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TV TIPP: Sting spielt im Rijksmuseum – „Sounds Like Art“ auf arte.tv

Mit der Reihe „Sounds Like Art“ bringt ARTE Musik an Orte, die sonst der bildenden Kunst vorbehalten sind. Ab dem 5. März ist das Konzert von Sting im Rijksmuseum Amsterdam auf arte.tv und YouTube zu sehen, am 27. März um 22.40 Uhr läuft die Sendung im Fernsehen.

Das Rijksmuseum zählt zu den renommiertesten Kunsthäusern Europas. In der Ehrengalerie hängen Werke von Rembrandt, Johannes Vermeer und Judith Leyster, Gemälde, die Kunstgeschichte geschrieben haben. Genau dort baut Sting sein Akustik-Set auf. Die Kameras begleiten ihn zwischen den monumentalen Leinwänden, die für einen Abend zur Kulisse eines intimen Konzerts werden.

Im Zentrum steht Rembrandts „Die Nachtwache“, das Kronjuwel des Museums. Während das Gemälde restauriert wird, ist es in einem eigens geschaffenen Raum mit Glasfront ausgestellt. Dieser transparente Raum wird zur Bühne für einige der Songs. Sting spielt unmittelbar vor dem Werk, die Details des Bildes im Hintergrund, die Musik im Vordergrund. Es ist eine ungewöhnliche Begegnung zwischen einem barocken Meisterwerk und einem der prägenden Songwriter des Pop.

Eine Gitarre aus dem 17. Jahrhundert

Für diesen besonderen Anlass greift Sting nicht nur auf sein vertrautes Instrumentarium zurück. Er spielt auch eine seltene Gitarre aus dem 17. Jahrhundert, die dem Rijksmuseum als Leihgabe zur Verfügung gestellt wurde. Das Instrument wurde ursprünglich für den Kreis um Ludwig XIV., den Sonnenkönig, gebaut. Es ist ein Stück Musikgeschichte, das in direkter Verbindung zu jener Epoche steht, aus der auch viele der Gemälde im Museum stammen.

Die barocke Gitarre ist hier kein Effekt, sondern ein bewusstes Zeichen der Annäherung an den Raum und seine Geschichte. Die warmen, reduzierten Klänge fügen sich in die besondere Akustik der Galerie ein und schaffen eine Atmosphäre, die eher an ein Kammerkonzert erinnert als an eine Arena-Show.

Sting und sein langjähriger Gitarrist Dominic Miller vor der Nachtwache von Rembrandt (Fotos: Olaf Heine/arte)

„The Last Ship“ im Museum

Inhaltlich schlägt das Konzert einen Bogen zu Stings aktuellem Herzensprojekt. Mit dem Musical „The Last Ship“ ist er derzeit auf Tour. Das Stück erzählt von der Werftarbeiterkultur im Nordosten Englands, von seiner Heimatstadt Wallsend und vom Niedergang des traditionellen Schiffbaus. Es ist eine sehr persönliche Arbeit, die Themen wie Identität, Verlust und Gemeinschaft verhandelt.

Bei „Sounds Like Art“ präsentiert Sting mehrere Songs aus diesem Musical. Er erzählt von der Entstehungsgeschichte, von eigenen Kindheitserinnerungen und davon, wie sehr ihn die Atmosphäre der Werften geprägt hat. In der Umgebung des Rijksmuseums erhalten diese Lieder eine zusätzliche Ebene. Die Gemälde des 17. Jahrhunderts zeigen Kaufleute, Seefahrer, Szenen aus einer Zeit, in der Handel und Schiffbau zentrale Rollen spielten. Die Parallelen drängen sich auf, ohne dass sie ausgesprochen werden müssen.

Klassiker aus vier Jahrzehnten

Neben den Stücken aus „The Last Ship“ stehen auch Songs aus Stings erfolgreicher Karriere auf dem Programm. Dazu gehören Titel, die seit Jahrzehnten zum festen Repertoire gehören, ebenso wie Lieder aus der Zeit mit The Police. In der reduzierten Besetzung rücken Melodie und Text in den Vordergrund. Bekannte Hits wirken in diesem Rahmen konzentrierter, manchmal fragiler.

Gerade für ein Publikum, das mit Stings Musik aufgewachsen ist, bietet dieses Format eine neue Perspektive. Die Songs, die in den achtziger und neunziger Jahren große Bühnen füllten, werden hier in einem Raum präsentiert, der Stille und Aufmerksamkeit verlangt. Die Kameraarbeit verzichtet auf Effekte und lässt den Bildern Zeit. Es entsteht ein Dialog zwischen Musik und Malerei, zwischen Gegenwart und Vergangenheit.

Musik im musealen Kontext

Die Idee, Popmusik in Museen zu bringen, ist nicht neu, doch die ARTE-Reihe „Sounds Like Art“ verfolgt einen eigenen Ansatz. Es geht nicht um spektakuläre Kontraste, sondern um Resonanzen. Im Rijksmuseum wird das besonders deutlich. Die Ehrengalerie trägt die Geschichte des niederländischen Goldenen Zeitalters in sich. Wenn Sting dort singt, entsteht ein Spannungsfeld zwischen den Erzählungen der Bilder und den Geschichten seiner Songs.

Dass ARTE dieses Format weiterführt, passt zum kulturjournalistischen Profil des Senders. Die Reihe richtet sich an ein Publikum, das sich für Musik ebenso interessiert wie für Kunstgeschichte. Für viele dürfte der Name Sting dabei ein zusätzlicher Anreiz sein. Der 17-fache Grammy-Preisträger gehört zu den Künstlern, deren Werk weit über den Pop hinausstrahlt.

Sendetermine und Streaming

Die Folge mit Sting ist ab dem 5. März auf arte.tv sowie auf dem YouTube-Kanal von arte abrufbar.

Im linearen Fernsehen läuft das Konzert am 27. März um 22.40 Uhr.

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