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Miserable Monday: Playlist von Like Lovers

    Die Playlist zum Start in die neue Woche. Heute mit Musik von Radiohead, Big Thief und Motorpsycho.

    (c) Marius Roos

    Like Lovers veröffentlicht mit „SYNTAX“ sein zweites Album und verbindet darauf kraftvollen Gitarrenrock mit Pop, elektronischen Sounds und jeder Menge Weltschmerz. 

    Jan Kerscher, der Mann hinter Like Lovers, war bis 2019 hauptsächlich als Produzent des Tonstudios Ghost City Recordings hinter den Kulissen tätig. Mit seinem Debüt „Everything All The Time Forever“ (2019) wechselte er zum ersten Mal die Fronten und zeigte, dass er auch auf der anderen Seite der Regiescheibe absolut zuhause ist.

    Wo „Everything All The Time Forever“ aber noch in klassischer DIY One-Man-Band entstand, ist „SYNTAX“ nun ein dem Namen entsprechendes Sammelsurium verschiedener Gäste und Co-Songwriter*innen: So sind u.a. die Stimmen von Elena Steri und Hélène Ruzic (Mitglied der französchen Band „-ii-„) zu hören. Auch der australische Schlagzeuger Brody Simpson und der von FERN und The Ocean Collective bekannte Paul Seidel sind Teil des Syntax-Projekts. Aus dem engsten Like Lovers-Umfeld kommen u.a. Beiträge von Hannes Hümmer alias tenderpeaks und Jannis Scheurich.  

    Entstanden ist die Platte, natürlich, während Pandemie, was man den Song auch anhört. Ernst, klagend, existentiell sind Begriffe, die man sofort im Kopf hat. Der spielerische Umgang mit Sounds und Genregrenzen lenkt davon aber ein wenig und hat mir beim Hören zumindest immer wieder ein überraschtes Lächeln ins Gesicht gezaubert.

    „SYNTAX“ ist trifft den aktuellen Zeitgeist und wirbelt diesen ordentlich auf. Erschienen ist das Album am 08.07.22 auf Listenrecords.

    DIE PLAYLIST

    Chassol – Birds, Pt. I

    Als ich dieses Lied zum ersten Mal gehört habe, saß ich draußen. Und für einen kurzen Moment war ich überzeugt, dass die Vögel um mich herum zu dem Lied singen würden, und das gab mir einen wirklich tiefen Moment der Verbundenheit, haha. Der Song hat eine traurige und friedliche Stimmung, die ich sehr, sehr liebe.

    Radiohead – Pyramid Song

    Ein totaler Klassiker und ein absolutes Go-to-Traurigkeitslied für mich. Es ist lange her, dass ich regelmäßig Radiohead gehört habe. Vielleicht sollte ich dieses Feuer wieder entfachen?

    Weval – All Alone

    Traurige Lyrics über einem kraftvollen und motivierenden Groove. Ich liebe diesen Kontrast und ich liebe Weval generell sehr für ihr brillantes Songwriting und ihren Sound. Ich höre mir das ständig an.

    American Football – Never Meant

    Ein weiterer Klassiker – zumindest für mich. Diese Band hat mich wirklich für das ganze Emo-Genre begeistert. Einfach, ehrlich, direkt und intensiv.

    Big Thief – The Only Place

    Eine Band, die ich erst vor kurzem entdeckt habe, und, wow, da habe ich was verpasst. Als ich dieses Lied zum ersten Mal gehört habe, hatte ich Gänsehaut und war von Anfang bis Ende in Tränen aufgelöst. Ihre Stimme und diese intensiven Texte zu hören, ist wirklich etwas anderes.

    Massive Attack – Saturday Come Slow

    Als dieses Lied in mein Leben trat, wartete ich buchstäblich auf einen Samstag, der schmerzhaft langsam kommen würde. Abgesehen von meiner persönlichen Geschichte ist es ein sehr trauriges (aber schönes) Lied für alle anderen, haha.

    Björk – Cocoon

    Ein Lied, das mich dazu bringt, mich in meinem Bett zusammenzurollen und mich traurig, aber gleichzeitig sicher und behaglich zu fühlen. Viele Songs auf Vespertine und Homogenic tun das für mich.

    Saya Gray – SHALLOW (PPL SWIM IN SHALLOW WATER)

    Ich weiß gar nicht so recht, wie ich diesen Song beschreiben soll. Es ist sehr einzigartig und besonders und ich liebe alles daran. Bitte tut euch den Gefallen und hört ihn an.

    Motorpsycho – Vortex Surfer

    Ein weiteres Stück von vor langer Zeit. Dieses 9-minütige Epos der norwegischen Meister ist so schwer und traurig und dramatisch – ich musste es einfach hier aufnehmen. Und noch einmal – es liegt SO viel Schönheit in dieser Traurigkeit.

    Here We Go Magic – Alone But Moving

    Man sollte immer mit einer positiven Note enden, oder? Dieses Lied hat mir so oft das Leben gerettet, dass ich es gar nicht mehr zählen kann. Es ist eigentlich etwas traurig, aber es findet genau den richtigen Ton, um mit all der Traurigkeit Frieden zu schließen. Ein heilendes Lied.