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Fat Dog veröffentlichen neue Single „Go Fuck Urself“ und begleiten Foo Fighters auf Tour

Fat Dog haben sich in kurzer Zeit den Ruf erspielt hat, zu den unberechenbarsten Live-Acts der aktuellen britischen Szene zu gehören. Ihr Sound bewegt sich zwischen Post-Punk, Rave, elektronischem Pop und einer gehörigen Portion theatralischem Wahnsinn. Jetzt kommen sie mit Foo Fighters auf Tour und veröffentlichen die Ansage: “Go Fuck Urself”.

Mit „Go Fuck Urself“ legen Fat Dog einen Song vor, der klingt, als hätte jemand die letzten Versatzstücke britischer Gegenwartskultur in einen alten Discman gesteckt, kräftig geschüttelt und in einer verschwitzten Unterführung südlich der Themse wieder ausgespuckt.

Drei Minuten lang flackert dieser Track wie ein übersteuerter Rave-Traum aus einer Zeit, in der Eskapismus noch als politische Geste durchging und nicht als Lifestyle-Accessoire.

„Go Fuck Urself“ ist kein gewöhnlicher Wut-Song. Die Aggression richtet sich weniger nach außen als gegen das eigene Spiegelbild, gegen die Erschöpfung der Dauergegenwart und gegen jene Form der Selbstverstrickung, die sich durch jede Timeline zieht.

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Fat Dog verwandeln diese Selbstanklage jedoch nicht in Resignation. Der Refrain explodiert in überraschend euphorischer Farbigkeit, fast schon hymnisch.

Das dazugehörige Video verlegt die Auseinandersetzung konsequent in einen Wrestling-Ring. Zwischen Kunstfigur, Schweiß und kontrollierter Selbstzerstörung verhandelt die Band ihre Themen dort, wo Inszenierung und Echtheit ununterscheidbar werden. Auch hier bleibt Fat Dog ihrem Ansatz treu, Pop nicht als gefällige Oberfläche zu begreifen, sondern als Ort für Reibung. Die Überzeichnung wirkt dabei nie wie bloße Pose, sondern wie ein bewusst eingesetztes Stilmittel.

Musikalisch verdichtet „Go Fuck Urself“ vieles von dem, was Fat Dog zuletzt ausgezeichnet hat: ein Hang zu überdrehten Arrangements, die trotzdem strukturiert bleiben, ein Gespür für eingängige Momente ohne den Zwang zur Glätte und ein ironischer Unterton, der nie ins Beliebige kippt.

Die Band bewegt sich zwischen Rave, Post-Punk und greller Pop-Ästhetik, ohne sich klar festzulegen zu wollen. Gerade in dieser entschiedenen Unentschiedenheit liegt der Reiz. Fat Dog klingen, als wollten sie permanent zu viel auf einmal und treffen damit den Nerv einer Gegenwart, die selbst selten zur Ruhe kommt.

Im Juli spielen Fat Dog mehrere Shows als Support der Foo Fighters und dürften dann auch einem größeren (und älteren) Publikum auffallen. Im November gibt es dann die Headliner Tour, dann womöglich auch mit neuem Album.

Fat Dog Biografie

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Fat Dog gründeten sich 2020 im Südosten Londons, mitten in den Lockdowns der Pandemie. Zur aktuellen Kernbesetzung zählen Joe Love, Chris Hughes, Morgan Wallace und Johnny „Doghead“ Hutch, zeitweise ergänzt durch weitere Musiker.

Schon bevor die Band eine einzige Single veröffentlicht hatte, machte sie sich einen Namen als exzessiver Live-Act. Der Ruf eilte den Songs voraus. NME bezeichnete Fat Dog 2023 als „wildeste Live-Band des Jahres“. Es folgten Support-Shows für Viagra Boys und Yard Act sowie eine ausverkaufte Headline-Show in der Londoner Scala.

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2023 unterschrieben Fat Dog beim renommierten Label Domino Recording Company. Im selben Jahr erschien mit „King of the Slugs“ ihre epische Debütsingle. Der siebenminütige Track verbindet Punk-Energie mit technoider Härte. Das dazugehörige Video inszenierte Dylan Coates.

Der Song landete auf Platz 33 der 50 besten Songs des Jahres 2023 bei NME und markierte den offiziellen Startschuss einer Band, die zuvor vor allem durch Konzerte aufgefallen war.

Im Januar 2024 folgte „All the Same“, begleitet von einem Video mit Schauspieler Neil Bell. Einen Monat später erschien ein Remix des Stücks von Mandy, Indiana. Weitere Singles wie „Running“, „I Am the King“ und „Wither“ verdichteten das Profil der Band. Mit „Peace Song“ und „Pray to That“ kündigten sich weitere Veröffentlichungen an, letztere für 2025.

Am 6. September 2024 erschien schließlich das Debütalbum „WOOF.“ bei Domino. Das Album erreichte Platz 16 der britischen Albumcharts und Platz 5 in Schottland. „WOOF.“ bündelt die stilistische Offenheit der Band: Tanzmusik trifft auf Punk, dazu kommen Elemente aus Klezmer und eine bewusst überdrehte Dramaturgie. Frontmann Joe Love nennt unter anderem die Musik des Videospiels Serious Sam als Einfluss, was den Hang zu überzeichneter Energie und ironischer Brechung erklärt.