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Die Alben des Monats: Februar 2026

Jeden Monat bewertet die Tonspion Redaktion die wichtigsten Musik-Neuerscheinungen. Am Ende entstehen daraus unsere Alben des Jahres. Hier unsere Jury-Charts für die besten Alben im Februar!

Die Alben des Monats Februar 2026

Unsere Jury besteht aus aktiven und ehemaligen Mitgliedern der Tonspion Redaktion sowie freien Musikjournalisten. Hier die zehn Alben, die unserer Fachjury diesen Monat am besten gefallen haben.

1. Mitski – Nothing’s About To Happen To Me

Indie-Drama-Pop mit faszinierender Storyline: Mitski verzaubert auf ihrem neuen Album mit fein und fragmentarisch gewebten Songs irgendwo zwischen Mediation und Melancholie. Fasziniert folgt man der ausgelegten musikalischen Spur, die Mitski wie eine Zauberin zu spinnen vermag. „Nothing’s About To Happen To Me“ versetzt die Hörerinnen und Hörer tatsächlich in eine verzauberte Stimmung, mäandernd und melancholisch. Und so wird das Album tatsächlich zu einem verzauberten musikalischen Ort, in dem man sich verkriechen mag.

2. Charli XCX – Wuthering Heights (OST)

Von Brat zu Brontë: Popsuperstar Charli XCX schenkt der neuen Verfilmung von „Wuthering Heights“ einen verstörend verzaubert-schönen Soundtrack zwischen Experiment und Elegie, während der Film mit Traumpaar Margot Robbie („Barbie“) und Jacob Elordi („Saltburn“) vielen als verschenkt gilt.

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3. Apparat – A Hum Of Maybe

Experimentell, eklektisch und irgendwie episch: Apparat (alias Sascha Ring) pluckert und pulsiert nach sechs Jahren Pause wieder oszillierend zwischen Artpop, Jazz-Electronica und Glitch-Techno.

4. Gorillaz – The Mountain

25 Jahre nach ihrem Debüt sind Gorillaz längst mehr als ein cleveres Nebenprojekt aus der Britpop-Ära. Das neue Album “The Mountain” enthält einige neue Aufnahmen von Künstlern, die leider schon von uns gegangen sind, behält aber trotzdem eine beschwingte Leichtigkeit. Ein wiederkehrendes Motiv auf dem Album lautet sinngemäß: „Living is the ending of the beginning.“ Leben erscheint hier als fortwährender Übergang. Diese Perspektive durchzieht die Texte in unterschiedlichen Formulierungen und sogar in verschiedenen Sprachen.

5. Altin Gün – Garip

Psychedelisch, ekletisch: Das sechste Album der niederländisch-türkischen Band ist eine Hommage an den anatolischen Musiker Neşet Ertaş und zugleich eine Neuerfindung von Altin Gün mit starken Melodien und vertrackten Rhythmen, die einen packen.

6. Nils Keppel – Super Sonic Youth

Der Titel ein Wink Richtung Noise-Ikone Sonic Youth, der Sound eine Erinnerung an sowohl NDW als auch an Shoegaze der Neunziger im Stile Slowdives: Nils Keppels Debüt ist eine echte Überraschung in diesem noch jungen Jahr – dringlich, roh und romantisch.

7. Joji – Piss In The Wind

Vielleicht der beste Album-Titel des Jahres? „Piss In The Wind“ des australisch-japanischen Musikers Joji ist ein atmosphärischer, intimer Lo-Fi-Trip, der oft schemen- oder skizzenartig daher kommt – Minimaler und melancholischer Sadboy-Pop.

8. Hemlocke Springs – The Apple Tree Under The Sea

In North Carolina unter den Augen ihrer strengen katholischen Eltern aufgewachsen,  singt sich die Nigerianerin hier regelrecht frei und erzählt von ihrem Ausbruch: Ihr Debüt „The Apple Tree Under The Sea“ steckt voller Synthlust, Discofreude und Retroliebe zu 90ies oder Trip Hop.

9. Daphni – Butterfly

Wahrscheinlich der einzige Künstler, der sich selbst featured: Auf dem unverschämt funkigen und fröhlichen „Waiting So Long“ passiert genau das – Daphni feat. Caribou (on vocals), das Mastermind hinter beiden Projekten Dan Snaith, packt seine beiden Alter Egos in einen pulsierenden Track, der den Herz- und Flügelschlag seines vierten Albums „Butterfly“ vorgibt und schon  schon Anfang 2026 das Sommeralbum des Jahres veröffentlicht: Schmetterlingsleichter Dance-Pop, der mit vielfältigem Feel-Good-Sound umherflattert.

10. Iron & Wine – Hen’s Teeth

Opulenter Indie-Folk, in dem man schwelgen kann: Iron & Wine, das Projket von Sam Beam, veröffentlicht mit „Hen’s Teeth“ eine Art Schwesteralbum zum 2024 erschienenen  „Light Verse“. Mit dabei: das Bluegrass-Tris I’m With Her und Tochter Arden bei den Backing-Vocals.

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Nicht in die Top Ten haben es diese zwei Schwergewichte der Musiklandschaft geschafft:

Bruno Mars – The Romantic

Zwar heißt ein Track auf dem neuen Album von Superstar Bruno Mars „Risk It All“, aber auf „The Romantic“ geht er zu sehr auf Nummer sicher – Retro-Sound, der keinem wehtut und so glattgebügelt ist, das kein Raum für versteckte Romantik bleibt.

Clueso – Deja Vu 1/2

Und auch hier hat man ein starkes Deja Vu, da mag Clueso noch so sehr jammern, das er nach etwas „Echtem“ lechzt: Er schrammt zwar immer etwas am Deutschpoeten-Klischee vorbei, aber so richtig traut er sich nicht aus der hübsch eingerichteten Schublade.

Einzelwertungen der Tonspion Jury

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Februar 2026ACURKKCPCBSCTSFSCMDM
Mitski44,544,544444,54
Charli XCX44443,53,544,53,5
Apparat (D)4,543,53,5433,544
Gorillaz443,543,53,53,53,53,53,5
Altin Gün4334433,54,53,5
Nils Keppel (D)42,54433,5344
Joji3,543,53,53,5433,53
Hemlocke Springs33,534333,534
Daphni333,533,53334,53,5
Iron & Wine3,53,533,533,53,5333,5
Bruno Mars32,522,53,53242,5
Clueso (D)33,51,51,523332

Tonspion Jury: Christoph Braun, Astrid Clave (AC), Sebastian Cleemann (SC), Kerstin Kratochwill (KK), Christoph Prenner (CP), Florian Schneider (FS), Satoru Teshima (ST), Udo Raaf (UR), Christina Mohr (CM), Dylan MacKenzie (DM).

Die Alben des Monats Januar 2026

Unsere Jury besteht aus aktiven und ehemaligen Mitgliedern der Tonspion Redaktion sowie freien Musikjournalisten. Hier die zehn Alben, die unserer Fachjury diesen Monat am besten gefallen haben.

1. PVA – No More Like This

Mit seinem zweiten Album No More Like This” zieht uns das Londoner Trio PVA in die schummrigen Club-Ecken, durchzuckt von Strobo und durchlebt mit Synthpop zwischen Minimal Electro und maximalem Post-Punk-Grummeln.

2. Dry Cleaning – Secret Love

Trotz ihres eigenwilligen Musikstils sind Dry Cleaning aus London längst kein Geheimtipp mehr: Mit Spoken Words und No-Wave-Anleihen zieht das Quartett uns in einen hypnotischen Sog aus Dreampop-Flächen und Folk-Kraut-Vibes. Als würde Laurie Anderson mit den frühen Pixies im Keller proben.

3. Sault – Chapter 1

Nostalgischer Indie-Soul, der das Spirituelle erkundet: Sault wandeln auf „Chapter 1“ zwischen Motown und Minimalismus und vermengen Funk, Blues und R&B zu einem emotionalen wie experimentalen Rausch.

4. Sleaford Mods – The Demise Of Planet X

Der Wahnsinn der Welt auf einem Album musikalisch aufgesplittert. Sleaford Mods zerlegen einmal mehr mit ihrem Slacker-Rap-Electro-Pop auf „The Demise Of Planet X“ alle Irrsinnigkeiten auf diesem Planeten.

5. Die Sterne – Wenn es Liebe ist

Man ist wieder sofort schockverliebt in diese treibenden und tanzenden Melodien, die Die Sterne so mühelos aus dem Ärmel schütteln: Auf „Wenn es Liebe ist“ leuchten die Hamburger diesmal mit verspieltem Krautrock und drängendem Post-Punk.

6. Melody’s Echo Chamber – Unclouded

Bereits im Dezember 2025 erschienen, aber einfach zu zauberhaft, um “zwischen den Jahren” in den Rankings verloren zu gehen, denn: Melody’s Echo Chamber locken uns auf ihrem Album „Unclouded“ mit der kunstvollen Mischung aus Psych-Pop und Dream-Pop in eine enigmatische und ätherische Soundwelt.

7. A$AP Rocky – Don’t Be Dumb

Acht Jahre mussten die Fans auf ein neues Album warten: Nun wirft Hip-Hop-Star A$AP Rocky mit „Don’t Be Dumb” ein genre-sprengendes Werk in den Ring, das ziemlichen Spaß macht anzuhören. Und auch zum Schauen, denn im Clip zum Ohrwurm „Punk Rocky“ sehen wir neben Bass-Wizzard Thundercat auch Komponist Danny Elfman Drums spielen und Winona Ryder als coole Nachbarin.

8. Teed – Always With Me



Und noch ein Album vom letzten Monat des letzten Jahres: Teed (fka Totally Enormous Extinct Dinosaurs) aus Los Angeles lassen uns auf „Always With Me” in einen elektronischen Traum abtauchen, der irgendwo zwischen Yacht Rock, Synthsounds und Dreampop segelt.

9. Yumi Zouma – No Love Lost To Kindness

Nuanciert schimmernder Indie-Dreampop aus Neuseeland: Yumi Zouma veröffentlichen mit “No Love Lost To Kindness” ihr fünftes Album, das ihren spezifischen durchscheinenden Sound weiter kristallisiert und konkretisiert.

10. Imarhan – Essam

Algerischer Alternative zwischen Desert Blues und Electronica: Imarhan haben auf ihrem Album „Essam“ psychedelische und groovige Tracks versammelt, die melancholisch und bluesig sind – und sehr viel Sehnsucht in sich tragen.

Nicht in die Top Ten haben es diese zwei Schwergewichte der Musiklandschaft geschafft:

Robbie Williams – Britpop

Obwohl er mit seinem neuen 16. Album einen britischen Charts-Rekord aufgestellt hat und damit sogar die Beatles überflügelt, kann „Britpop“ nicht so recht überzeugen: Die charmante, aber dann doch zu harmlose Reise in die Jugend von Robbie Williams ist eine Hommage an seine Lieblingsmusiker wie Oasis, Pulp und auch Morrissey (der dann am 06. März ein neues Album veröffentlicht).

Louis Tomlinson – How Did I Get Here?

Und noch ein ehemaliger Boy-Group-Star veröffentlicht im Januar ein neues Album: Nicht so berühmt wie sein Ex-Kollege Harry Styles (der wiederum am selben Tag wie Morrissey sein nächstes Album herausbringt), ist Louis Tomlinson ebenfalls auf „How Did I Get Here?“ ziemlich auf dem Britpop-Indie-Trip, ohne jedoch auch richtig den Mainstream zu verlassen.

Einzelwertungen der Tonspion Jury

ACURKKCPCBSCTSFSCMDM
PVA3,5443,543,544,53,5
Dry Cleaning3,543,543,5343,54,54
Sault443,53433,54,54,53,5
Sleaford Mods43,53,534344,553
Die Sterne (D)3,54,53,533,54443,53
Melody’s Echo Chamber3,5443443,5343
A$AP Rocky433,53,5433443
Teed3,54334343,53
Yumi Zouma3,5343,53,53,533,53,5
Imarhan3,532,533,53,533,543,5
Robbie Williams3332,532,53232,5
Louis Tomlinson2,522,522,52,523,52

Tonspion Jury: Christoph Braun, Astrid Clave (AC), Sebastian Cleemann (SC), Kerstin Kratochwill (KK), Christoph Prenner (CP), Florian Schneider (FS), Satoru Teshima (ST), Udo Raaf (UR), Christina Mohr (CM), Dylan MacKenzie (DM).