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Miserable Monday: Playlist von Minoa

    Die Playlist zum Start in die neue Woche. Heute mit Musik von Bess Atwell, Andy Shauf und Julia Jacklin.

    (c) Anna Tiessen

    Der Vorteil, den so ein Blog wie der Miserable Monday mit sich bringt, ist, dass man Alben sehr oft schon sehr lang vor dem eigentlichen Release hören darf. Das wiederum kann aber auch echt zum Problem werden, weil man bei richtig tollen Platten dann sehr lang niemanden hat, mit dem oder der man drüber reden kann. Luxusproblem, I know, halt ich auch aus. Aber ey, manchmal zerreist es mich wirklich. 

    So nun auch geschehen beim Debütalbum von Ina Klos, die unter dem Namen Minoa seit 2021 Musik veröffentlicht. „Forward, Backward, Start Again“ erscheint am 19.08., liegt aber schon gut zwei Monate bei mir. So viele Sachen, über die ich hier reden will: Hörst du wie der Gitarrensound dort das Tremolo in ihrer Stimme begleitet? Krass erinnert dich das hier auch so sehr an Kathryn Joseph? Aus Hannover kommt sie? Ach so in Texas geboren, ja klingt auch echt nicht nach Hannover. Das ist ein Bass-Sound auf den auch Paul McCartney stolz wäre. Diese Gitarren machen mich fertig! 

    Undsoweiterundsofort.

    Ganz im Sinne Forward, Backward, Start Again vergeht dann Woche um Woche, in denen ich dieses wunderbar ambitionierte Stück Musik bei mir habe, immer wieder durchhöre und dann doch noch für mich behalten muss. 

    Über was ich glücklicherweise nun aber schon mit euch sprechen kann, sind die Singles, die Minoa vorab veröffentlicht hat. Am Freitag erschien mit „Wanna Go Back in Time“ der closing track ihres Albums, der davon erzählt, dass man schöne Erinnerungen nicht loslassen kann und sich ständig fragt ‚Was wäre wenn…?‘. 

    Verträumt und etwas quirky leiert (ich liebe alles was leiert!) sich der Song zu einem melancholischen Ende und erinnert an Songwriterinnen wie Julia Jacklin oder Adrianne Lenker. 

    Viel bleibt nicht zu sagen, außer, dass ich Fan bin – von Minoa und diesen wunderschönen Songs!

    Minoa Live: 

    10.8. BERLIN, FluxFM Bergfest

    25.8. BERLIN, Badehaus (10 Jahre Listenrecords)

    Die Playlist

    Wenn ich traurig bin, fühle ich mich weniger traurig und in gewisser Weise verstanden, wenn ich traurige Lieder höre. So wie wenn große Regentropfen auf die Erde fallen, wenn ich traurig bin. Als ob sie mir eine kleine Last von den Schultern waschen würden.

    Wenn ich selbst ein trauriges Lied schreibe, bewirkt das etwas Ähnliches, sogar etwas Stärkeres für mich. Es geht darum, dem Schmerz freien Lauf zu lassen, ihn wachsen zu lassen, um ihn dann buchstäblich wegzuschreiben. Deshalb haben traurige Lieder im Allgemeinen eine außergewöhnliche Kraft, denke ich. Sie spiegeln die bereits verarbeiteten dunklen Emotionen eines Künstlers wider, die sich beim Zuhören in deinem Körper festsetzen, und du verbindest dich mit ihnen aus deiner persönlichen Erfahrung und emotionalen Erinnerung heraus.

    Auf meinem kommenden Debütalbum gibt es auch einige traurige Songs und ich hoffe wirklich, dass man sich mit ihnen identifizieren kann.

    Diese traurigen Lieder, die ich als meine Favoriten ausgewählt habe (ich gebe zu, es sind 18, nicht 10… ;)), berühren mich alle tief im Inneren und ich könnte nicht einmal eines davon zurücknehmen! Ich finde sie rein und ehrlich und einfach echt. Sie variieren ziemlich stark in ihren Genres, aber die Traurigkeit ist immer spürbar. „Both Sides Now“ ist mein Lieblingssong von Joni Mitchell überhaupt. Besonders die orchestrale Version, in der sie schon etwas älter ist, rührt mich jedes Mal zu Tränen. Aber ehrlich gesagt gibt es kaum einen Song in dieser Liste, bei dem ich noch nicht geweint habe. Ich schätze, ich habe einen Hang zu sentimentalen Liebesliedern.