennifer Rostock ihre Rückkehr nicht auf Nostalgie ausrichten. Der neue Song greift ein aktuelles gesellschaftliches Thema auf und führt damit einen wesentlichen Teil der eigenen Bandgeschichte weiter: Pop und Punk als eingängige Form für Texte, die politische Fragen und soziale Missstände ausdrücklich benennen.
Jennifer Rostock: Biografie
Jennifer Rostock zählen zu den erfolgreichsten deutschen Alternative-Rock-Bands der späten Nuller- und 2010er-Jahre. Gegründet wurde die Band 2007, im Zentrum stehen Sängerin Jennifer Weist und Keyboarder Johannes „Joe“ Walter-Müller. Bereits kurz nach der Gründung gelang Jennifer Rostock der Sprung in eine größere Öffentlichkeit. 2008 nahmen sie mit „Kopf oder Zahl“ am Bundesvision Song Contest teil und veröffentlichten im selben Jahr ihr Debütalbum „Ins offene Messer“.
Musikalisch ließen sich Jennifer Rostock von Beginn an nur bedingt auf ein Genre festlegen. Punk und Alternative Rock bildeten das Fundament, hinzu kamen Pop, elektronische Elemente, Indie und Einflüsse der Neuen Deutschen Welle. Eine zentrale Rolle spielte dabei Jennifer Weist, deren markante Stimme und Bühnenpräsenz das Erscheinungsbild der Band wesentlich prägten. Auch textlich entwickelte sich schnell eine eigene Handschrift: persönliche Themen trafen auf gesellschaftliche und politische Kommentare, häufig mit direkter Sprache, Wortspielen und provokanten Zuspitzungen.
Auf das Debüt folgte 2009 „Der Film“, 2011 erschien „Mit Haut und Haar“. Mit diesem Album erreichten Jennifer Rostock erstmals die Top 5 der deutschen Albumcharts. Die folgenden Veröffentlichungen festigten den Status der Band innerhalb der deutschsprachigen Rockszene. „Schlaflos“ erschien 2014, „Genau in diesem Ton“ folgte 2016. Mit Songs wie „Du willst mir an die Wäsche“, „Es tut wieder weh“, „Ich kann nicht mehr“, „K.B.A.G.“ oder „Hengstin“ baute die Gruppe ihr Publikum kontinuierlich aus.
Besonders „Hengstin“ sorgte 2016 für Aufmerksamkeit. Der Song thematisiert Sexismus, Rollenbilder und gesellschaftliche Erwartungen an Frauen und gehört zu den politisch deutlichsten Stücken der Band. Politische Positionierungen waren bei Jennifer Rostock allerdings kein neues Element. Die Gruppe äußerte sich im Laufe ihrer Karriere wiederholt zu gesellschaftlichen Debatten und positionierte sich gegen Rechtsextremismus und Diskriminierung.
Neben den Studioalben erschienen Live-Veröffentlichungen und die EP „Worst of Jennifer Rostock“, die 2017 zum zehnjährigen Bestehen der Band veröffentlicht wurde. Konzerte spielten für Jennifer Rostock von Beginn an eine wichtige Rolle. Die Verbindung aus Punk-Energie, Pop-Refrains und einer stark auf Interaktion ausgerichteten Frontfrau machte die Gruppe auch außerhalb klassischer Rock- und Punk-Kreise bekannt.
2018 kündigten Jennifer Rostock eine Pause auf unbestimmte Zeit an. Nach den vorerst letzten Konzerten wurde es ruhig um die Band. Jennifer Weist veröffentlichte anschließend unter dem Namen Yaenniver eigene Musik und setzte damit ihre Solokarriere fort.
2026 melden sich Jennifer Rostock nach achtjähriger Pause wieder zurück. Damit beginnt ein neues Kapitel für eine Band, die über mehr als ein Jahrzehnt zu den auffälligsten deutschsprachigen Acts an der Schnittstelle von Alternative Rock, Punk und Pop gehörte. Die neue Single „Fehler im System“ führt zugleich einen vertrauten Bestandteil ihrer Arbeit fort: gesellschaftliche Themen werden in einen unmittelbar zugänglichen Rocksong übersetzt.
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Jennifer Rostock: Studioalben
- 2008: Ins offene Messer
- 2009: Der Film
- 2011: Mit Haut und Haar
- 2014: Schlaflos
- 2016: Genau in diesem Ton
- 2017: Worst of Jennifer Rostock

