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Taylor Swift nutzt Markenrecht als Schutz gegen KI-Deepfakes von Stimme und Bild

Immer mehr Künstler wehren sich gegen die Nutzung von KI für Deepfakes. Taylor Swift hat umfassende Markenanmeldungen für ihre Stimme sowie ihr visuelles Erscheinungsbild eingereicht.

Mit diesem Schritt reagiert die Musikerin auf die Flut an KI-Videos, die ohne ihre Zustimmung im Netz kursieren, wie The Independent berichtet. Es ist ein Manöver, das Schule machen könnte, denn Swift ist nicht die erste prominente Persönlichkeit, die ihre biometrischen Merkmale wie ein Produkt schützen lässt, um die Kontrolle über ihr digitales Ich zurückzugewinnen.

Die Anträge umfassen unter anderem zwei spezifische Tonaufnahmen ihrer Stimme. Einmal geht es um den Satz „Hey, it’s Taylor Swift“ und in einer zweiten Anmeldung schlicht um die Worte „Hey, it’s Taylor“. Zusätzlich soll ein Bild markenrechtlich geschützt werden, das sie mit einer pinkfarbenen Gitarre während ihrer „Eras“-Tour zeigt. Wie der Independent berichtet, dienen diese Maßnahmen als rechtlicher Riegel gegen die unbefugte Nutzung durch Algorithmen.

Neue Schutzwälle gegen digitale Kopien

Der Hintergrund dieses Vorgehens ist so simpel wie einleuchtend: Das aktuelle Recht hinkt der rasanten Entwicklung der KI oft hinterher. Wenn eine Software eine Stimme perfekt imitiert, ist das rechtlich derzeit schwer anzugreifen, da kein direktes Plagiat im klassischen Sinne vorliegt. Durch die Eintragung als Marke schafft das Team von Swift eine neue Handhabe. Der Markenanwalt Josh Gerben, der die Künstlerin nicht selbst vertritt, erklärte dazu in einem Blog-Beitrag, dass Swift bei einer Klage nun geltend machen könne, dass jede Verwendung einer Stimme, die wie die eingetragene Marke klingt, ihre Rechte verletzt.

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Ähnlich verhält es sich bei der visuellen Darstellung. Indem Swift ein ganz bestimmtes Bild schützt – inklusive ihres Outfits und ihrer Pose –, erschwert sie es KI-Plattformen, täuschend echte Abbildungen von ihr zu generieren. Es geht darum, die Einzigartigkeit der Künstlerin zu bewahren.

Das Beispiel Matthew McConaughey

Dass dieser Weg durchaus Erfolg verspricht, zeigt der Fall des Schauspielers Matthew McConaughey. Er sicherte sich Ende 2025 die Rechte an seinem berühmten Ausspruch „alright, alright, alright“. Sein Anwalt Kevin Yorn betonte gegenüber dem Independent: „Fortschritt sollte Grenzen haben. Der Schutz der individuellen Stimme, des Bildes und des geistigen Eigentums ist unerlässlich, um eine Zukunft aufzubauen, die für alle funktioniert.“

McConaughey selbst erklärte gegenüber dem Wall Street Journal, dass er und sein Team sicherstellen wollen, dass seine Stimme oder sein Ebenbild nur dann verwendet werden, wenn er dem ausdrücklich zugestimmt hat. Ziel ist es, in einer Welt, die von KI geprägt ist, klare Grenzen für das Eigentum zu ziehen, wobei Zustimmung und korrekte Zuweisung zur Norm werden sollten. Durch den Markenschutz kann er nun auch dann gerichtlich gegen Internet-Fälschungen vorgehen, wenn diese gar nicht direkt versuchen, ein Produkt zu verkaufen, sondern lediglich seine Identität zweckentfremden.

Eine konsequente Strategie

Für Taylor Swift ist der Einsatz für ihre Rechte fast schon ein Markenzeichen. Ihr langwieriger Kampf um die Eigentumsrechte an ihren frühen Alben hat die Musikindustrie nachhaltig verändert und das Bewusstsein für die Machtverhältnisse zwischen Künstlern und Verwertern geschärft. Dass sie nun ihre Stimme als Marke begreift, ist die logische Fortsetzung dieses Weges.

In einer Zeit, in der KI-Coverversionen auf sozialen Plattformen wie TikTok täglich millionenfach abgerufen werden, stellt sich die Frage nach dem Wert der menschlichen Leistung völlig neu. Wenn jede Stimme per Mausklick kopiert und in beliebigen Kontexten werden kann, haben Künstler derzeit kaum Möglichkeiten, sich effektiv davor zu schützen. Swift setzt hier ein deutliches Zeichen für die gesamte Branche. Auch wenn sich einzelne Künstler kaum gegen die KI-Konzerne wehren können, ist es wichtig, dass klare Leitplanken zum Schutz von Kreativen eingezogen werden und die Lücken, die das aktuelle Urheberrecht lässt, geschlossen werden.

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