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UCHE YARA taucht mit „BODYSCANNER“ tief in den eigenen Körper ein

Die Produzentin, Songwriterin und Multi-instrumentalistin veröffentlicht ein unglaublich reifes und beeindruckendes Debütalbum. Die Tour folgt ab Oktober 2026.

Vergiss den Kopf. Vergiss die Analyse. „BODYSCANNER“, das am 25.09.26 erschienene Debütalbum von UCHE YARA, kommt aus dem Bauch – und bleibt dort auch, wenn der Bass einsetzt.

Nach ihrem Durchbruch 2023 hätte man von der in Berlin lebenden, aus Österreich stammenden Multiinstrumentalistin ein cleveres Konzeptalbum erwarten können. Bekommt man auch – nur eben eins, das sich weigert, sich erklären zu lassen. „BODYSCANNER“ (erschienen auf goldendays FM) ist Black, queer, inklusiv, und vor allem: instinktgetrieben. Körperlichkeit, Selbstwahrnehmung, Zugehörigkeit – die großen Themen sind da, aber sie kommen nie als Vortrag daher, sondern als Groove.

Der Blick, der zurückblickt

Der Titel ist Programm: das ewige Spannungsfeld zwischen Selbstbild und Fremdblick, zwischen dem, was wir sind, und dem, wofür wir gescannt werden. Statt daraus eine weitere dystopische Überwachungs-Metapher zu bauen, dreht UCHE den Scanner um. Die Frage ist nicht „Wer beobachtet mich?“, sondern „Was passiert, wenn ich aufhöre, für andere zu performen?“

Klanglich heißt das: pulsierende Electronic-Texturen, hypnotische Loops, ein neu gewonnenes Selbstvertrauen im Umgang mit Raum und Rhythmus. Ein Clubalbum, ja – aber eins, das den Club von innen aufbricht statt ihn zu feiern.

Fuck the Dopamine-Drop

Denn genau dieser Club hat UCHE lange nicht gepasst. Jahre der Entfremdung von einer Berliner Clubkultur, die auf Performance, Konsum, Anpassung oder Flucht gepolt war – bis Gespräche mit Freund:innen und queere, diverse Räume ihr etwas anderes zeigten: „Mein Ansatz entfernt sich vom Reich der digitalen, hyperstimulierten Zurschaustellung, wo ein Dopamin-Kick und ein Drop nach dem anderen in immer höherem Tempo hinterherjagt“, sagt sie. „Ich interessiere mich viel mehr für Verbindung als für Konsum.“

Genau diese Haltung – Connection statt Content – zieht sich durch das ganze Album, von kollektiver Abstumpfung bis zur befreienden Kraft geteilter Freude.

Camp, Widerstand, Roller Derby

Highlight Nummer eins: „DIVA CLUB“. UCHE als Kapitänin eines FLINTA-Roller-Derby-Teams, Camp-Energie in Reinform – bis der Song live eine zweite Bedeutungsebene freilegte. „Der Song handelte weniger davon, ein Spiel zu gewinnen, sondern mehr von kollektivem Selbstvertrauen, Widerstandsfähigkeit und dem Einnehmen von Raum“, so UCHE. „Es geht darum zu sagen: Ja, wir können das, ja, wir können uns zurückholen, was uns genommen wurde, ja, wir können laut, stolz und ganz wir selbst sein.“ Camp als Widerstand statt Ironie – härter geht Empowerment kaum.

„hello hello“ schreit gegen kollektive Taubheit an: sehen ohne wahrnehmen, hören ohne zuhören. „be something“ seziert eine Optimierungskultur, die uns vergessen lässt, dass es reicht, einfach jemand zu sein – kein Upgrade nötig. Und der Titeltrack? Wiederholung, elektronische Texturen, eine Vocal Performance mit der kühlen Autorität von Grace Jones, irgendwo zwischen Flughafenterminal und Nachtclub. Kontrolle und Hingabe im selben Atemzug – man kann sich nur fallen lassen.

Fazit: Instinkt statt Inszenierung

Frühere Releases zeigten, wie viel Vorstellungskraft in UCHE YARA steckt. „BODYSCANNER“ ist der Moment, in dem sie all das zu einer eigenständigen Vision verdichtet hat – kein Debüt, das um Aufmerksamkeit buhlt, sondern eins, das echte Verbindung einfordert. Der Club, wie er sein sollte.

UCHE YARA live in Deutschland:

27.10. DE-Köln, JAKI
01.11. DE-Hamburg, Turmzimmer
03.11. DE-München, Rote Sonne
06.11. DE-Berlin, Sonnenraum

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