Fast drei Jahrzehnte nach seinem frühen Tod erhält Jeff Buckley eine neue filmische Würdigung, die nun auch hierzulande zu sehen sein wird. It’s Never Over, Jeff Buckley, der neue Dokumentarfilm der US-amerikanischen Regisseurin Amy Berg, startet am 9. April 2026 offiziell in den deutschen Kinos.
Der Film widmet sich dem kurzen, aber bis heute nachwirkenden Leben eines Künstlers, der mit nur einem regulären Studioalbum Musikgeschichte schrieb. Grace, 1994 veröffentlicht, wurde zunächst verhalten aufgenommen, entwickelte sich jedoch über die Jahre zu einem Referenzwerk der Neunzigerjahre. Buckleys Tod im Mai 1997, er ertrank im Mississippi River, beendete seine Karriere abrupt. Er wurde nur 30 Jahre alt.
Amy Berg nähert sich Buckley mit der nötigen Ruhe und Distanz zum gängigen Rockmythos. Statt einer chronologischen Nacherzählung setzt It’s Never Over, Jeff Buckley auf Nähe und Kontext. Grundlage des Films sind umfangreiche Archivmaterialien, darunter bislang unveröffentlichte Videoaufnahmen, private Sprachnachrichten und Fotografien aus Buckleys Nachlass. Ergänzt werden sie durch Gespräche mit Menschen, die ihm nahestanden und ihn künstlerisch begleiteten.

Eine zentrale Rolle spielt Buckleys Mutter Mary Guibert, die in den vergangenen Jahrzehnten maßgeblich über sein Vermächtnis wachte. Ihre Erinnerungen geben dem Film eine emotionale Erdung, ohne ins Sentimentale abzurutschen. Auch ehemalige Partnerinnen wie Rebecca Moore und Joan Wasser kommen zu Wort, ebenso wie Bandmitglieder Michael Tighe und Parker Kindred. Musikerinnen und Musiker wie Ben Harper und Aimee Mann ordnen Buckleys Einfluss aus heutiger Perspektive ein und machen deutlich, wie stark seine Musik bis heute nachwirkt.
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Inhaltlich interessiert sich der Film weniger für Legendenbildung als für innere Spannungen. Buckley erscheint als hochsensibler Künstler, getrieben von großen Erwartungen, familiären Prägungen und einem ausgeprägten Drang zur Selbstbefragung. Berg vermeidet einfache Erklärungen und lässt Widersprüche bewusst stehen. Gerade dadurch entsteht ein vielschichtiges Porträt, das Buckley als Mensch greifbar macht, ohne ihn vollständig erklären zu wollen.
Musikalisch bietet der Film reichlich Raum für Konzertmitschnitte und Studiosequenzen, die Buckleys außergewöhnliches Talent zeigen, das er von seinem ebenfalls früh verstorbenen Vater Tim Buckley geerbt hatte. Sein emotionales Songwriting in Verbindung mit einer ausdrucksstarken Stimme sorgte dafür, dass der Künstler, der Zeit seines Lebens eher in kleinen Clubs gespielt hatte und eher Insidern bekannt war, posthum zur Legende wurde. Dabei hatte “Grace” viel mehr zu bieten als nur die überirdische Coverversion von Leonard Cohens “Hallelujah”.
Die internationale Resonanz auf It’s Never Over, Jeff Buckley fiel bislang ausgesprochen positiv aus. Kritikerinnen und Kritiker lobten vor allem die empathische Haltung der Regisseurin und den respektvollen Umgang mit dem vorhandenen Material. Auch beim Publikum stieß der Film auf große Zustimmung, nicht zuletzt, weil er Raum für eigene Erinnerungen und Projektionen lässt.
Mit dem Kinostart am 9. April 2026 bekommt diese vielbeachtete Dokumentation nun auch in Deutschland eine Leinwand. Ein konkreter Termin für eine hiesige Streaming-Veröffentlichung steht derzeit noch aus.