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KI-Detektor für Playlists: Wie viel künstliche Musik steckt in deiner Musiksammlung?

Täglich werden zehntausende neue Songs veröffentlicht, die mit Hilfe von künstlicher Intelligenz entstanden sind. Der Streamingdienst Deezer reagiert auf diese Entwicklung mit einem neuen kostenlosen Online-Tool, das Playlists auf KI-generierte Titel untersucht, unabhängig davon, bei welchem Streaminganbieter sie erstellt wurden.

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Deezer startet KI-Detektor für Playlists: Wie viel künstliche Musik steckt in der eigenen Sammlung?

KI-generierte Musik ist längst im Mainstream angekommen. Mit einem neuen kostenlosen Online-Tool macht Deezer nun sichtbar, wie stark sie bereits in den Playlists vieler Nutzer vertreten ist. Der Streamingdienst bietet ab sofort einen KI-Detektor an, der Musiksammlungen verschiedener Plattformen analysiert und KI-generierte Songs erkennt.

Das Tool funktioniert nicht nur mit Deezer, sondern unterstützt nach Unternehmensangaben rund 20 Streamingdienste, darunter Spotify und YouTube Music. Nach der Verknüpfung des jeweiligen Kontos scannt der Dienst die vorhandenen Playlists und zeigt anschließend an, welche Titel als KI-generiert erkannt wurden. Bis zu 100 Playlists lassen sich auf diese Weise kostenlos überprüfen.

Das Tool nennt allerdings nicht die betreffenden Songs, sondern zeigt nur eine prozentuale Angabe, wohl auch um keine Rechtsstreitigkeiten zu riskieren.

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Fast jede zweite Playlist enthält bereits KI-Musik

Der neue Dienst kommt zu einem Zeitpunkt, an dem KI-Musik in Streamingkatalogen immer häufiger auftaucht. Laut Deezer werden inzwischen täglich rund 75.000 vollständig KI-generierte Songs auf die Plattform hochgeladen. Damit stammen inzwischen mehr als 44 Prozent aller neuen Uploads von generativen Systemen. Allein im Jahr 2025 identifizierte und kennzeichnete das Unternehmen nach eigenen Angaben mehr als 13,4 Millionen KI-generierte Titel.

Eine weitere Zahl zeigt das große Ausmaß der Verbreitung von KI-Musik auf Streamingplattformen: 43 Prozent der Nutzer, die von anderen Streamingdiensten zu Deezer wechseln, haben bereits KI-generierte Musik in ihren Playlists gespeichert. Vielen Hörern dürfte dabei gar nicht bewusst sein, dass sie entsprechende Titel hören.

Die Tonspion Playlists enthalten keine KI-generierten Songs, ein paar Fehler macht jeder KI-Detektor.

Die meisten Hörer erkennen KI-Musik nicht

Eine von Deezer gemeinsam mit Ipsos durchgeführte Umfrage unter 9.000 Personen in Deutschland, Frankreich, Großbritannien, den USA, Kanada, Brasilien, Japan und den Niederlanden legt genau das nahe. In einem Blindtest konnten 97 Prozent der Teilnehmer nicht zuverlässig unterscheiden, ob ein Song von Menschen oder vollständig von einer KI produziert wurde.

Gleichzeitig wünschen sich viele mehr Transparenz. 80 Prozent der Befragten sprechen sich für eine klare Kennzeichnung KI-generierter Musik aus, 73 Prozent möchten wissen, ob Streamingdienste entsprechende Titel aktiv empfehlen. Mehr als die Hälfte findet zudem, dass vollständig KI-generierte Songs nicht gemeinsam mit menschlichen Produktionen in den regulären Charts geführt werden sollten.

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„Keine andere Plattform ist unserem Beispiel bislang gefolgt“, erklärt Deezer-CEO Alexis Lanternier. Deshalb wolle das Unternehmen nun allen Musikfans die Möglichkeit geben, ihre eigenen Playlists auf synthetische Inhalte zu überprüfen, unabhängig davon, welchen Streamingdienst sie nutzen.

Deezer setzt auf eigene Erkennungstechnologie

Die zugrunde liegende Erkennungstechnologie stammt aus eigener Entwicklung. Nach Angaben von Deezer erkennt das System Musik bekannter KI-Plattformen wie Suno oder Udio mit einer Trefferquote von bis zu 99,8 Prozent. Dabei werden digitale Signaturen analysiert, die bei der Erstellung der Musik entstehen. Ende 2024 meldete das Unternehmen für die Technologie sogar zwei Patente an.

Deezer war zudem die erste Streamingplattform, die KI-generierte Musik sichtbar kennzeichnete. Erkannte Titel werden nicht in redaktionellen Playlists berücksichtigt und fließen auch nicht in die Empfehlungsalgorithmen ein. Damit soll verhindert werden, dass künstlich erzeugte Inhalte die Sichtbarkeit menschlicher Künstler beeinträchtigen oder das Vergütungssystem verzerren.

Wie wir bei Tonspion KI-Musik erkennen und ausfiltern

Auf Tonspion akzeptieren wir grundsätzlich keine KI-Musik, weil wir überzeugt davon sind, dass gute Musik nur mit viel Herzblut und aus individuellen menschlichen Erfahrungen entstehen kann. Die meiste Musik erreicht uns über Plattformen wie Submithub oder Groover, über die uns Bands, Künstler und Labels ihre Musik senden. Submithub hat einen KI-Filter eingebaut, mit dem sich KI-Musik wirksam sperren lässt.

Submithub bietet einen eingebauten KI-Filter.

Bei Recherchen in den Streamingdiensten ist es schwieriger. Auch wir bekommen Musik unbekannter Herkunft in die Playlisten gespült. Sobald diese Musik austauschbar und generisch klingt, sind wir raus. Außerdem können wir über die Artistprofile und anstehende Tourdaten prüfen, ob es sich um einen “echten” Künstler aus Fleisch und Blut handelt oder nur um KI. Bei elektronischen Stilrichtungen wie Rap oder Techno ist die Unterscheidung weitaus schwieriger. Der Aufwand, KI-Musik auszufiltern ist für uns zwar größer, aber es ist uns wichtig, keine KI-Musik zu empfehlen.

Betrug und sinkende Einnahmen für Künstler

Obwohl vollständig KI-generierte Musik derzeit nur ein bis drei Prozent aller Streams auf Deezer ausmacht, stuft der Streamingdienst nach eigenen Angaben bis zu 85 Prozent dieser Abrufe als betrügerisch ein. Solche Streams werden von der Vergütung ausgeschlossen und nicht an Rechteinhaber ausgeschüttet.

Auch wirtschaftlich könnte die Entwicklung erhebliche Folgen haben. Eine Studie des internationalen Urheberverbands CISAC geht davon aus, dass bis 2028 rund ein Viertel der Einnahmen von Kreativen durch generative KI gefährdet sein könnte. Das entspräche weltweit einem potenziellen Verlust von etwa vier Milliarden Euro.

Transparenz wird zum entscheidenden Thema

Die Entwicklung dürfte auch die Debatte um eine verpflichtende Kennzeichnung von KI-generierter Musik weiter befeuern. Wenn 97 Prozent der Hörer in Blindtests nicht erkennen können, ob ein Song von Menschen oder einer Maschine stammt, wird Transparenz zur Voraussetzung für eine informierte Entscheidung.

Nach aktueller Rechtslage in Deutschland und der EU genießen nur Werke mit ausreichendem menschlichem Schöpfungsanteil urheberrechtlichen Schutz. Eine klare Kennzeichnung könnte deshalb nicht nur für Musikfans, sondern auch für Künstler, Rechteinhaber und Verwertungsgesellschaften zunehmend an Bedeutung gewinnen.