Gemeinsam mit Benjamin Schaefer, Heinz Hox, Ralf Cetto und Gastgitarrist Joscho Stephan verbindet der Düsseldorfer Schlagzeuger akustischen Jazz mit Tango Nuevo, Latin und Gypsy Swing.
Mit „Acoustic Impulse“ legt der Düsseldorfer Schlagzeuger Andy Gillmann ein Album vor, das sich zwischen akustischem Jazz, Tango, Latin und Musette bewegt. Im Zentrum stehen eigene Kompositionen sowie Bearbeitungen von Astor Piazzolla, Edith Piaf und Richard Galliano. Unterstützt wird das Quartett bei einigen Stücken vom Mönchengladbacher Gypsy Jazz Gitarristen Joscho Stephan.
Die Musik lebt weniger von stilistischen Grenzziehungen als von Übergängen. Verträumte Melodien treffen auf rhythmisch dichte Passagen, die Band wechselt mühelos zwischen kammermusikalischer Zurückhaltung und energetischem Zusammenspiel. Gerade in den Piazzolla Interpretationen zeigt sich die Stärke der Besetzung: Das Akkordeon von Heinz Hox bringt die melancholische Schwere des Tango Nuevo ebenso überzeugend ein wie jazzige Offenheit und improvisatorische Freiheit.
Hox zählt seit Jahren zu den vielseitigsten deutschen Akkordeonisten. Seine Arbeit reicht von Filmmusik bis Free Jazz, Konzerte führten ihn unter anderem nach Moskau, Kapstadt und Hawaii. Mit Künstlern wie Udo Jürgens oder Bobby McFerrin arbeitete er ebenso zusammen wie mit verschiedenen Jazzformationen. Auf „Acoustic Impulse“ prägt er den Klang des Albums entscheidend mit.
Am Klavier sitzt Benjamin Schaefer, der unter anderem Mitglied des Bundesjazzorchesters war und mit eigenen Projekten wie dem Benjamin Schaefer Trio oder Quiet Fire international unterwegs ist. Tourneen führten ihn in 27 Länder auf vier Kontinenten. Neben seiner Konzerttätigkeit unterrichtet er seit vielen Jahren Jazz Klavier an der Hochschule für Musik und Tanz Köln. Sein Spiel verbindet lyrische Klarheit mit rhythmischer Präzision und gibt vielen Stücken ihre offene, atmende Struktur.
Für das Fundament sorgt Ralf Cetto am Kontrabass und E Bass. Der Mainzer spielte unter anderem im Trio der aserbaidschanischen Pianistin Aziza Mustafa Zadeh und arbeitete mit Musikern wie Tony Lakatos oder Ivan Lins zusammen. Seine Erfahrung zwischen modernem Jazz und weltmusikalischen Einflüssen fügt sich nahtlos in den offenen Ansatz der Platte ein.
Andy Gillmann selbst ist vor allem als Schlagzeuger und Dozent bekannt. Neben Auftritten bei internationalen Drumfestivals arbeitete er mit zahlreichen Jazz und Fusion Projekten zusammen. Seine musikalische Haltung auf „Acoustic Impulse“ bleibt dabei stets dienend. Das Schlagzeug drängt sich nie in den Vordergrund, sondern hält die Dynamik der Stücke flexibel zusammen.
Mit Joscho Stephan kommt auf einigen Tracks eine weitere Farbe hinzu. Stephan gehört seit Jahren zu den prägenden europäischen Gypsy Jazz Gitarristen und spielte unter anderem mit Paquito D’Rivera, James Carter, Biréli Lagrène und Tommy Emanuel. Seine Soli bringen Tempo und Virtuosität ins Album, ohne den akustischen Charakter der Aufnahmen zu überlagern.
„Acoustic Impulse“ wirkt insgesamt wie das Ergebnis einer Band, die ihre unterschiedlichen musikalischen Hintergründe nicht ausstellt, sondern selbstverständlich zusammenführt. Jazz, Tango und Musette stehen hier gleichberechtigt nebeneinander und entwickeln einen eigenen, atmosphärisch dichten Sound.