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Hot Chip – Freakout/Release (Album 2022)

ACT DER WOCHE – Hot Chocolate meets Hot Chip im ersten Album der Londoner seit drei Jahren: Mehr Soul als Coolness, mehr Tanzlust als Verkopftheit – „Freakout/Release“ ist letztendlich genau das, ein funkiger Trip hin zur musikalischen Befreiung.

So viel sprühender Seventies Funk wie im Opener „Down“ war selten bei Hot Chip, ihres Zeichens sowieso der lässigen Tanzbarkeit verpflichtet: Aber auf „Freakout/Release“ geben sie sich einer kompletten Disco-Lust hin, denn wie heißt es so schön im Titelstück: „Music used to be escacpe, now I can’t escape it.“

Hot Chip - Down (Official Video)

Und in der Tat kann man sich den fließenden Tracks, gebastelt aus 90ies House, Soul’nFunk sowie Bealearic Sounds kaum entziehen: Die Wärme, die die Songs dabei durchflutet, lassen immer auch ein Stückchen Nostalgie mitwehen ohne jedoch in der Retro-Falle zu landen.

Hot Chip - Eleanor (Official Audio)

Während die Single „Eleanor“ klingt als hätten sich Hot Chocolate mit den Pet Shop Boys in einer Strandbar zum gemeinsamen Musizieren und Feiern zusammengetan, kollaborieren Hot Chip im robotstimmenlastigen Titeltrack „Freakout/Release“ mit dem belgischen Duo Soulwax. Und über allem schwebt die Energie eines Hits, den sie schon oft live coverten: „Sabotage“ der Beastie Boys:  Der Song stehe für Kontrollverlust, sagt Gitarrist Al Doyle, „und diese Idee steckt auch in der Dance-Musik, wie wir sie mögen.“

Das achte Album der Londoner klingt seelenvoll und smart zugleich. Die Band, die sich im Jahr 2000 gründete, ist inzwischen ein harmonisches Konstrukt, sich stets im minimalen Wandel befindend, die aber inzwischen eine ähnliche Uniqueness erreicht hat wie eingangs erwähnten Pet Shop Boys.

Tracklist: Hot Chip – Freakout/Release

1. Down
2. Eleanor
3. Freakout/Release
4. Broken
5. Not Alone
6. Hard To Be Funky (feat. Lou Hayter)
7. Time
8. Miss The Blues
9. The Evil That Men Do (feat. Cadence Weapon)
10. Guilty
11. Out Of My Depth

Auf Spotify hören

Hot Chip Live 2022

1.10.22 Berlin, Tempodrom
02.10.22 Köln, Live Music Hall

Biografie Hot Chip

2000 in London gegründet, entwickelte sich Hot Chip über die Jahre zu einem der prägendsten Dance-Electronica-Acts der Branche: Mit Club-Hits wie „Ready For The Floor“ und ihrer unverkennbaren coolen Mischung aus Electropop, Indiepop sowie Funk, House und Soul haben sie schon einige wichtige Musikpreise abgeräumt.

Diskografie Hot Chip

2004: Coming On Strong

2006: The Warning

2007: DJ Kicks

2008: Made in the Dark

2010: One Life Stand

2012: In Our Heads

2015: Why Make Sense?

2019: A Bath Full Of Ecstasy

2022: Freakout/Release

Kerstin Kratochwill

Kerstin Kratochwill ist promovierte Germanistin, arbeitet als Lektorin sowie Texterin und schreibt für Tonspion über Musik, Filme und Serien.