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Die Alben des Monats: März 2026

Jeden Monat bewertet die Tonspion Redaktion die wichtigsten Musik-Neuerscheinungen. Am Ende entstehen daraus unsere Alben des Jahres. Hier unsere Jury-Charts für die besten Alben im März!

Die Alben des Monats März 2026

Unsere Jury besteht aus aktiven und ehemaligen Mitgliedern der Tonspion Redaktion sowie freien Musikjournalisten. Hier die zehn Alben, die unserer Fachjury diesen Monat am besten gefallen haben.

1. The Notwist – News From Planet Zombie

Mit Pauken und Trompeten verjagen The Notwist die absurden„News From Planet Zombie“ aka unsere aktuelle Welt und klingen dabei auf ihrem neuen Album mit zart-gewebtem Chamberpop und dicht-gesponnenem Indiepop schon fast optimistisch.

2. Kim Gordon – Play Me

Noise-Heroine und Sonic-Youth-Ikone Kim Gordon veröffentlicht mit “Play Me” ihr mittlerweile drittes Solo-Album, das musikalisch lärmig, krautig und melodisch groovend mit Trip-Hop-Anleihen daherkommt. Inhaltlich befassen sich die neuen Songs mit toxischer Männlichkeit, KI-Hysterie und Social-Media-Schwachsinn – Spielt Gordon und scrollt nicht weiter.

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3. Grace Ives – Girlfriend

Glitch, Strings, Synths und EDM-Splitter sind die Zutaten des catchy Indie-Pop der New Yorker Künstlerin Grace Ives, die mit ihrem Album „Girlfriend“ den Sprung vom Bedroom-Pop zum Breitformat wagt und der ihr vorzüglich gelingt.

4. Art School Girlfriend – Lean In

Hinter dem Künstlernamen der Kunstschule-Freundin steckt die walisische Musikerin und Produzentin Polly Mackey, die auf „Lean In“ filigranen feingewebter Electro-Dreampop aus einer anderen Welt – genau für diese Welt auf uns herniedertröpfeln lässt. Ihre Musik schwebt dabei irgendwo zwischen Sade, Massive Attack und The XX.

5. Robyn – Sexistential

Spaß, Sex, Selbstbestimmung: Robyns neuntes Album sprüht vor Lebensfreude und Lust am Sexistentialismus: Ihre Philosophie, mit pulsierendem Dance-Pop und euphorischem Electro unterfüttert, befreit und beflügelt.

6. Harry Styles – Kiss All The Time. Disco, Occasionally

Das mit Spannung erwartete neue Album von Pop-Superstar Harry Styles zielt auf die Disco, aber nur manchmal. Es kokettiert mit Experimenten, aber nur manchmal. Und so ist das Album auch nur manchmal spannend – die Tracks sind zwischen safety Fan-Pleaser und überraschend verspielt angelegt, so dass sich kein großes Ganzes entfalten kann.

7. Raye – This Music May Contain Hope

Vorsicht, diese Musik könnte Spuren von Hoffnung in sich tragen! Was sie aber auf jeden Fall in sich trägt sind große Melodien zwischen Musical und Neo-Soul, die wie eine große Oper angelegt sind: Orchestral und organisch trotz aller disparater Genres, die hier in einem großartigen Album zusammenfließen.

8. Ladytron – Paradises

Willkommen im Disco-Eden: Das Paradies liegt in Liverpool – genauer gesagt in den balearischen Synth-Pop-Hymnen von Ladytron, die auf ihrem neuen Album einen leuchtenden Hit an den anderen reihen. Dazu ist das Album Britishness pur, erinnert es doch an Ikonen des Sophihsticated Pop wie Saint Etienne, Synthpop-Klassiker wie New Order oder die Dancepop-Dreampopper Dubstar

9. Fcukers – Ö

Öha –  dieses New Yorker Duo schreibt einfach mal die Regeln des Indie-Dance neu: Infektiöse, pochende und minimalistische Tracks, die zwischen House, Club, Rave und Minimal pulsieren. Und dabei sind Fcukers auf ihrem Debüt-Album einfach nur atemberaubend cool und catchy.

10. Morrissey – Make-Up Is A Lie

Der Ex-The-Smiths-Held und die heutige Reizfigur Morrissey hat eine neue Plattenfirma gefunden und veröffentlicht mit „Make-Up Is A Lie“ tatsächlich ein in Teilen sehr gutes Album. Inwieweit jetzt wieder die Diskussion Trennung von Künstler und Kunst die neuen Songs überlagert, soll jeder für sich entscheiden. Die singende Stimme von Morrissey ist jedenfalls hier immer noch wunderbar, die sprechende ja weniger und er ist und bleibt der personifizierte Widerspruch. So gibt es neben großartigen Songs wie „The Monsters Of Pig Alley” auch unerträgliche wie das verschwörungstheoretisch raunende „Notre-Dame“. Vielleicht ist dieses Album aber auch einfach das beste Beispiel für eine zu lernende Ambiguitätstoleranz – der Fähigkeit, verschiedene Meinungen und Widersprüche auszuhalten.

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Einzelwertungen der Tonspion Jury

März 2026ACURKKCPCBSCTSFSCMDM⌀ Punkte
The Notwist4,54,54444,5444,53,54,15
Kim Gordon4443,54344,5544
Grace Ives443,5443,54443,888888889
Art School Girlfriend434,5443,534,53,53,777777778
Robyn33,543,533,54543,722222222
Raye3,54443,53,53,543,53,722222222
Ladytron3,54433,53,53433,5
Fcukers34442,5333,54,53,53,5
Harry Styles32332,53242,52,777777778
Morrissey333,51,52,522,5122,52,35

Tonspion Jury: Christoph Braun, Astrid Clave (AC), Sebastian Cleemann (SC), Kerstin Kratochwill (KK), Christoph Prenner (CP), Florian Schneider (FS), Satoru Teshima (ST), Udo Raaf (UR), Christina Mohr (CM), Dylan MacKenzie (DM).

Die Alben des Monats Februar 2026

Unsere Jury besteht aus aktiven und ehemaligen Mitgliedern der Tonspion Redaktion sowie freien Musikjournalisten. Hier die zehn Alben, die unserer Fachjury diesen Monat am besten gefallen haben.

1. Mitski – Nothing’s About To Happen To Me

Indie-Drama-Pop mit faszinierender Storyline: Mitski verzaubert auf ihrem neuen Album mit fein und fragmentarisch gewebten Songs irgendwo zwischen Mediation und Melancholie. Fasziniert folgt man der ausgelegten musikalischen Spur, die Mitski wie eine Zauberin zu spinnen vermag. „Nothing’s About To Happen To Me“ versetzt die Hörerinnen und Hörer tatsächlich in eine verzauberte Stimmung, mäandernd und melancholisch. Und so wird das Album tatsächlich zu einem verzauberten musikalischen Ort, in dem man sich verkriechen mag.

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2. Charli XCX – Wuthering Heights (OST)

Von Brat zu Brontë: Popsuperstar Charli XCX schenkt der neuen Verfilmung von „Wuthering Heights“ einen verstörend verzaubert-schönen Soundtrack zwischen Experiment und Elegie, während der Film mit Traumpaar Margot Robbie („Barbie“) und Jacob Elordi („Saltburn“) vielen als verschenkt gilt.

3. Apparat – A Hum Of Maybe

Experimentell, eklektisch und irgendwie episch: Apparat (alias Sascha Ring) pluckert und pulsiert nach sechs Jahren Pause wieder oszillierend zwischen Artpop, Jazz-Electronica und Glitch-Techno.

4. Gorillaz – The Mountain

25 Jahre nach ihrem Debüt sind Gorillaz längst mehr als ein cleveres Nebenprojekt aus der Britpop-Ära. Das neue Album “The Mountain” enthält einige neue Aufnahmen von Künstlern, die leider schon von uns gegangen sind, behält aber trotzdem eine beschwingte Leichtigkeit. Ein wiederkehrendes Motiv auf dem Album lautet sinngemäß: „Living is the ending of the beginning.“ Leben erscheint hier als fortwährender Übergang. Diese Perspektive durchzieht die Texte in unterschiedlichen Formulierungen und sogar in verschiedenen Sprachen.

5. Altin Gün – Garip

Psychedelisch, ekletisch: Das sechste Album der niederländisch-türkischen Band ist eine Hommage an den anatolischen Musiker Neşet Ertaş und zugleich eine Neuerfindung von Altin Gün mit starken Melodien und vertrackten Rhythmen, die einen packen.

6. Nils Keppel – Super Sonic Youth

Der Titel ein Wink Richtung Noise-Ikone Sonic Youth, der Sound eine Erinnerung an sowohl NDW als auch an Shoegaze der Neunziger im Stile Slowdives: Nils Keppels Debüt ist eine echte Überraschung in diesem noch jungen Jahr – dringlich, roh und romantisch.

7. Joji – Piss In The Wind

Vielleicht der beste Album-Titel des Jahres? „Piss In The Wind“ des australisch-japanischen Musikers Joji ist ein atmosphärischer, intimer Lo-Fi-Trip, der oft schemen- oder skizzenartig daher kommt – Minimaler und melancholischer Sadboy-Pop.

8. Hemlocke Springs – The Apple Tree Under The Sea

In North Carolina unter den Augen ihrer strengen katholischen Eltern aufgewachsen,  singt sich die Nigerianerin hier regelrecht frei und erzählt von ihrem Ausbruch: Ihr Debüt „The Apple Tree Under The Sea“ steckt voller Synthlust, Discofreude und Retroliebe zu 90ies oder Trip Hop.

9. Daphni – Butterfly

Wahrscheinlich der einzige Künstler, der sich selbst featured: Auf dem unverschämt funkigen und fröhlichen „Waiting So Long“ passiert genau das – Daphni feat. Caribou (on vocals), das Mastermind hinter beiden Projekten Dan Snaith, packt seine beiden Alter Egos in einen pulsierenden Track, der den Herz- und Flügelschlag seines vierten Albums „Butterfly“ vorgibt und schon  schon Anfang 2026 das Sommeralbum des Jahres veröffentlicht: Schmetterlingsleichter Dance-Pop, der mit vielfältigem Feel-Good-Sound umherflattert.

10. Iron & Wine – Hen’s Teeth

Opulenter Indie-Folk, in dem man schwelgen kann: Iron & Wine, das Projket von Sam Beam, veröffentlicht mit „Hen’s Teeth“ eine Art Schwesteralbum zum 2024 erschienenen  „Light Verse“. Mit dabei: das Bluegrass-Tris I’m With Her und Tochter Arden bei den Backing-Vocals.

Nicht in die Top Ten haben es diese zwei Schwergewichte der Musiklandschaft geschafft:

Bruno Mars – The Romantic

Zwar heißt ein Track auf dem neuen Album von Superstar Bruno Mars „Risk It All“, aber auf „The Romantic“ geht er zu sehr auf Nummer sicher – Retro-Sound, der keinem wehtut und so glattgebügelt ist, das kein Raum für versteckte Romantik bleibt.

Clueso – Deja Vu 1/2

Und auch hier hat man ein starkes Deja Vu, da mag Clueso noch so sehr jammern, das er nach etwas „Echtem“ lechzt: Er schrammt zwar immer etwas am Deutschpoeten-Klischee vorbei, aber so richtig traut er sich nicht aus der hübsch eingerichteten Schublade.

Einzelwertungen der Tonspion Jury

Februar 2026ACURKKCPCBSCTSFSCMDM
Mitski44,544,544444,54
Charli XCX44443,53,544,53,5
Apparat (D)4,543,53,5433,544
Gorillaz443,543,53,53,53,53,53,5
Altin Gün4334433,54,53,5
Nils Keppel (D)42,54433,5344
Joji3,543,53,53,5433,53
Hemlocke Springs33,534333,534
Daphni333,533,53334,53,5
Iron & Wine3,53,533,533,53,5333,5
Bruno Mars32,522,53,53242,5
Clueso (D)33,51,51,523332

Tonspion Jury: Christoph Braun, Astrid Clave (AC), Sebastian Cleemann (SC), Kerstin Kratochwill (KK), Christoph Prenner (CP), Florian Schneider (FS), Satoru Teshima (ST), Udo Raaf (UR), Christina Mohr (CM), Dylan MacKenzie (DM).

Die Alben des Monats Januar 2026

Unsere Jury besteht aus aktiven und ehemaligen Mitgliedern der Tonspion Redaktion sowie freien Musikjournalisten. Hier die zehn Alben, die unserer Fachjury diesen Monat am besten gefallen haben.

1. PVA – No More Like This

Mit seinem zweiten Album No More Like This” zieht uns das Londoner Trio PVA in die schummrigen Club-Ecken, durchzuckt von Strobo und durchlebt mit Synthpop zwischen Minimal Electro und maximalem Post-Punk-Grummeln.

2. Dry Cleaning – Secret Love

Trotz ihres eigenwilligen Musikstils sind Dry Cleaning aus London längst kein Geheimtipp mehr: Mit Spoken Words und No-Wave-Anleihen zieht das Quartett uns in einen hypnotischen Sog aus Dreampop-Flächen und Folk-Kraut-Vibes. Als würde Laurie Anderson mit den frühen Pixies im Keller proben.

3. Sault – Chapter 1

Nostalgischer Indie-Soul, der das Spirituelle erkundet: Sault wandeln auf „Chapter 1“ zwischen Motown und Minimalismus und vermengen Funk, Blues und R&B zu einem emotionalen wie experimentalen Rausch.

4. Sleaford Mods – The Demise Of Planet X

Der Wahnsinn der Welt auf einem Album musikalisch aufgesplittert. Sleaford Mods zerlegen einmal mehr mit ihrem Slacker-Rap-Electro-Pop auf „The Demise Of Planet X“ alle Irrsinnigkeiten auf diesem Planeten.

5. Die Sterne – Wenn es Liebe ist

Man ist wieder sofort schockverliebt in diese treibenden und tanzenden Melodien, die Die Sterne so mühelos aus dem Ärmel schütteln: Auf „Wenn es Liebe ist“ leuchten die Hamburger diesmal mit verspieltem Krautrock und drängendem Post-Punk.

6. Melody’s Echo Chamber – Unclouded

Bereits im Dezember 2025 erschienen, aber einfach zu zauberhaft, um “zwischen den Jahren” in den Rankings verloren zu gehen, denn: Melody’s Echo Chamber locken uns auf ihrem Album „Unclouded“ mit der kunstvollen Mischung aus Psych-Pop und Dream-Pop in eine enigmatische und ätherische Soundwelt.

7. A$AP Rocky – Don’t Be Dumb

Acht Jahre mussten die Fans auf ein neues Album warten: Nun wirft Hip-Hop-Star A$AP Rocky mit „Don’t Be Dumb” ein genre-sprengendes Werk in den Ring, das ziemlichen Spaß macht anzuhören. Und auch zum Schauen, denn im Clip zum Ohrwurm „Punk Rocky“ sehen wir neben Bass-Wizzard Thundercat auch Komponist Danny Elfman Drums spielen und Winona Ryder als coole Nachbarin.

8. Teed – Always With Me



Und noch ein Album vom letzten Monat des letzten Jahres: Teed (fka Totally Enormous Extinct Dinosaurs) aus Los Angeles lassen uns auf „Always With Me” in einen elektronischen Traum abtauchen, der irgendwo zwischen Yacht Rock, Synthsounds und Dreampop segelt.

9. Yumi Zouma – No Love Lost To Kindness

Nuanciert schimmernder Indie-Dreampop aus Neuseeland: Yumi Zouma veröffentlichen mit “No Love Lost To Kindness” ihr fünftes Album, das ihren spezifischen durchscheinenden Sound weiter kristallisiert und konkretisiert.

10. Imarhan – Essam

Algerischer Alternative zwischen Desert Blues und Electronica: Imarhan haben auf ihrem Album „Essam“ psychedelische und groovige Tracks versammelt, die melancholisch und bluesig sind – und sehr viel Sehnsucht in sich tragen.

Nicht in die Top Ten haben es diese zwei Schwergewichte der Musiklandschaft geschafft:

Robbie Williams – Britpop

Obwohl er mit seinem neuen 16. Album einen britischen Charts-Rekord aufgestellt hat und damit sogar die Beatles überflügelt, kann „Britpop“ nicht so recht überzeugen: Die charmante, aber dann doch zu harmlose Reise in die Jugend von Robbie Williams ist eine Hommage an seine Lieblingsmusiker wie Oasis, Pulp und auch Morrissey (der dann am 06. März ein neues Album veröffentlicht).

Louis Tomlinson – How Did I Get Here?

Und noch ein ehemaliger Boy-Group-Star veröffentlicht im Januar ein neues Album: Nicht so berühmt wie sein Ex-Kollege Harry Styles (der wiederum am selben Tag wie Morrissey sein nächstes Album herausbringt), ist Louis Tomlinson ebenfalls auf „How Did I Get Here?“ ziemlich auf dem Britpop-Indie-Trip, ohne jedoch auch richtig den Mainstream zu verlassen.

Einzelwertungen der Tonspion Jury

ACURKKCPCBSCTSFSCMDM
PVA3,5443,543,544,53,5
Dry Cleaning3,543,543,5343,54,54
Sault443,53433,54,54,53,5
Sleaford Mods43,53,534344,553
Die Sterne (D)3,54,53,533,54443,53
Melody’s Echo Chamber3,5443443,5343
A$AP Rocky433,53,5433443
Teed3,54334343,53
Yumi Zouma3,5343,53,53,533,53,5
Imarhan3,532,533,53,533,543,5
Robbie Williams3332,532,53232,5
Louis Tomlinson2,522,522,52,523,52

Tonspion Jury: Christoph Braun, Astrid Clave (AC), Sebastian Cleemann (SC), Kerstin Kratochwill (KK), Christoph Prenner (CP), Florian Schneider (FS), Satoru Teshima (ST), Udo Raaf (UR), Christina Mohr (CM), Dylan MacKenzie (DM).