Cat Power – Covers (Album)

Die hohe Kunst des Coverns: Cat Power lässt Songs von den 1940ern bis 2010ern wie ein eigenes harmonisches Album klingen. Mit viel Soul, Sensitivität und Sehnsucht macht sie Tracks von Billy Holiday über Nico bis hin zu Nick Cave zu ihren.

Cat Power (Bild: Mario Sorrenti)

Songwriterin, Musikerin und Produzentin Chan Marshal, besser bekannt als Cat Power, legt mit dem schlicht „Covers“ betitelten Album das nunmehr dritte Werk vor, auf dem sie sich die Songs anderer vornimmt. Nach „Jukebox“ (2008) und „The Covers Record“ (2000) interpretiert sie hier Tracks von unterschiedlichen MusikerInnen wie Iggy Pop, Bob Seger oder Lana Del Rey neu und doch in ihrem gewohnten Stil. Als erste Single-Auskopplung kam Frank Oceans „Bad Religion“ in ihre unnachahmliche Arrangeurswerkstatt, indem sie dem R&B-Lied viel Soul und Sehnsucht einhaucht.

Cat Power - Bad Religion (Official Audio)

Sie versteht sogar die Kunst, eigenen Songs neue Aspekte abzugewinnen, so covert sie sich hier auch einfach mal selbst, indem sie den Song „Hate“ aus ihrem 2006 erschienenen Album „The Greatest“ neu aufnimmt und ihn hier in „Unhate“ umtitelt und damit auch umschreibt. Überhaupt sind die Stücke sehr persönlichen Codes unterworfen, so spiegelt jede Version eine wichtige Erinnerung wieder, wie Billy Holidays „I’ll Be Seeing You“ beispielsweise ein Lieblingslied ihrer Großmutter war.

Cat Power - I'll Be Seeing You (Official Video)

„Here Comes A Regular“ der Alternative-Rocker The Replacements wird bei Cat Power zur traurigen Pianoballade, eine Reminiszenz an einen Abend in New York, als sie für diesen Song ihren letzten Dollar in eine Jukebox steckte. Und hier schließt sich der Kreis der Trilogie zu ihrem ersten Coveralbum, eben Jukebox genannt. Peter Handke beschrieb diese übrigens einst als Metapher des Erinnerns und Beschwörens vergangener Augenblicke. Und Cat Woman transponiert diese wiederum in wunderbare Musik.

Biographie Cat Power:

1972 als Charlyn Marie „Chan“ Marshall in Atlanta als Tochter von Hippie-Eltern geboren, gründet sie Anfang der 1990er Jahre zusammen mit Glen Thrasher und Mark Moore die Band Cat Power. Unter diesem Namen nahm veröffentlichte sie 1995 ihr erstes Album „Dear Sir“ und prägte seitdem ihren ganz eigenen Stil zwischen Folk, Blues und Country, der mit Minimalismus und Melancholie daher kommt. Cat Power hat sich auch als Cover-Queen etabliert und mittlerweile drei Cover-Alben herausgebracht.

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Diskografie:

  • Dear Sir (1995)
  • Myra Lee (1996)
  • What Would the Community Think (1996)
  • Moon Pix (1998)
  • The Covers Record (2000)
  • You Are Free (2003)
  • The Greatest (2006)
  • Jukebox (2008)
  • Sun (2012)
  • Wanderer (2018)
  • Covers (2012)
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Kerstin Kratochwill

Kerstin Kratochwill ist promovierte Germanistin, arbeitet als Lektorin sowie Texterin und schreibt für Tonspion über Musik, Filme und Serien.