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MiA.: Der Soundtrack unseres Lebens

„Euphorie & Alltag“ heißt das neue Werk der Berliner Band MiA., die seit mehr als zwei Jahrzehnten deutschsprachigen Pop mit elektronischen Sounds, Rock und einer ausgeprägten Lust an Bewegung verbindet. Wir haben Mieze und Gunnar zu ihren wichtigsten Einflüsse befragt.

Einen ersten Vorgeschmack auf das neue Album lieferte die euphorische Single „LOS“. Für „Euphorie & Alltag“, das am 9. Oktober 2026 erscheinen wird arbeitete die Band mit Produzent Olaf Opal zusammen.

Im Interview sprechen Mieze und Gunnar über ihre wichtigsten musikalischen Erlebnisse.

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1. Was ist der erste Song, an den ihr euch erinnert?

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Gunnar: Da sind zwei Songs. „She Loves You“ von den Beatles. Wir waren eine Beatles-Familie, das lief einfach oft bei uns zu Hause und das Lied ist voll bei mir hängen geblieben. Der zweite Song ist „Waterloo“ von ABBA, wahrscheinlich noch eine Nachwirkung vom 74er-Eurovision-Triumph.

2. Was war die erste Platte, die ihr euch selbst gekauft habt? Wie war das Gefühl?

Gunnar: Das war eine Amiga-Quartett-7” von Udo Lindenberg und das Gefühl war eher so gemischt, weil ich natürlich auch gern die Amiga-Udo-Lindenberg-LP gehabt hätte, aber die war so schnell ausverkauft.

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3. Was war euer erstes Konzert als Besucher? Wie war diese Erfahrung?

Mieze: Mein erstes Konzert war Fettes Brot im Huxleys. Und zufälligerweise war Bob, unser Bassist, damals auch da. Wir kannten uns da noch nicht und hätten sicher nicht geahnt, dass wir ein paar Jahre später zusammen eine Band gründen würden. Als ich übrigens 2008 zusammen mit Fettes Brot ein Lied aufgenommen habe, war das natürlich ein absoluter Full-Circle-Moment für mich.

Gunnar: Die Beatles Revival Band, eine Beatles-Coverband aus Frankfurt am Main, auf dem Pressefest in Frankfurt an der Oder. Das war ein Open Air in der Freilichtbühne und wenn man die Augen zugemacht hat, klang es wirklich wie die Beatles!

MiA. bei der Album-Präsentation in ihrem Proberaum (Foto: Andreas Budtke / Tonspion.de)

4. Wie seid ihr zur Musik gekommen? Gab es einen besonderen Anlass oder ein Erweckungserlebnis?

Mieze: Ich habe sehr jung angefangen, im Chor zu singen, und mich über das gemeinsame Musizieren immer mit anderen Menschen verbunden gefühlt. Das ist bis heute so. Wenn wir auf unseren Konzerten mit den Leuten singen, tanzen, lachen und weinen, dann sind das die Momente, die bleiben, die tragen und uns wirklich verbinden. Dann gibt es natürlich immer noch viele Unterschiede, Widersprüche und Gräben, aber an so einem Abend entstehen dann eben auch genauso viele neue Brücken.

Gunnar: Ich bin jahrelang ums Schlagzeug rumgeschlichen und hab mir so krass vorgestellt, wie es wäre, Schlagzeug zu spielen, dass ich das erste Mal, als ich wirklich an einem echten Drumset saß, sofort einen Beat spielen konnte. Das war bei einem meiner Freunde im Keller und von diesem Moment an war klar, dass ich das auf jeden Fall weitermachen will.

5. Mit wem würdet ihr gerne einmal zusammenarbeiten und warum?

Gunnar: Das ist jetzt, mit einem neuen Album im Gepäck, gar nicht so leicht zu beantworten, weil es auf „Euphorie & Alltag“ ja schon einige Wunsch-Collabs gibt. Olaf Opal hat das Album produziert, Simon Frontzeck hat’s gemixt, wir haben uns mit Karo Schrader und anderen Songwriter*innen getroffen und am Ende gemeinsam mit Jens Schneider, Jules Kalmbacher, Joe Walter und Max Richard Lessmann ein paar Songs für unser aktuelles Album geschrieben. Insofern ist die Wunschliste erst mal abgehakt, aber klar, mit Noga Erez würden wir gern mal einen Tag in unserem Proberaum verbringen und wenn DJ Koze dann noch einen Remix macht, hat niemand hier was dagegen.

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6. Wie macht ihr Musik? Wie läuft der Songwriting-Prozess?

Mieze: Unser Songwriting-Prozess ist unordentlich. Wir schälen den jeweiligen Song aus einem Wust aus Text und Musik heraus. Dann wird gefeilt und geforscht bis ins kleinste Detail und dann ist der Song fertig. Manchmal dauert das Wochen, manchmal Jahre.

7. Warum macht ihr Musik?

Mieze: Um uns miteinander und mit anderen zu verbinden. Um leise Fragen laut zu stellen, damit Gespräche auszulösen, um zu tanzen und zu fühlen, zu feiern, zu trauern, um mutig zu sein und zu leben. Musik bewegt. Innen und außen.

Gunnar: Musik machen, egal, ob beim Songschreiben und Produzieren oder live auf der Bühne, ist ja auch eine super Exitstrategie. Viel von dem, was uns im Alltag umtreibt, kann mit der Musik gefiltert und bearbeitet werden, einiges sicher ganz bewusst, anderes eher unbewusst, quasi „nebenbei“. Das ist natürlich nicht immer leicht und harmonisch, aber trotzdem ziehen wir aus diesem gemeinsamen Musikerleben so viel positive Energie, dass wir bis jetzt immer Lust auf mehr haben.

8. Was möchtet ihr mit eurer Musik erreichen?

Gunnar: Das, was in der vorherigen Frage beschrieben ist, diese Exitstrategie: Dinge für uns und für alle Menschen, die sonst noch Bock auf so was haben. Da wird dann vielleicht ein Soundtrack of your life draus und das ist im Grunde das, was wir uns mit unserer Musik wünschen.

9. Welches ist euer bester Song bisher?

Mieze: Das kommt drauf an, woran man das misst: Am erfolgreichsten sind „Tanz der Moleküle“ und „Fallschirm“. Am bewegendsten sind „Brüchiges Eis“ und „Bei dir sein“. Und meine heimlichen Hits vom neuen Album sind „Panzer“ und „Shooting Stars“.

Gunnar: Schwer zu sagen. Wie Mieze schon schreibt, es gibt einige Songs, denen wir viel zu verdanken haben, weil damit Großes passiert ist, aber bei mir ist es momentan so wie nach jedem neuen Album: Die neuesten Songs sind immer die besten.

10. Woran arbeitet ihr gerade? Was kommt als Nächstes?

Gunnar: Wir spielen noch ein paar allerletzte Sommerkonzerte und dann freuen wir uns auf die Tour Anfang 2027!

MiA. live 2027: „Euphorie & Alltag“ Tour

18.02.2027 – Linz, Posthof
19.02.2027 – Salzburg, Rockhouse
20.02.2027 – Graz, Orpheum
25.02.2027 – Nürnberg, Hirsch
26.02.2027 – Heidelberg, Karlstorbahnhof
27.02.2027 – Mainz, KUZ Mainz
05.03.2027 – Rostock, M.A.U. Club
06.03.2027 – Potsdam, Waschhaus
12.03.2027 – Bremen, Schlachthof
13.03.2027 – Düsseldorf, Zakk
19.03.2027 – Magdeburg, Factory
20.03.2027 – Dresden, Alter Schlachthof