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Grammys 2026: Alle Gewinner und die Preisverleihung im Stream

Die 68. Grammy Awards in Los Angeles waren mehr als eine glamouröse Leistungsschau der Musikindustrie, sondern eine politische Veranstaltung, geprägt von klaren Statements gegen die Einwanderungsbehörde ICE.

Im Mittelpunkt des Abends standen zwei Künstler, die den Abend musikalisch wie symbolisch dominierten: Bad Bunny und Kendrick Lamar.

Bad Bunny ging mit drei der wichtigsten Auszeichnungen nach Hause, darunter Album des Jahres für „Debí Tirar Más Fotos“. Damit ist er der erste spanischsprachige Künstler, der diesen Preis gewinnt. Hinzu kamen die Grammys für das beste Música-Urbana-Album und die beste Global-Music-Performance.

Seine Dankesrede nutzte der puertoricanische Musiker für ein unmissverständliches politisches Statement. Noch vor dem Dank an Gott stellte er klar: „ICE out.“ Es folgte eine Rede gegen Entmenschlichung von Migrantinnen und Migranten, gegen Angstpolitik und für Solidarität. Worte, die im Saal spürbar Wirkung zeigten und zu den eindringlichsten Momenten des Abends gehörten.

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Auch Kendrick Lamar schrieb Geschichte. Mit fünf weiteren Auszeichnungen, darunter Record of the Year für „Luther“ mit SZA sowie Bestes Rap-Album für „GNX“, überholte er Jay-Z und ist nun der meistprämierte Rapper in der Geschichte der Grammys. Insgesamt hält Lamar nun bei 27 Grammys. In seiner kurzen Rede blieb er zurückhaltend und verwies darauf, dass er sich eher über Musik als über Worte ausdrücke. SZA nutzte den gemeinsamen Moment hingegen für einen Appell gegen Resignation und für Zusammenhalt.

Die politische Tonlage des Abends zog sich durch viele Reden und Auftritte. Zahlreiche Künstlerinnen und Künstler trugen gut sichtbar Anti-ICE-Pins, darunter Justin Bieber und Carole King. Billie Eilish, ausgezeichnet als Song des Jahres für „Wildflower“, sagte auf der Bühne den Satz, der später vielfach zitiert wurde: „No one is illegal on stolen land.“ Auch sie sprach von der Schwierigkeit, in der aktuellen Situation die richtigen Worte zu finden, und rief dazu auf, weiter laut zu bleiben.

Der Preis für den besten neuen Act ging an Olivia Dean. In ihrer Rede verwies sie auf ihre Familiengeschichte als Enkelin von Einwanderern und erhielt dafür deutlichen Applaus. Kehlani, die zwei R&B-Grammys gewann, formulierte ihre Haltung am Rande der Verleihung noch direkter und kritisierte, dass ein solches Treffen einflussreicher Künstlerinnen und Künstler nicht unpolitisch bleiben dürfe.

Musikalisch bot der Abend erwartungsgemäß eine breite Palette. Lady Gaga gewann unter anderem für „Mayhem“ als bestes Pop-Vocal-Album und sprach über strukturelle Hürden für Frauen in der Musikindustrie. Eine Überraschung lieferte die britische Sängerin Lola Young, die sich gegen Gaga, Bieber und Sabrina Carpenter durchsetzte und den Grammy für die beste Pop-Solodarbietung gewann.

Steven Spielberg erreichte mit dem Gewinn für den Musikdokumentarfilm „Music for John Williams“ den extrem seltenen EGOT-Status (den Gewinn von Emmy, Grammy, Oscar und Tony) und ordnete den Preis als persönlich bedeutsam ein.

Trevor Noah führte zum letzten Mal als Gastgeber durch den Abend. In seiner Eröffnung bezeichnete er die Grammys als „das beste Konzert, für das man kein Ticket kaufen kann“, verabschiedete sich mit Humor und einem Seitenhieb auf politische Prominenz im Umfeld von Donald Trump, insbesondere Nicki Minaj, die ihre Karriere auf spektakuläre Art beendete, indem sie sich Trumps MAGA-Bewegung an den Hals warf und gegen queere Menschen austeilt, die einen Großteil ihrer Fanbase ausmachten.

The Cure gewannen ihren ersten Grammy überhaupt für das beste Alternative Album, 50 Jahre nach Gründung und unzähligen Hits und Klassikern. Dagegen noch vergleichsweise neu im Geschäft wurden Turnstile völlig zurecht mit dem Grammy fürs beste Rock-Album ausgezeichnet und FKA twigs mit dem fürs beste elektronische Album.

Selbst der Gewinner des Grammy fürs beste Grammy-Album, Jelly Roll, erinnerte die MAGA-Sekte in seinem Land daran, dass Jesus nicht nur einer Partei gehöre, sondern für alle Menschen da sei.

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Grammy Awards 2026: Die wichtigsten Gewinner im Überblick

  • Album des Jahres
    Bad Bunny – Debí Tirar Más Fotos
  • Record of the Year
    Kendrick Lamar feat. SZA – Luther
  • Song des Jahres
    Billie Eilish – Wildflower
  • Bester neuer Artist
    Olivia Dean
  • Bestes Pop-Vocal-Album
    Lady Gaga – Mayhem
  • Beste Pop-Solo-Performance
    Lola Young – Messy
  • Bestes Rap-Album
    Kendrick Lamar – GNX
  • Beste Rap-Performance
    Clipse feat. Kendrick Lamar & Pharrell Williams – Chains & Whips
  • Bester Rap-Song
    Kendrick Lamar – TV Off
  • Bestes Música-Urbana-Album
    Bad Bunny – Debí Tirar Más Fotos
  • Beste Global-Music-Performance
    Bad Bunny – EoO
  • Bestes Alternative-Album
    The Cure – Songs of a Lost World
  • Bestes Rock-Album
    Turnstile – Never Enough
  • Bestes Dance/Electronic-Album
    FKA twigs – Eusexua
  • Bestes R&B-Album
    Leon Thomas – Mutt
  • Bestes Country-Album (Contemporary)
    Jelly Roll – Beautifully Broken
  • Producer of the Year
    Cirkut
  • Songwriter of the Year
    Amy Allen