Zehn Jahre nach dem Tod von Prince veröffentlichen die Verwalter des Nachlasses des Musikers mit „Timeless“ eine neue Sammlung mit seltenen und bislang unveröffentlichten Aufnahmen. Die zehn Songs entstanden über einen Zeitraum von fast vier Jahrzehnten, von 1977 bis 2016, und stammen aus dem umfangreichen Archiv des Musikers.
Prince starb am 21. April 2016 im Alter von 57 Jahren. Seitdem verwaltet sein Nachlass ein enormes Archiv mit Studioaufnahmen, Demos, alternativen Versionen und Konzertmitschnitten. Prince selbst hatte über Jahrzehnte hinweg eine große Zahl von Songs aufgenommen, ohne sie offiziell zu veröffentlichen. Einige davon erscheinen nun auf „Timeless“.
Nach Angaben des Prince Estate handelt es sich um die erste posthume Veröffentlichung, die gezielt Material aus allen wesentlichen Phasen seiner Karriere zusammenführt. Die frühesten Aufnahmen entstanden demnach 1977, als Prince noch ein Teenager in Minneapolis war. Am anderen Ende der Chronologie steht Material aus dem Jahr 2016 und damit aus seinem letzten Lebensjahr. Die Zusammenstellung soll entsprechend weniger ein geschlossenes Album als einen Streifzug durch das umfangreiche Archiv darstellen und so klingt das Album auch nach Prince in seinen unterschiedlichen Phasen.
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Einen ersten Einblick gab bereits der Song „With This Tear“. Prince schrieb, produzierte und spielte das Stück im November 1991 ein. Bekannt wurde die Komposition allerdings in anderer Form: Prince überließ den Song Céline Dion, die ihn für ihr 1992 erschienenes Album „Celine Dion“ aufnahm. Die nun veröffentlichte Aufnahme dokumentiert Prince selbst mit dem Stück.
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Als zweite Vorab-Single folgte „Stone“, eine bislang unveröffentlichte Aufnahme aus dem Frühjahr 1995. Geschrieben wurde der Song von Sandra St. Victor, Tom Hammer und Jules Van Even. Damit enthält „Timeless“ nicht ausschließlich bislang unbekannte Prince-Kompositionen, sondern auch Aufnahmen, die Einblick in seine Arbeit mit dem Material anderer Songwriter geben.
Ein Höhepunkt des posthumen Albums ist der Track „Heaven“ aus den Sessions für „Around The World In A Day“ aus dem Jahr 1985, bei dem man sich wundert, dass er es nicht aufs Album geschafft hat.
Der sogenannte Vault von Prince gehört längst zur Geschichte des Musikers. Über Jahrzehnte sammelte der Workaholic darin eine kaum überschaubare Menge an Aufnahmen, von vollständig produzierten Songs über alternative Fassungen bis zu Demos und musikalischen Skizzen. Bereits zu Lebzeiten rankten sich zahlreiche Geschichten um dieses Archiv. Nach seinem Tod wurde es zur Grundlage mehrerer Veröffentlichungen.
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Dazu gehörte 2018 das Album „Piano & A Microphone 1983“ mit privaten Probeaufnahmen sowie 2019 die Sammlung „Originals“, auf der Prince eigene Versionen von Songs zu hören waren, die er ursprünglich anderen Künstlerinnen und Künstlern überlassen hatte.
2021 erschien außerdem „Welcome 2 America“, ein komplettes Studioalbum, das Prince bereits 2010 aufgenommen, zu Lebzeiten jedoch nicht veröffentlicht hatte. Hinzu kamen umfangreiche Neuauflagen älterer Alben mit zahlreichen Archivtracks.
Mit solchen posthumen Veröffentlichungen stellt sich allerdings zunehmend die Frage, wie er selbst das wohl gefunden hätte, dass Musik von ihm veröffentlicht wird, die er selbst – vermutlich aus guten Gründen – nicht veröffentlicht hatte.
Prince war als Hüter seines Werks bekannt und entschied zu Lebzeiten sehr bewusst darüber, welche Musik erscheinen sollte, er änderte phasenweise sogar seinen Künstlernamen, um die Kontrolle darüber zu behalten.
Gerade zehn Jahre nach seinem Tod sollte deshalb jede weitere Veröffentlichung daran gemessen werden, ob sie tatsächlich etwas zum Verständnis seines Werks beiträgt und ob es aus musikhistorischen Gründen wirklich gerechtfertigt ist, den geheimen Vault für die Öffentlichkeit zu öffnen.

