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James Ellis Ford – Lost In Another World (Album 2026)

James Ellis Ford, bekannt durch seine Arbeit mit Fontaines D.C., Arctic Monkeys, Blur, Depeche Mode sowie als Hälfte von Simian Mobile Disco, veröffentlicht mit „Lost In Another World“ sein zweites Soloalbum, ein Kleinod aus elektronischen Melodieläufen und warmen Sounds sowie großen Lyrics über Leben und Tod. Entstanden ist es unter dramatischen Umständen.

Der Albumtitel beschreibt die Atmosphäre ziemlich gut, denn James Ellis Ford war beim Schreiben in der Tat verloren in einer anderen Welt: Der Produzent und Musiker erhielt Anfang 2025 die Diagnose einer aggressiven Form von Leukämie. Während einer mehrmonatigen Behandlung schrieb, spielte, sang und produzierte Ford das gesamte Album direkt auf der Krebsstation eines Londoner Krankenhauses.

Statt seine kreative Arbeit vollständig ruhen zu lassen, begann er zwischen den Chemotherapiezyklen mit einem Laptop, einem einfachen Mikrofon und einigen Keyboards neue Songs zu schreiben, die auf einer Basis aus sprudelnden Synthesizerklängen aufgebaut sind. Die Aufnahmen entstanden so innerhalb von etwas mehr als zwei Wochen direkt am Krankenbett.

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Musikalisch verbindet „Lost In Another World“ elektronische Klangwelten mit warmen Popmelodien und introspektiven Texten. Die ruhige Atmosphäre der Krebsstation prägt den Charakter des Albums ebenso wie die existenzielle Erfahrung einer lebensbedrohlichen Diagnose. Trotz der Schwere des Themas wirkt das Album überraschend optimistisch sowie unmittelbar, auch wenn es thematisch die fragile Grenze zwischen Leben, Kunst und Überleben auslotet.

Die Lyrics spiegeln die gesamte Seelenpein angesichts einer furchterregenden Situation: „I’ve had the strangest feeling“, singt Ford im Opener „Overtones“, die realen Schmerzen mit „Now I’m trusting in the process, but it really fucking hurts“ in „Parallel Dimension“ anklagend und sich dabei wie Laika, der erste Hund im Weltall fühlend – allein, weit weg von der Welt, die man kannte. Oder die Frage: Warum habe ich das verdient, „did I do something bad?“ in dem hoffnungsvollen „This Will Be A Memory Soon“ bis hin zu der Vorstellung seine eigene Beerdigung zu besuchen im traurigen wie tröstlichen „Did You Ever Want To Go To Your Own Funeral“.

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Die trotz allem trotzig tanzenden Songs erinnern dabei an Brian Eno, Hot Chip oder Tycho, die melancholische Stimme Ellis‘ klingt mal brüchig, mal intim, aber immer sehr klar, konkret und konzentriert. Er sagt: „Es mag etwas seltsam erscheinen, im Krankenhausbett Tanzmusik zu schreiben, aber ich wollte meine Stimmung aufhellen und mich auf die positiven Dinge in meinem Leben konzentrieren.“

Ford beschreibt den Entstehungsprozess als eine Art musikalisches Tagebuch. Die Songs seien ohne große Überarbeitung entstanden, häufig aus den ersten Gedanken und Melodien heraus. Sie spiegeln die Erfahrungen einer Ausnahmesituation wider, ohne dabei in Selbstmitleid zu verfallen. Vielmehr kreisen sie um Hoffnung, Nähe und die Bedeutung der Menschen, die ihn während der Krankheit begleitet haben.

Und so entschied sich der Musiker bewusst dagegen, die Aufnahmen nach seiner Rückkehr nach Hause grundlegend zu überarbeiten. Das Album sollte den Moment festhalten, in dem es entstanden ist. So versteht er „Lost In Another World“ als Zeitkapsel einer außergewöhnlichen Lebensphase und so hört sich das Album auch an – eine komprimierte Kunst, die einen berührt und beschäftigt – vielleicht gerade weil sie trotz schwierigen Umständen so leicht fließend daher kommt.

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Biografie James Ellis Ford

James Ellis Ford ist ein britischer Produzent, Musiker und Songwriter, der seit den 2000er Jahren zu den prägenden Figuren der alternativen Rock und Elektronikszene gehört.

Bekannt wurde er zunächst als eine Hälfte des Londoner Duos Simian Mobile Disco, das aus der Indie-Band Simian hervorging und mit Alben wie Attack Decay Sustain Release (2007) und Temporary Pleasure (2009) internationale Erfolge feierte. Parallel entwickelte sich Ford zu einem der gefragtesten Produzenten Großbritanniens.

Er arbeitete unter anderem mit Arctic Monkeys, deren Alben AM (2013) und Tranquility Base Hotel & Casino (2018) er mitproduzierte, sowie mit Fontaines D.C., Blur, Depeche Mode, Jessie Ware, The Last Shadow Puppets, Foals, Klaxons und Pet Shop Boys. Seine Produktionen zeichnen sich durch einen organischen Umgang mit elektronischen Elementen und einen klaren, druckvollen Sound aus.

2023 veröffentlichte Ford mit The Hum sein erstes Soloalbum. Anders als seine Produktionen für andere Künstler stand hier seine eigene Handschrift im Mittelpunkt. Das Album bewegte sich zwischen Krautrock, Psychedelic, Electronica und Pop und zeigte ihn erstmals umfassend als Sänger und Songwriter.