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Apparat – A Hum Of Maybe: Definitely Maybe Artpop

ALBUM DER WOCHE: Experimentell, eklektisch und irgendwie episch: Apparat (alias Sascha Ring) pluckert und pulsiert nach sechs Jahren Pause wieder oszillierend zwischen Artpop, Jazz-Electronica und Glitch-Techno.

Sechs Jahre lang mussten wir auf ein neues Album von Apparat warten: Der in Berlin lebende Grammy-nominierte Musiker, Produzent und Komponist Sascha Ring hatte zwar vor vier Jahren schon von sich hören lassen, damals zusammen mit Gernot Bronsert und Sebastian Szary als er Modeselektor und Apparat zu Moderat verschmolz.

Nun also „A Hum Of Maybe” – ein bescheiden klingender Titel mit Zweifel und Zuflüsterung im Namen, aber mit definitely maybe viel Artpop, Jazz-Electronica, Orchestral-Pop, Ambient sowie Avantgarde und Glitch-Techno im Sound.

Das Vielleicht apostrophiert dabei die Genre-Zuschreibungen, denen sich das Album mit seinen vielen Gastmusikern und Gastmusikern entzieht: Mal wandelt Apparat auf Radioheads Spuren wie im Opener „Glimmerine“, Glitch und Glam kollidieren in „Tilth“, zusammen mit der armenisch-amerikanische Produzentin und Sängerin KÁRYYN als umwerfendes Duett vorgetragen, und in „A Slow Collision“ prallen Experiment und Electronica tanzbar aufeinander.

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Dass trotz aller arty und artifiziell gebauten Songstrukturen eine geradezu organische Wärme von „A Hum Of Maybe“ ausgeht, liegt an den Gast-Kollaborationen mit Cello, Klavier, Gitarre,  Bass, Schlagzeug oder Posaune. Und im sich aufwirbelnden aufwühlenden Titeltrack wartet man direkt darauf, dass Thom Yorke oder Talk Talk hier mitsingen.

Zudem steckt hinter dem Album ein intensives Konzept: Sascha Ring hat sich dabei für jeden Tag einen Song-Entwurf auferlegt. Seit 2025 sammelte er diese und sie stecken alle nun kompakt in „A Hum Of Maybe“ – ein Summen von persönlichen wie poetischen Electronica-Träumen.

Die auf dem Album vertretenen langjährigen musikalischen Mitstreiter werden auch bei den kommenden Live-Shows mit ihm auftreten, so dass Apparat zur Band wird. Zu bestaunen auf folgenden Terminen:

21.06. Duisburg, Traumzeit Festival

07.08. AT-Feldkirch, Poolbar Festival

Biografie Apparat

Hinter dem Projekt Apparat steckt der deutsche Techno- und Electronica-Künstler Sascha Ring: Schon mit 16 Jahren begann er in seiner Heimat Sachsen-Anhalt als DJ und zog dann 1998 nach Berlin, wo er anfing selbst Musik zu machen. Mit klassischen Instrumenten reichert er Electro- und Techno-Sounds an und veröffentlich 2001 sein erstes Album „Multifunktionsebene“. Später schrieb er zudem viele Filmmusiken: Der Song „Goodbye“, der in Zusammenarbeit mit der Künstlerin Soap&Skin entstand, war als Titelmelodie zur gefeierten Netflix-Serie „Dark“ zu hören. Sein 2019 erschienenes Album „LP5“ wurde schließlich für den Grammy als „best Dance/Electronic Album“ nominiert. Nach sechs Jahren Pause veröffentlicht Apparat im Jahr 2026 dann „A Hum Of Maybe“.

Diskografie Apparat

2001: Multifunktionsebene

2003: Auf Kosten der Gesundheit (mit Modeselektor als Moderat)

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2003: Duplex

2006: Orchestra of Bubbles (mit Ellen Allien)

2007: Walls

2009: Moderat (mit Modeselektor als Moderat)

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2011: The Devil’s Walk

2013: Krieg und Frieden (Music for Theatre)

2013: II (mit Modeselektor als Moderat)

2016: III (mit Modeselektor als Moderat)

2019: LP5

2020: Soundtracks: Capri-Revolution

2020: Soundtracks: Stay Still

2020: Soundtracks: Dämonen

2020: Soundtracks: Equals Sessions

2026: A Hum Of Maybe