10 Tipps zur Online Promotion für Bands und Labels

Wie ihr eure Chancen erhöht, im Netz gehört zu werden

Seit Tonspion online ist, bekommen wir täglich unzählige Links zu Soundcloud, Bandcamp und Homepages von hoffnungsvollen Bands weltweit. Hier ein paar Tipps wie ihr eurer Musik Gehör verschafft - nicht nur im Tonspion. (English version here)

Keine Musikredaktion irgendwo kann heute noch all die Musik hören, die ihr per Mail zugeschickt wird. Man bräuchte dafür ein riesiges Team und niemand bezahlt die Zeit fürs Musikhören. Die Prinzipien von früher funktionieren bei Online-Musikmedien längst nicht mehr, die Werbebudgets reichen heute nicht mehr dafür aus, zig festangestellte Redakteure zu refinanzieren.

Insofern müssen wir uns auf eine rneue Situation einstellen und die Online Promotion neu denken. Folgende Tipps können dabei helfen, deiner Musik Gehör zu verschaffen (das gilt übrigens auch für Labels).

1. Sei realistisch

Machen wir uns nichts vor: Das Internet ist voll mit Musik. Im Internet misst du dich mit der ganzen Welt. Anders als zu Beginn von Tonspion vor 20 Jahren, als es noch kaum Musik online zu hören gab, füllen wir heute keine Lücke mehr, sondern picken uns das Beste heraus, was wir finden können. Deine Musik gehört dazu? Dann bitte weiterlesen. Ansonsten: ab in den Proberaum. 

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2. Think global, act local

Es ist ein Mythos, dass Künstler heute über Nacht "entdeckt" und berühmt werden. Es gibt heute nicht mehr drei Fernsehkanäle, wo man mit einem einzigen Auftritt eine große Karriere starten konnte. Die Regel ist, dass man sich erstmal in seiner eigenen Stadt oder Region einen Namen erspielen muss, um darüber hinaus auch für Medien interessant zu werden. Manche schaffen das auch über ein Social Network, dazu braucht es aber häufig einfach nur Glück. Wer wirklich außergewöhnlich gut ist, setzt sich früher oder später auch durch und trifft auf überall offene Ohren. Und sammelt außerdem das nötige Rüstzeug, um im harten Musikgeschäft zu überleben. Also: überzeuge erst dein näheres Umfeld von deinem Talent und warte nicht darauf zufällig "entdeckt" zu werden. Das wird nicht passieren!

3. Promote deine Musik auf Blogs im Netz

Du hast deine Stadt bereits im Griff? Super, dann hast du eine entsprechende Bestätigung, um es im www zu versuchen und dir dort Gehör zu verschaffen. Der Anbieter Submithub ermöglicht es Bands und Labels ihre Musik an ausgewählte Blogs (auch an uns!) zu schicken und garantiert ein konstruktives Feedback zu erhalten. Du wirst über Blogs natürlich kein Millionenpublikum erreichen, aber du kannst die Zitate für deine Pressearbeit und auf deiner Homepage verwenden. Es ist eine Auszeichnung, wenn jemand sich die Zeit nimmt, über dich zu schreiben! Das können Blogs nur für sehr wenige Künstler leisten. Auch uns erreichst du auf Submithub.

4. Falle auf, sei anders

Bei Submithub (wie auch im echten Leben) hast du nur etwa 10 Sekunden Zeit, einen ersten Eindruck zu hinterlassen. Doch die meisten Bands klingen ähnlich wie viele andere Bands und fallen deshalb sofort durchs Sieb. Der häufigste Grund, warum wir Musik ablehnen ist fehlende Originalität. Wenn man eine Band noch nicht kennt, helfen auch Bilder, um zu wissen, mit wem man es zu tun hat. Schließlich sind wir hier nicht bei The Voice of Germany. Ein originelles visuelles Auftreten hilft gerade am Anfang in der Medienwelt enorm. Frag Sido, Cro oder Daft Punk. Aber auch musikalisch sollte natürlich ein eigener Stil bereits erkennbar sein. Einen Abklatsch erfolgreicher Künstler braucht wirklich niemand.

5. Mach deine Homepage zu deinem virtuellen Zuhause

Deine Homepage sollte der Dreh- und Angelpunkt von allem sein, was du online machst! Pflege deine Homepage, mache sie zu deinem virtuellen Zuhause mit angeschlossenem Fanclub. Ganz wichtig: die eigene Homepage sollte nur dir gehören und nicht Firmen wie Facebook, Bandcamp, Soundcloud oder sonst jemandem. Erinnerst du dich noch an MySpace? Eben. Alles, was es zu deiner Band gibt, sollte als erstes auf der eigenen Homepage stehen und erst dann auf den diversen Plattformen. 

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6. Verbündet euch

"Allein machen sie dich ein" wusste schon Rio Reiser. Nicht jeder, der das Talent für Musik oder Songwriting hat, hat das Talent sich auch selbst zu vermarkten. So lange du dir keinen erfahrenen Manager leisten kannst, suche dir jemanden Vertrauenswürdigen aus dem Freundeskreis oder schließe dich mit anderen Bands zusammen und gebt euch gegenseitig Feedback über eure PR. 
Also: bevor du irgendwas an die Presse oder ein Label schickst, lass es zumindest kurz von jemandem gegenlesen und am Besten nicht deinen allergrößten Fan, sondern jemandem, der das auch ganz neutral und mit professionellem Blick beurteilen kann. 

7. Schicke keinen Promospam an Medien oder Blogs

Teure Pressemappen oder Vinyl sind zur Bemusterung nicht sinnvoll, steck das Geld lieber in dein Equipment oder Plakate. Fun Fact: Besonders unoriginelle Bands fallen häufig durch besonders teure Hochglanz-Pressemappen auf.

Aber auch unmotivierte Mails einem Link und Aussagen wie "hört doch mal in meine Musik rein" sollten niemals an Magazine und Blogs versendet werden! Niemand hat die Zeit oder Lust wahllos irgendwelche Musik anzuhören.

Was wir tatsächlich brauchen, wenn wir über Musik berichten möchten ist vernünftiges Pressematerial, gebündelt in einem professionellen Dropbox Presseordner

  1. Eine Auswahl von Fotos für Web (quadratisch oder quer 3:2), max. 1500px. Hochformat ist für online ungeeignet!
  2. Ein 30-sekündiges Videosnippet für Instagram und Facebook (für Stories)
  3. Eine Pressemitteilung mit allen Informationen (druckfertig, informativ und ohne werbliche Formulierungen) und mit den Key Facts als Stichworte
  4. ggf. Zitate von anderen Medien

Schickt uns keine hochauflösenden Bilder in die Mailbox! Das ist eine Verschwendung von Ressourcen und Ladezeit. Bei Bedarf laden wir die Bilder gerne aus der Dropbox runter. Verstecke deine Presseinformationen nicht so, dass wir uns erst aufwendig dafür registrieren müssen, dafür haben wir leider keine Zeit.

8. Pflege deinen Mailverteiler mehr als dein Facebook

Hole deine Fans also nicht nur auf dein Facebook Profil, sondern frage sie, wo immer es geht, nach ihrer Adresse für deinen Newsletter (übrigens: hier ist unserer!). Damit lassen sich langfristig wichtige Kontakte von Leuten aufbauen, die du per Mail immer wieder direkt erreichen kannst. Selbst wenn Facebook eines Tages das gleiche Schicksal ereilen sollte wie MySpace.

9. Respektiere deine Fans 

Nur echte Fans sind relevante Kontakte, arbeite also nicht mit irgendwelchen gekauften Quatschadressen oder sonstigen Tricks, sondern gib deinen wahren Fans überall die Möglichkeit, freiwillig ihre Mailadresse zu hinterlassen. Beim Konzert, auf deiner Homepage, auf Facebook. Und spamme sie dann nicht zu, sondern behandle sie mit Respekt und schicke ihnen wirklich nur dann nur Nachrichten, wenn es was Wichtiges zu berichten oder zu hören gibt. Eine Tour, ein Album, ein Video oder neue Songs und kostenlose Downloads auf deiner Homepage. Vergiss dabei nicht, die Spielregeln der neuen Datenschutzverordnung zu beachten. 

10. Lerne mit Fangates zu arbeiten

Eine einfache Art und Weise, Fankontakte zu sammeln, sind Fangates: im Tausch gegen eine Mailadresse erhalten Fans kostenlose Goodies wie einen kostenlosen Download oder vergünstigte Tickets. Viele Stars haben auf diese Weise bereits ihre Fanbase vergrößert, von Thom Yorke über Marilyn Manson bis Cro. Gerade für Newcomer gilt: Verschenke deine Musik erstmal und warte, bis die sie die Runde macht! Dafür gibt es zahlreiche Tools von Soundcloud, Bandcamp, Official.fm und neuerdings auch BitTorrent. Und trommle anschließend dafür bei deinen Konzerten, in Musikmedien und auf deinen Seiten im Netz. So lange du nichts verkaufst, hat deine Musik noch keinen monetären Wert. Also: sei großzügig!

Wie man mit Fangates mehr Fans gewinnt

Wichtig: tagge jedes File, das du ins Netz hochlädst korrekt mit allen Daten, ansonsten landest du als "Unknown Artist" mit "Unknown Track" im Nirwana der Festplatten deiner potenziellen Fans.

Abb. Einer von vielen "Unknown Tracks" auf HypeMachine.com, die nicht korrekt getaggt wurden.

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MP3 Download: Tonspion präsentiert die besten Musik Downloads, die kostenlos und legal im Netz bereit gestellt werden. 

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