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Die Sauna veröffentlichen drittes Album “tut beni”

Die bayerische Band Die Sauna ist mit ihrem dritten Album tut beni zurück. Die Platte ist Ende Februar erschienen und zeigt die Band zwischen reduziertem New Wave und offeneren, atmosphärischen Klangflächen.

Der Opener “ein neuer strand” führt mit monotonem Rhythmus und distanziertem Gesang in die Klangwelt des Albums ein. „Es gibt einen neuen Strand, an dem sich jeder sonnen mag“, heißt es gleich zu Beginn. Dabei knüpft die Band zunächst an kühle New-Wave-Referenzen an, bevor sich der Sound zunehmend öffnet und wärmer wirkt.

Wie schon auf dem Vorgänger In die Nacht hinein (2022) entfernt sich das Songwriting auch auf tut beni von klassischen Strukturen. Statt klarer Hooks stehen fragmentarische, oft instrumentale Passagen im Vordergrund. Übrig bleiben atmosphärische Skizzen, die ihre Wirkung auch ohne Worte entfalten.

Das Interlude “am meer” greift die wiederkehrende Bildwelt von Wasser und Weite auf und setzt sie in eine schwebende, leicht entrückte Klangskizze um. Mit seinem leicht beschwipsten, drehorgelartigen Sound wirkt es wie ein kurzer Übergangszustand und greift die Monotonie einer südseeartigen Szenerie auf.

Eine zentrale Rolle spielt “skit”, das auf einem Gitarrenloop basiert. Der darin enthaltene türkische Sprechgesang verweist auf den Albumtitel: „tut beni“ bedeutet übersetzt „Halte mich“. Inhaltlich kreist das Album um Nähe, Unsicherheit und emotionale Zustände, ohne diese eindeutig auszudeuten. Motive wie Liebe, Sorge und Trost werden dabei nicht nur textlich angedeutet, sondern auch klanglich greifbar.

Im weiteren Verlauf verdichtet sich das Klangbild, vor allem im letzten Drittel der Platte. Das zuvor eher luftige, offene Soundbild gewinnt an Tiefe, unter anderem durch den Einsatz von Trompete. Ruhigere Passagen stehen dabei neben dichteren Momenten, bevor einen die Stücke immer wieder einholen und zurückführen.

tut beni bewegt sich dabei konsequent zwischen Zurückhaltung und emotionaler Offenheit. Das Album bleibt nahbar und gleichzeitig schwer greifbar und entwickelt seine Wirkung vor allem über Stimmungen, Übergänge und wiederkehrende Motive.

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