Erfrischend eklektisch: Matthew E. White „K Bay“ (Album 2021)

ACT DER WOCHE – Mit lässigem Hipster-Rauschebart und Slacker-Klamotten entführt uns der US-Singer-Songwriter Matthew E. White an seine „K Bay“, eine Bucht voller rauschender warmer Seventies-Sounds zwischen Soul, Funk und Rock.

Foto: Cameron Lewis

Erfrischend eklektisch und exzentrisch entwirft Matthew E. White auf „K Bay“ ein kaleidoskopisches Klangspektrum, das elektrisiert wie die Single „Electric“, die zwischen Beck, Caribou und Badly Drawn Boy oszilliert:

Matthew E. White - Electric (Official Video)

Erst Anfang dieses Jahres hat der umtriebige Künstler zusammen mit dem Bildhauer und experimentellen Musiker Lonnie Holley aus Alabama ein gemeinsames Album namens „Broken Mirror: A Selfie Reflection“ aufgenommen.

Nun folgt „K Bay“, benannt nach Whites Heimstudio Kensington Avenue, wo dieses Werk aufgenommen wurde. Der Titel steht für mehrere wichtige Dinge in seiner Arbeit: „Oft verwende ich K Bay auch als eine etwas weiter gefasste Bedeutung – als Geisteszustand oder als Stil. (…)K Bay ist sowohl mein Kopfraum als auch mein physischer Platz“.

Matthew E. White - Genuine Hesitation

Der Opener „Genuine Hesitation“ samt Super-Video ist dann beispielsweise so eine Spielwiese, auf die sowohl die Dire Straits als auch Talking Heads eingeladen ist und seine Band nach dem Vorbild von Miles Davis‘ On The Corner Sessions befreit musiziert.

Auf anderen Tracks klingt White dann wieder retro-futuristisch schwebend, die psychedelische Ära der 70er genauso umarmend wie die 60er Bubblegum-Phase und die Neo-Soul-Atmosphäre der Jetzt-Zeit. Schwer zu fassen wie eine Seifenblase, aber mindestens genauso schön, zieht uns dieses Album in eine ganz eigene Welt.

Biographie Matthew E. White:

Matthew E. White aus Virginia begann seine Karriere 2006 als Sänger und Gitarrist der Rockband The Great White Jenkins, 2008 war er dann Mastermind der avantgardistischen Jazz Big Band Fight The Big Bull, die zwei Alben veröffentlichten. Sein erstes Solo-Album „Big Inner“ erschien dann 2012 und er arbeitet in der Zwischenzeit mit vielen unterschiedlichsten MusikerInnen zusammen, so zum Beispiel mit der englischen Singer-Songwriterin Flo Morrissey auf dem Album „Gentlewoman Ruby Man“ (2017), aber auch mit Acts wie Hiss Golden Messenger, Sharon Van Etten, The Mountain Goats oder Natalie Prass.

Diskografie:

2013: Big Inner

2015: Fresh Blood

2017: Gentlewoman Ruby Man (mit Flo Morrissey)

2021: K Bay

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Kerstin Kratochwill

Kerstin Kratochwill ist promovierte Germanistin, arbeitet als Lektorin sowie Texterin und schreibt für Tonspion über Musik, Filme und Serien.