Zum Inhalt springen

Konzertbericht: Herbert Grönemeyer in der Olympiahalle München 14.02.2026

München erlebte dieses Jahr einen ganz besonderen Valentinstag: Herbert Grönemeyer steht mit 69 Jahren mitten in der Olympiahalle, im wahrsten Sinne des Wortes.

Die 360-Grad-Bühne rückt ihn ins Zentrum des Abends, nah am Publikum, mit durchdachter Akustik und kurzen Wegen. Er bewegt sich permanent im Radius dieser runden Konstruktion, behält jede Seite der Halle im Blick und wirkt dabei erstaunlich präsent und fokussiert.

Schon früh wird klar: Das ist kein nostalgischer Rückblick, sondern ein energiegeladener Konzertabend. „Wenn ihr noch ein Stück Liebe übrighabt“, ruft er ins Rund, passend zum Valentinstag, für den er eigens ein Lied geschrieben hat. Grönemeyer feuert sein Publikum magisch an, fordert es, animiert es. „Bochum“ und „Tief im Westen“ tragen sich sofort selbst, die Halle singt jede Zeile mit. Bei „Männer“ hebt er den Ton, stellt augenzwinkernd die Frage, warum es damals kein Lied über Frauen gab, und demonstriert, dass dieses Stück nichts an Wucht verloren hat. Spätestens hier hält es niemanden mehr auf den Sitzen.

Musikalisch überzeugt das Zusammenspiel aus Akustik-Elementen, Band und symphonischen Arrangements. „Unterwegs“ mit Akustikgitarre und Bongos entfaltet eine spürbare Sehnsucht, während südländische Klänge „Männer“ neu einfärben. Balkanische Rhythmik blitzt auf, wenn Grönemeyer über Migration spricht, ein Thema, das „schon lange in unserem Deutschland“ verankert sei. Kulturen müssten hier ihren Platz haben, sagt er, und findet klare Worte: Demokratie müsse lebendig bleiben, Rassismus dürfe „keinen Millimeter nach rechts“ bekommen. Das Publikum reagiert mit geschlossenem Applaus.

Alle Anzeigen dauerhaft ausblenden

Neben Haltung zeigt er Humor und Selbstironie, erzählt Anekdoten aus seinem Leben, streut Zeilen wie „Ich lüge auch, beim Beten“ ein und greift tief ins Repertoire, auch Lieder aus den 80ern, inklusive jener „nackten Ironie“, die sein Werk immer geprägt hat. „Herzhaft“ wird geschunkelt, bei „Mambo“ tanzt die gesamte Halle, Hüften und Hände sind in Bewegung.

Emotionaler Höhepunkt ist „Mensch“. Mit weiten, armschwenkenden Gesten nimmt er die Halle mit, Chor und Symphonie leiten das Finale ein. Besonders intim wirkt das Trio „Du bist ein Geschenk“ mit zwei jungen Sängern, darunter Markus Zimmermann – ein stimmlich sensibles Zusammenspiel der Generationen. Am Klavier stimmt die Halle „Oh wie ist das schön“ an, bevor alle Musiker die Bühne verlassen. Zum Schluss genießt er allein die runde Bühne und stimmt selbst am Klavier das Lied nochmals gekonnt an.

Doch München gibt sich nicht zufrieden. „Was geht?“ schallt es minutenlang durch die Arena, die Zugabe wird eingefordert – und geliefert. Grönemeyer schwebt noch einmal über die Bühne, fast wie ein junger Rapper, nicht totzukriegen, voll Energie.

„Danke München, klasse, herzlichen Dank, sehr, sehr liebevoll“, ruft er zum Abschied. Ein Konzert, das musikalisch durchdacht, politisch klar und körperlich beeindruckend ist.

Ein fantastisches 3- stündiges Konzert zum Valentinstag, lässt „Herbert“ zufrieden und begeistert vom Münchner Publikum nach Hause gehen.

Setlist Herbert Grönemeyer in München am 14.2.2026

  1. Unfassbarer Grund
  2. Das ist los
  3. Sekundenglück
  4. Flieg
  5. Steigerlied
  6. Bochum
  7. Doppelherz / Iki Gönlüm
  8. Glück
  9. Herzhaft
  10. Dort und hier
  11. Flugzeuge im Bauch
  12. Der Weg
  13. Fall der Fälle
  14. Turmhoch
  15. Demo (Letzter Tag)
  16. Alkohol
  17. Mensch
  18. Mein Lebensstrahlen
  19. Zeit, dass sich was dreht

Zugabe

  1. Was soll das
  2. Fang mich an
  3. Unterwegs
  4. Männer

Zugabe 2

  1. Kopf hoch, tanzen
  2. Mambo
  3. Warum
  4. Morgen
  5. Oh wie ist das schön

Zugabe 3

  1. Neuer Tag
  2. Halt mich
  3. Immerfort
  4. Der Mond ist aufgegangen