Tight, wuchtig, ohne Nostalgie. Die Deftones liefern in der Max-Schmeling-Halle ein zeitloses Konzert für alte und neue Fans. Eröffnet wird der Abend von den New Yorkern Drug Church und US-Rapper Denzel Curry. Die Halle ist also bereits gut angeheizt, als die Deftones nach einer kurzen Pause mit „Be Quiet and Drive (Far Away)“ den Hauptteil des Abends eröffnen. Und wie sie das tun. Die Gruppe aus Kalifornien geht derart in die Vollen, niemand in der Halle kann sich dem entziehen.

Brachiale Gitarren, flirrende Melodien und stampfende Rhythmen sowie ein Frontmann irgendwo zwischen Aggression und Zerbrechlichkeit. Das ist seit jeher der Kitt zwischen dieser Ausnahmeband und ihren Fans. Ein Band, das auch an diesem Abend nicht reißt. Dabei liest sich die Setlist wie ein Wunschzettel. Klassiker wie „Diamond Eyes“ mischen sich mit Stücken vom aktuellen Album ’private music‘. Wie zu erwarten, funktionieren auch die neuen Songs live erstaunlich gut. Mehr noch, bewahren sie diesen Abend doch davor, eine verspätete Coming-Of-Age Party mit Basecap und Baggy-Hosen zu sein. Das hier hat Relevanz. Anderssein als Statement – auch 38 Jahre nach Bandgründung.

Dann, zum Schluss Ekstase auf 10! Als hintereinander weg die Songs „My Own Summer (Shove It)“, und „7 Words“ durch die Boxen drücken, bebt die Halle bis auf den letzten Platz. Der Sound kippt endgültig ins Unkontrollierte. Das hier ist kein versöhnlicher Abgang, kein sanftes Ausblenden. Dieses Konzert endet so, wie es von Anfang an gespielt wird: Tight, wuchtig, ohne Nostalgie.

Fazit: Voll gut – das nächste Mal sogar noch eine Spur größer, am 18. August, zusammen mit u.a. Turnstile in der Berliner Wuhlheide!
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Setlist
- Be Quiet and Drive (Far Away)
- locked club
- ecdysis
- Diamond Eyes
- Rocket Skates
- Digital Bath
- souvenir
- my mind is a mountain
- Lhabia
- Rosemary
- cut hands
- infinite source
- Sextape
- Hole in the Earth
- Change (In the House of Flies)
- Genesis
- milk of the madonna
Zugabe:
18. Cherry Waves
19. My Own Summer (Shove It)
20. 7 Words