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Editors melden sich mit „Call It In“ zurück und kündigen Tour für 2027 an

Mit der neuen Single „Call It In“ gibt die Band aus Birmingham einen ersten Vorgeschmack auf ihr kommendes achtes Studioalbum. Gleichzeitig kündigt das Quintett eine Europa-Tour für Anfang 2027 an, die im Februar auch fünf Konzerte in Deutschland umfasst.

„Call It In“ markiert den Auftakt für das nächste Kapitel einer Band, die sich seit gut zwei Jahrzehnten konsequent weiterentwickelt hat. Das Stück knüpft an jene Mischung aus Dringlichkeit und Melancholie an, die die Editors seit ihren Anfangstagen auszeichnet, lässt aber zugleich Raum für neue Nuancen.

Wie schon auf den letzten Veröffentlichungen ist eine Offenheit für elektronische Texturen spürbar, ohne dass die Gitarren ihre tragende Rolle verlieren. Der Song wirkt fokussiert, klar strukturiert und setzt auf Spannung statt auf Effekthascherei.

Während die Band kollektiv am neuen Album arbeitete, war Frontmann Tom Smith zuletzt auf Solopfaden unterwegs. Im Dezember erschien sein erstes Soloalbum „There Is Nothing in the Dark That Isn’t There in the Light“, ein Werk, das stärker auf Reduktion und Intimität setzte als viele Editors-Veröffentlichungen. Die Auswirkungen dieser neuen Stimme sind auch auf der neuen Single zu hören, auf der sich Smith merklich zurücknimmt.

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Im Rahmen ihrer Europa-Tour kommen die Editors im Februar 2027 für fünf Termine nach Deutschland. Geplant sind Konzerte in München, Berlin, Köln, Leipzig und Hamburg. Die Auswahl der Venues deutet auf Shows in mittleren bis größeren Hallen hin, die genug Raum für die visuelle Inszenierung bieten, ohne den direkten Kontakt zum Publikum zu verlieren.

Editors auf Tour

  • 07.02.2027 MÜNCHEN, Zenith, die Kulturhalle Tickets
  • 11.02.2027 BERLIN, Columbiahalle Tickets
  • 14.02.2027 KÖLN, Palladium Köln Tickets
  • 16.02.2027 LEIPZIG, Felsenkeller Leipzig Tickets
  • 20.02.2027 HAMBURG, Inselpark Arena Tickets

Der Ticketverkauf startet am Mittwoch, 29. April 2026, um 10 Uhr exklusiv über Eventim. Der allgemeine Vorverkauf beginnt einen Tag später am 30. April. Erfahrungsgemäß sind die Deutschland-Konzerte der Editors gut besucht, zumal die Band hier seit Jahren eine besonders stabile Fanbasis hat.

Biografie Editors

Kaum eine britische Band der 2000er Jahre hat sich so beharrlich weiterentwickelt wie die Editors. Gegründet Anfang des Jahrzehnts in Birmingham, gelang dem Quartett um Sänger Tom Smith binnen weniger Jahre der internationale Durchbruch. Ihr Markenzeichen: hymnischer Indierock mit dunkler Färbung, getragen von Smiths markanter Baritonstimme, nicht ganz unähnlich der von Dave Gahan. Im Lauf ihrer Karriere öffnete sich die Band zunehmend elektronischen Einflüssen und suchte immer wieder nach neuen Ausdrucksformen, ohne ihre Identität aufzugeben.

Die Geschichte der Editors beginnt 2002 an der Staffordshire University. Tom Smith, Chris Urbanowicz, Russell Leetch und Ed Lay gründeten die Band zunächst unter anderem Namen, bevor sie sich für Editors entschieden. Schon früh zeichnete sich ab, dass sie sich von der damals florierenden Gitarrenwelle abheben wollten. Während viele Zeitgenossen auf jugendliche Unbekümmertheit setzten, kultivierten die Editors eine ernste, fast düstere Atmosphäre.

The Back Room

2005 erschien das Debütalbum „The Back Room“. Es traf den Nerv einer Zeit, in der britische Indiebands internationale Aufmerksamkeit erhielten. Songs wie „Munich“, „Blood“ oder „Bullets“ verbanden treibende Gitarren mit einer latenten Melancholie. Kritiker zogen Vergleiche zu Joy Division oder Echo and the Bunnymen, nicht zuletzt wegen Tom Smiths tiefer, ausdrucksvoller Stimme. Das Album erreichte hohe Chartplatzierungen in Großbritannien und etablierte die Editors auch auf dem europäischen Festland als feste Größe.

An End Has a Start

Mit dem zweiten Album „An End Has a Start“ aus dem Jahr 2007 festigten die Editors ihren Status. Die Produktion wirkte breiter, die Refrains größer, ohne die dunkle Grundstimmung aufzugeben. Der Titelsong, „Smokers Outside the Hospital Doors“ oder „The Racing Rats“ zeigten eine Band, die ihre melodische Stärke ausbaute und zugleich an Intensität gewann.

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Die Platte erreichte Platz eins der britischen Charts und unterstrich, dass die Editors mehr waren als ein Hype. Live entwickelte sich die Band zu einer verlässlichen Institution. Ihre Konzerte lebten von der Dynamik zwischen kontrollierter Anspannung und eruptiven Ausbrüchen. Tom Smith erwies sich als Frontmann mit klarer Präsenz, ohne in Pose zu verfallen.

In This Light and on This Evening

2009 folgte mit „In This Light and on This Evening“ ein stilistischer Einschnitt. Die Editors lösten sich ein Stück weit vom gitarrengetriebenen Sound ihrer Anfangsjahre und rückten Synthesizer und elektronische Elemente stärker in den Mittelpunkt. Die Songs wirkten kühler, teilweise sperriger. Inhaltlich spiegelte das Album eine düstere Sicht auf das moderne Großstadtleben wider.

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Nicht alle langjährigen Hörer gingen diesen Schritt vorbehaltlos mit. Dennoch zeigte sich hier der Wille zur Veränderung, der die Band bis heute prägt. „Papillon“ wurde zum bekanntesten Stück der Platte und avancierte zu einem festen Bestandteil der Liveshows. Der Song markierte zugleich eine neue Phase, in der elektronische Klangfarben selbstverständlich zum Repertoire gehörten.

The Weight of Your Love

Nach internen Spannungen verließ Gitarrist Chris Urbanowicz 2012 die Band. Mit Justin Lockey und Elliott Williams stießen neue Mitglieder hinzu. Das 2013 veröffentlichte Album „The Weight of Your Love“ klang entsprechend anders. Die Editors kehrten zu einem stärker gitarrenorientierten Sound zurück, der offener und direkter wirkte als auf dem Vorgänger.

Songs wie „A Ton of Love“ zeigten eine Band, die ihre Wurzeln nicht verleugnet, aber gereift ist. Thematisch rückten persönliche Erfahrungen stärker in den Vordergrund. Das Album wurde als bewusste Neuorientierung verstanden, als Versuch, nach personellen Veränderungen wieder Boden unter den Füßen zu gewinnen.

In Dream

Mit „In Dream“ aus dem Jahr 2015 schlugen die Editors erneut eine andere Richtung ein. Die Platte entstand weitgehend in gemeinsamer Studioarbeit, was sich in einem geschlossenen Klangbild niederschlug. Elektronische Texturen, zurückgenommene Gitarren und eine introspektive Stimmung prägten das Album.

Stücke wie „Life Is a Fear“ oder „Ocean of Night“ wirkten atmosphärisch dicht und zugleich verletzlich. Die Band erlaubte sich mehr Raum für Zwischentöne. „In Dream“ wurde vielfach als kohärentes Werk wahrgenommen, das weniger auf einzelne Hits setzte, sondern als Ganzes funktionierte.

Violence

2018 erschien „Violence“, ein Album, das gesellschaftliche Spannungen und politische Unsicherheiten reflektierte. Musikalisch verband die Band hier elektronische Elemente mit einer neuen Klarheit im Songwriting. Die Produktion wirkte präziser, die Arrangements fokussierter.

Der Titelsong und „Magazine“ griffen Themen wie Manipulation und Medienrealität auf. Die Editors positionierten sich nicht mit plakativen Botschaften, sondern mit einer grundsätzlichen Skepsis gegenüber einfachen Wahrheiten. „Violence“ zeigte eine Band, die ihre Rolle als Chronist einer verunsicherten Gegenwart annimmt.

EBM

Mit „EBM“ aus dem Jahr 2022 intensivierten die Editors ihre elektronische Ausrichtung. Der Titel verwies bereits auf die stilistische Nähe zur Electronic Body Music. Erstmals war der britische Produzent Blanck Mass nicht nur als Kollaborateur, sondern als offizielles Bandmitglied beteiligt.

Das Album setzte auf repetitive Strukturen, treibende Beats und eine teilweise cluborientierte Energie. Stücke wie „Heart Attack“ oder „Karma Climb“ verdeutlichten, dass die Editors bereit waren, ihre Komfortzone weiter zu verlassen. Die Gitarren traten zugunsten von Synthesizern und programmierter Rhythmik in den Hintergrund. „EBM“ wirkte kantig und experimentierfreudig, ohne die melodische Handschrift der Band zu verlieren.

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