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Der Teufel trägt Prada 2: Fast Fashion für Streamingdienste

Am Donnerstag kommt „Der Teufel trägt Prada 2“ in die Kinos, 20 Jahre nach der erfolgreichen Mode-Satire von 2006. Die bleibt, wie kaum anders zu erwarten, ärgerlich.

Die Fortsetzung setzt genau 20 Jahre nach den Ereignissen des ersten Teils an, der 2006 zum Überraschungserfolg wurde und sich rasch zu einem popkulturellen Bezugspunkt entwickelte. Damals stand die junge ehrgeizige Journalistin Andy Sachs (Anne Hathaway) im Mittelpunkt, die in der Redaktion des, der Vogue nachempfundenen Modemagazins „Runway“ unter der Leitung der gefürchteten Chefredakteurin Miranda Priestly (Meryl Streep) arbeitete.

Der Film erzählte Geschichte von Aufstieg, Machtstrukturen, Loyalität und den persönlichen Kosten beruflichen Ehrgeizes. Der Reiz des ersten Teils bestand in der Spannung zwischen der mächtigen Mode-Fürstin und ihrer naiven Praktikantin, die nicht weiß, in welches Haifischbecken sie sich da begeben hatte.

Die neue Geschichte greift diese Figuren in einer völlig veränderten Medienlandschaft wieder auf. Die Modebranche ist längst nicht mehr nur von Hochglanzmagazinen geprägt, sondern von digitalen Plattformen, Influencer-Marketing und globaler Echtzeitkommunikation.

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Gedruckte Auflagen sinken, Marken müssen sich neu erfinden, redaktionelle Autorität wird zunehmend von Algorithmen und Reichweitenzahlen herausgefordert. „Der Teufel trägt Prada 2“ verlegt das Machtzentrum vom klassischen Printgeschäft in eine hybride Welt aus Luxuslabels, Social Media und strategischen Kooperationen.

Zwanzig Jahre nach dem ersten Teil lebt die Fortsetzung heute nicht mehr von der Aufstiegserzählung einer Außenseiterin, sondern von der Nostalgie für ein System, das sie einst kritisch beleuchten wollte.

Der Humor bleibt zynisch und Miranda Priestly wirkt heute als toxische Chefin weitaus weniger faszinierend als damals. Dass Andy sie weiterhin mit Rehblick idealisiert und jede Gehässigkeit vergibt, als besitze nur sie Zugang zur „wahren“ Miranda, wirkt heute einfach nur noch unglaubwürdig.

Am Ende rettet erneut das Kapital in Gestalt einer wohltätigen Milliardärin ein taumelndes Luxus-Mode-Imperium und passt damit in die reaktionäre Trump-Welt. „Der Teufel trägt Prada 2“ erweist sich weniger als feinsinnige Fortschreibung eines Klassikers denn als aufwendig inszenierte Bühne für Luxuslabels, das sich mit kalkuliertem Glamour begnügt und inhaltlich erstaunlich kühl und dünn bleibt.

Selbst Meryl Streep bleibt in der Darstellung ihrer einst ikonischen Figur erstaunlich eindimensional und entwickelt ihren Charakter kaum weiter, ganz im Gegenteil: sie wirkt heute wie gefangen im Klischee ihrer Rolle, unfähig zur Veränderung.

Und so funktioniert „Der Teufel trägt Prada 2“ letztlich nur noch als Schaulaufen großer Namen und Labels und schnell konsumierbares Futter für die Streamingdienste.

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Der Titelsong „Runway“ knüpft klanglich an das letzte Album von Lady Gaga an und bringt sie mit der derzeit erfolgreichsten Rapperin Doechii zusammen: ein Dreamteam. Im Video zu “Runway” zeigen sie mit zahlreichen Outfitwechseln Designs von Modeschöpfern wie Robert Wun, Harris Read oder Thom Solo.