Fünf Jahre nach seinem letzten Studioalbum kehrt der schwedische Songwriter mit acht neuen Songs zurück. Inspiriert von den Gedanken eines ehemaligen Lehrers setzt er sich mit politischen Entwicklungen, gesellschaftlicher Spaltung und dem zunehmenden Misstrauen gegenüber der Wissenschaft auseinander.
Manche Begegnungen bleiben ein Leben lang in Erinnerung. Für Lars Bygdén war es ein Lehrer namens Dan, den er Anfang der 1990er-Jahre an der Ålsta Folkhögskola im schwedischen Fränsta kennenlernte. Dessen Gedanken über gesellschaftliche Entwicklungen und die wiederkehrenden Konflikte zwischen Vernunft und Gefühl beschäftigen den Musiker bis heute. Mehr als drei Jahrzehnte später bilden sie den Ausgangspunkt für sein neues Album War.
Es ist Bygdéns erstes Studioalbum seit One Last Time for Love, auf dem er vor fünf Jahren den Tod seiner Ehefrau verarbeitete. Während damals persönliche Trauer im Mittelpunkt stand, richtet sich sein Blick nun auf politische und gesellschaftliche Fragen.
Sein damaliger Lehrer Dan vermittelte Bygdén eine Vorstellung von Geschichte als Pendelbewegung zwischen romantischen und aufklärerischen Denkströmungen. Während die eine Seite Gefühle, Intuition und persönliche Überzeugungen betont, steht die andere für Vernunft, Wissenschaft und die Suche nach gesicherten Erkenntnissen.
Schon Anfang der 1990er-Jahre warnte Dan nach Bygdéns Erinnerung davor, dass sich dieses Pendel erneut in Richtung einer Geringschätzung von Wissen bewegen könnte. Entwicklungen, die der Musiker heute in politischen Debatten, im Erstarken rechtsextremer Bewegungen und in der Verbreitung von Verschwörungstheorien wiederzuerkennen glaubt.
„Im Moment herrscht Dunkelheit, und das Pendel wird nicht zurückschwingen, wenn wir ihm nicht selbst einen Impuls geben“, erklärt Bygdén den Gedanken hinter seinem Album.
Der Titel War bezieht sich deshalb nicht allein auf militärische Konflikte. Für Bygdén beschreibt er auch einen gesellschaftlichen Kampf um Wissen, Verantwortung und den Umgang mit der Wahrheit.
Musikalisch bleibt Lars Bygdén seinen bisherigen Wurzeln verbunden. Americana und nordische Folkmusik bilden weiterhin das Fundament seiner Songs, ergänzt durch analoge und elektronische Elemente.
Für die Produktion arbeitete Bygdén erstmals eng mit dem Gitarristen und Produzenten Ola Gustafsson zusammen, der unter anderem durch seine Arbeit mit Lars Winnerbäck und Melissa Horn bekannt ist. Aufgenommen wurde das Album vollständig im traditionsreichen Atlantis Studio in Stockholm.
Im Mittelpunkt stehen Bygdéns markante Stimme und sein Songwriting. Die acht neuen Stücke verbinden seine musikalischen Einflüsse mit Themen, die ihn seit seiner Jugend beschäftigen.
War greift damit eine Überzeugung seines früheren Lehrers auf, die Bygdén bis heute begleitet: Gesellschaftliche Entwicklungen sind nicht unveränderlich. Damit sich etwas bewegt, müssen Menschen allerdings selbst aktiv werden.

