Skrillex hat erstmals seit über zehn Jahren wieder ein ausführliches Interview gegeben. Im Gespräch mit dem britisch-schwedischen Künstler Ecco2K für das Berliner Kulturmagazin 032c äußert sich Sonny Moore ausführlich zum Einfluss von Künstlicher Intelligenz auf Musik und erklärt, warum er menschliche Kreativität für unersetzlich hält.
Für Skrillex liegt der eigentliche Wert von Kunst darin, Menschen emotional zu erreichen. „Der Wert von Kunst lässt sich fast daran messen, ob sie jemandem das Gefühl gibt, gesehen zu werden“, sagt er. KI-generierte Songs könnten zwar durchaus viral gehen, doch dieses Gefühl einer echten Verbindung entstehe nur zwischen Menschen. „Man kann sich nicht gesehen fühlen, wenn auf der anderen Seite kein Mensch ist.“
Als Beispiele nennt Moore Künstler wie Daft Punk, Justice oder Metallica. Deren Musik habe ihn berührt, weil sie Bekanntes mit neuen Ideen verbunden habe. Das Gefühl, dass jemand dieselbe Sprache spreche oder ähnliche Erfahrungen teile, lasse sich seiner Ansicht nach nicht künstlich erzeugen.
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Im Interview spricht Skrillex auch über seine Bereitschaft, kreative Risiken einzugehen. Bereits als Sänger der Post-Hardcore-Band From First to Last sei er mit Vorurteilen konfrontiert gewesen. Für die Hardcore-Szene sei die Band nicht hart genug gewesen, gleichzeitig aber deutlich aggressiver als viele Emo-Acts jener Zeit. Davon habe er sich jedoch nie aufhalten lassen.
Auch seine ersten Produktionen entstanden mit einfachen Mitteln. Songs wie „Bangarang“ seien mit günstigen Snowball-Mikrofonen oder sogar Laptopmikrofonen aufgenommen worden. Gerade diese technischen Einschränkungen hätten seinen Sound geprägt. Aus unperfekten Ausgangspunkten entstünden oft die interessantesten Ergebnisse, so Moore.
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„Im Zeitalter von KI und Smartphones ist es wichtiger denn je, Räume zu schaffen, in denen Menschen gemeinsam im Moment sein können“, erklärt er. Authentische Konzerterlebnisse ließen sich nicht simulieren. Sollte ihm dieses Gefühl verloren gehen, würde er lieber ganz auf Live-Auftritte verzichten.
Rückblickend erinnert sich Skrillex außerdem daran, dass seine 2010 veröffentlichte EP Scary Monsters and Nice Sprites mit einem Marketingbudget von gerade einmal 2.000 Dollar erschien. Der Erfolg sei nicht das Ergebnis einer großen Kampagne gewesen, sondern vor allem durch Mundpropaganda und die Dynamik des Internets entstanden.
Nach seinem Überraschungsalbum SOMA, das im Juni veröffentlicht wurde, erschien kürzlich die gemeinsame Single „Rumpta“ mit Solomun. Beide Veröffentlichungen gehören zu seiner neuen unabhängigen Karrierephase nach dem Abschied von Atlantic Records.
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