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10 Fragen an… Mariybu

Am Donnerstag, dem Herrentag (!), veröffentlicht die Berliner Hyperpop-Künstlerin Mariybu ihr neues Album „FRECH“. Wir haben sie vor Veröffentlichung ihres Albums zum Interview getroffen.

1. Was ist der erste Song, an den du dich erinnerst?

„Ich find dich scheisse“ von TicTacToe. Mein Vater hatte die Vinyl von dem Album und wir durften nach dem Vorlesen, vor dem Schlafen gehen, immer noch einen Song hören. Und den hab ich mir immer gewünscht. Ich mochte einfach, dass der Song so frech war, so wie ich selber.

2. Was war die erste Platte, die du dir selbst gekauft hast?

Meine erste CD war „Verliebt…“ von Blümchen. Die hab ich für 1€ auf dem Schulhof in der Grundschule gekauft, das war eine gebrannte CD. Ich weiß, gar nicht gut, weil die Künstlerin nichts davon hatte, aber ich hab noch kein Taschengeld zu der Zeit bekommen. Ich war dann so krank stolz, dass ich eine eigene CD hatte und hab die jeden Tag mehrmals gehört.

3. Was war dein erstes Konzert als Besucherin?

Mein erstes Konzert müsste auf dem Waterquake Festival mit 14 gewesen sein. Das war so ein kleines Festival in Brake, wo ich zur Schule gegangen bin. Da sind hauptsächlich Punk- und Rockbands aufgetreten, ich kannte keine davon so wirklich, aber es gab Bier und man konnte dumm gehen, der Rest war mir egal. Ich weiß noch, dass ich nach dem Wochenende dunkelrote Füße hatte, weil ich Barfuß im Moshpit war und überall Blutergüsse hatte lol. Ich hab’s aber so geliebt, dass ich dann ab da jedes Jahr im Sommer auf 4-5 Festivals war. Ich war eigentlich noch zu jung, aber wir haben uns immer Papiere gefälscht oder sind über Zäune geklettert.

4. Wie bist du zur Musik gekommen?

Ich war 2018 auf einem Konzert von Haszcara, Finna und Sir Mantis und war so beeindruckt davon, dass sich Flinta*s auf die Bühne stellen und keinen Fick geben, dass ich danach direkt angefangen habe, selber zu schreiben. Dann hab ich Finna einfach direkt auf Facebook geschrieben und gefragt, ob wir uns mal treffen wollen, weil ich auch Musik mache und kein Plan warum, aber sie hat ja gesagt. Dann hat sie mich direkt zu Konzerten mitgenommen und ich musste Songs schreiben, damit ich auf der Bühne was zu performen hatte und dann kam eins zum anderen.

5. Wie machst du Musik?

Meistens fängt ein Song mit einem Gefühl aus meinem Leben an, das gerade aus irgendeinem Grund präsent ist. Dann kommen Worte, die das Gefühl ausdrücken, bzw. manchmal mache ich auch den Beat zuerst und schreibe dann darauf. Beat und Text entstehen bei mir eigentlich immer ziemlich gleichzeitig. Und dann kommt das Feilen am Song. Also schöne Reime machen, Silbenanzahl anpassen, Feinheiten im Beat, Vocals schön und clean aufnehmen und bearbeiten. Am meisten Spaß hab ich eigentlich an der Skizze, also der rohen Idee. Das Polieren ist manchmal ein bisschen anstrengend, aber lohnt sich leider immer sehr.

6. Warum machst du Musik?

Ich mach Musik, weil es mir Spaß macht. Weil ich eine Ausdrucksform in meinem Leben brauche, ich bin einfach ein kreativer Mensch. Früher habe ich gemalt und Fotos gemacht, jetzt mache ich Musik. Wenn ich mich irgendwie kreativ ausdrücke, habe ich das Gefühl zu Sein. Die Musik, die ich mache, mache ich, weil ich was verändern will in unserer Gesellschaft. Weil ich selber so viele Kackerfahrungen verarbeiten will und hoffe, dass es dazu beträgt, dass sich andere, die ähnliches erlebt haben, nicht alleine fühlen. Und im besten Fall verändere ich sogar etwas mit meiner Musik.

7. Welche Künstler haben dich am meisten geprägt? Mit wem würdest du gerne einmal zusammenarbeiten?

TicTacToe haben mich schon krass geprägt, SXTN, Charli xcx, Blümchen und 100 gecs. Ich würde so sau gerne mal einen Song mit Dylan Brady machen, weil seine Produktionen einfach die Creme de la Creme sind. Ein Feature würd ich übelst gerne mal mit Bangerfabrique machen. Ich fühl mich so geil, wenn ich die höre. Aber eventuell sind die ein bisschen zu cool für mich haha.

8. Was möchtest du mit deiner Musik erreichen?

Ich will mit meiner Musik Flinta*s empowern. Ich will, dass alle nach dem Konzert nach Hause gehen und sich denken „Kein Pisser kann mir was anhaben, weil ich die geilste Baddie bin“. Wenn dann noch Cis-Männer was dazu lernen können, ist das ein schöner Nebeneffekt.

9. Welches ist dein bester Song bisher?

Sau schwere Frage, die ist frech! Ich finde eigentlich alle Songs von meinem kommenden Album sind die besten lol. Aber wenn ich mich entscheiden muss, dann „Kein Ponyhof“. Der Song ist eine gute Referenz für meinen Style, bringt ziemlich genau auf den Punkt, was das Problem ist, ist funny und macht einfach Spaß. Und sogar meine Mum hat den an ihre Freundinnen geschickt, weil sie checkt.

10. Woran arbeitest du gerade? Was kommt als nächstes?

Als nächstes, am Herrentag, den 14.06, erscheint mein Album „FRECH“. Die Vinyls sind in der Pressung und die Songs alle fertig, aber ich arbeite gerade an der Tour dazu im Herbst. Außerdem stehen noch eine Single und ein paar Features an. Ahja und der Festivalsommer kommt auch noch, ich bin auf ziemlich vielen Festivals, unter anderem dem Splash und Heroes. Also das wird ein crazy Jahr, ich hab so krank Bock drauf und glaube es wird eins der geilsten meines Lebens.

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